Club der Freunde

Interview

Ein Hooligan aus Südbaden gibt Einblicke in die Szene

Warum verabreden sich Männer zu Schlägereien auf einem Acker oder im Wald? Unser Gesprächspartner berichtet von seinen jahrelangen Erfahrungen in der Hooliganszene.

Seinen kaputten Händen sieht man an, dass sie viele Schläge ausgeteilt haben. Sonst weist kaum etwas darauf hin, dass der große, muskulöse 38-jährige Mann etwa 15 Jahre lang für Prügeleien durch ganz Deutschland gereist ist. Nun, da er sich von der Szene distanziert, ist er bereit für ein Gespräch. Er arbeitet in der Forst- und Landwirtschaft in einer Kleinstadt am Fuße des Schwarzwalds. Dort lebt er auch. Wir haben ihm Anonymität zugesichert, da er andernfalls mit juristischen Konsequenzen zu rechnen hätte.

BZ: Wie sind Sie zum Hooligan geworden?
Ein Hool kann man nicht werden. Du musst das im Blut haben. Schon als Jugendlicher hab’ ich mich gern geprügelt. Einen richtigen Hooligan erkennst du nicht. Weder auf der Straße noch im Stadion.

BZ: Oft gibt es einen Bezug zum Fußball. Sie sind in der Nähe von Freiburg aufgewachsen. Waren Sie früher in der Fanszene des Sportclub aktiv?
Im SC-Stadion war ich ab und zu. Aber in erster Linie, um zu provozieren. Als 23-Jähriger stieß ich zur mittlerweile aufgelösten Freiburger Hooligangruppe "Freecastle Boys". Auf Tribünen-Kloppereien hatte ich aber keinen Bock. Ich wollte "Wald und Wiese" machen. Dafür aktivierte ich einige Jungs aus dem Dreisamtal. Essen, Münster, Zürich/Karlsruhe – die ersten Kämpfe verloren wir gnadenlos. 20 gegen 20 war vereinbart, aber manchmal kamen von uns nur sieben. Da kriegst du auf die Glocke. Aber immerhin sind wir angetreten und haben nicht gekuscht. Auch so machst du dir einen Namen.

"Waldwege sind mir lieber als eine offene Wiese. Im Forst ist es enger, da franst es nicht so aus."
BZ: Wald und Wiese machen – was bedeutet das genau?
Man trifft sich mit einem Vertreter des Gegners Wochen im Voraus und sucht einen abgelegenen Ort, der für ...

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