Sommer

Ein letzter Besuch in den Freiburger Freibädern zum Saisonende

Tamara Keller, Anika Maldacker & Fabian Hajraj

Ein letztes Mal Bahnen ziehen: Freiburgs Freibäder schließen kommende Woche – bis auf das Strandbad. Grund genug, noch einmal morgens, mittags und abends die letzten Sonnenstrahlen einzufangen.

Die Freibadsaison neigt sich dem Ende zu. Mit den ausklingenden Sommerferien schließen das Freibad St. Georgen sowie Lorettobad am Montag. Nur das Strandbad bleibt wohl bis Ende September geöffnet. Grund genug, den drei Freibädern einen letzten Besuch abzustatten.

Morgens im Strandbad
Ein bisschen ist es, wie in Gold eintauchen. Auf dem Schwimmbeckenboden reflektieren um halb acht Uhr morgens die Sonnenstrahlen. Beim Auftauchen scheint die Sonne direkt ins Gesicht. Wer derzeit den Frühschwimmen-Slot im Strandbad nutzt, kann den Restsommer von der besten Seite genießen: Während die Gäste Bahnen ziehen, geht die Sonne hinter dem Welchental auf. Frühmorgens sind ihre Strahlen noch angenehm.

Das Wasser gleitet einem leicht durch die Hände: Dadurch, dass sich nur knapp zehn Personen im großen Schwimmerbecken befinden, gibt es kaum Widerstand. So macht Schwimmen Spaß! Eine ganze Bahn pro Person. Zudem ist es ruhig – fast so, als wäre man alleine im Wasser. Mittags wird sich das ändern. Es wird zwar nicht so voll wie vor der Pandemie, doch kamen insgesamt immerhin 82.500 Gäste. Wer jetzt denkt: Brrrrr kalt, so früh am Morgen, der liegt falsch. Tatsächlich ist das Wasser einen Tick wärmer als die Luft draußen. Das liegt daran, dass es beheizt wird. Wer regelmäßig Frühschwimmen geht, merkt auch: Die Sonne geht nun deutlich später auf. Auch das Strandbad hat die Öffnungszeiten angepasst: Statt um 7 öffnet es jetzt um 7.30 Uhr, ab nächste Woche von 12 bis 18 Uhr. Der Sommer geht eben zu Ende.

Mittags im Lorettobad
Gibt es eine schönere Mittagspause als die, bei der man im Gras liegt, die Sonne die Haut aufheizt und eine kühle Brise sie wieder kühlt? Kurz vor 13 Uhr ist das Damenbad im Lorettobad gut besucht. Es riecht nach Sonnenmilch. Auf der Wiese recken sich kleine, große, alte, junge, schwangere, dünne und runde Frauen, manche oben ohne, andere oben mit. Sie plaudern, lesen, dösen oder sonnen sich. Rund ein Dutzend Besucherinnen ziehen im Becken ihre Bahnen. Das Wasser ist erfrischend kühl. Im Himmel hängen Kondensstreifen. Wieso wegfliegen? Hier unten ist’s doch auch schön!

Man merkt den Gästen die Freude an, hier zu sein. Schließlich hatte das Lorettobad mit seinem deutschlandweit einzigen Damenbad im Sommer 2020 coronabedingt geschlossen. Im Becken kämpfen verschiedene Schwimmerinnentypen um ihren Platz. Da gibt es die Sportschwimmerin mit Taucherbrille, die Genießerin oder die Neugierige, die vor lauter Beobachten von der Bahn abkommt.

Abends im Freibad St. Georgen
Auch kurz vor 18 Uhr ist das Freibad St. Georgen noch gut besucht – wie übrigens alle drei Bäder in diesem zweiten Corona-Sommer, zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Bis Ende August besuchten rund 146.000 Gäste die drei Bäder, 32.400 waren es allein in St. Georgen. Unter den Besuchern sind auffällig viele Familien mit Kindern. Sie plantschen fröhlich im Becken oder stehen am Beckenrand. Auf der weitläufigen Wiese rund um das Becken und die Umkleidekabinen genießen die Sonnenanbeter die letzten Strahlen. Die Haut fängt in der Sonne bald zu kribbeln an, das löst Glücksgefühle aus. Eine ältere Frau hält Ausschau im Gras. Sie sucht ihren Spindschlüssel und kommt nicht mehr an ihre Wertsachen heran. Erfolglos verschwindet sie in Richtung Fundbüro. Am Kiosk wartet eine Menschenansammlung auf die klassischen Schwimmbad-Pommes.

Vor lauter Beobachten ist die Zeit weit fortgeschritten. Kurz vor Badeschluss mus ein Sprung ins eiskalte Wasser aber noch sein. Nach einigen Bahnen lässt die Kälte nach. Um kurz vor 19 Uhr pfeift der Bademeister alle Gäste aus dem Wasser. Einige Kinder wollen nicht raus. Doch am Ende müssen sie mit ihren Eltern mitgehen. Die Besucher ziehen nach und nach zum coronakonformen Ausgang. Bis zum nächsten Jahr, Freibadsaison!