Ein echter Skatepark für Freiburg: Bauarbeiten im Dietenbachpark haben begonnen

Marius Notter

Es hat mehr als sechs Jahre gedauert, aber jetzt wird es tatsächlich wahr: Freiburg bekommt einen richtigen Skatepark. Im Dietenbachpark haben in der vergangenen Woche die Bauarbeiten begonnen.



Gedämpfter Baulärm schallt durch den Dietenbachpark im Freiburger Westen. Ein Container mit abgeschnittenen Ästen und Buschwerk und mehrere LKWs behindern die freie Sicht auf den Ort, wo seit einigen Tagen der Traum von Freiburgs Skaterinnen und Skatern tatsächlich wahr wird. Am Standort der alten Skateanlage im Dietenbachpark wird eine neue Skateanlage gebaut, der alte Platz erweitert und komplett neu gestaltet. Nach Jahren harter Diskussions- und Überzeugungsarbeit bekommt Freiburgs aktive Skateszene einen neuen Hotspot.

Auf der Baustelle sind erste Konturen der Anlage bereits sichtbar: mit Holz und bunter Schnur sind Bereiche abgesteckt, Erdhügel aufgeschüttet. Hier sollen bald Skater durch die Gegend rollen und springen. Die runderneuerte Anlage wird hauptsächlich aus Beton bestehen, nicht aus freistehenden Halfpipes und Kickern wie bisher. Die Bauarbeiten auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände sind in vier Teilbereiche unterteilt. Der erste soll noch vor Jahresende fertig werden, Teil zwei im kommenden Frühjahr, falls die Finanzierung bis dahin unter Dach und Fach ist.

Bereits 2005 gab es Entwürfe für eine neun Skateanlage im Dietenbachpark, doch diese Pläne wurden wieder verworfen. Fünf weitere Standorte wurden danach vom Garten- und Tiefbauamt untersucht: Seepark, Karlsplatz, Eschholzpark, Jugendtreff St. Georgen und Zähringer Park. Den Skatern der Stadt war vor allem wichtig, dass ein Standort möglichst zentral liegt und gut erreichbar ist; bei einer Abstimmung 2013 sprachen sie sich für eine Anlage am Karlsplatz oder dem Seepark aus. Der Karlsplatz wurde aus baurechtlichen Gründen verworfen; die Grünanlage am Seepark abgelehnt, weil sie bereits "zu stark von Bürgerinnen und Bürgen genutzt" werde.



Dass nun im Dietenbachpark gebaut wird, liegt nach Angaben der Stadt Freiburg vor allem darin begründet, dass es hier bereits eine alte Skateanlage gab. Auf der Facebook-Seite der Interessengemeinschaft "Skatement", in der sich Freiburgs Skaterinnen und Skater engagiert haben, werden die Gründe für den Standort aufgezählt: er sei bereits als Sportanlage ausgewiesen, Beschwerden von Anwohnern seien nicht zu erwarten, Lärmprobleme seien nicht zu erwarten und schließlich stünde dort mehr Platz zur Verfügung als es beispielsweise am Standort “Karlsplatz” der Fall gewesen wäre. Ein weiterer Vorteil: Im Dietenbachpark wird es keine Öffnungszeiten für die Anlage geben. Rund 175.000 Euro kostet das Projekt; 90.000 Euro trägt die Eugen-Martin-Stiftung, den Rest das Garten- und Tiefbauamt. 

Skater und Stadt zeigen sich jetzt zum Baustart zufrieden. "Die Zusammenarbeit funktioniert gut”, sagt Martina Schickle vom Pressereferat der Stadt Freiburg. “Jegliche Belange während dem Bau werden bei sogenannten Jour-Fix-Treffen, bei dem eine Gruppe aus Stadt, Skatern und dem Architekturbüro sich trifft, besprochen und bereinigt.” Ein bereits bestehender Entwurf für den Platz wurde von den beteiligten Skatern noch mal detalliert überarbeitet. Ein Mitglied von Skatement, das namentlich nicht genannt werden will, weil er keine Mißverständnisse befeuern will, ist jetzt zufrieden: “Die Zusammenarbeit beim Bau der Anlage verläuft super, die Stadt hat in den vergangenen Wochen sehr deutlich gemacht, dass sie den Wünschen der Skater gerne nachkommt.”

Die Initative für den Bau einer richtigen Skateanlage in Freiburg startete 2008. 2011 erhielt sie Aufschwung, nachdem die Eugen-Martin-Stiftung finanzielle Unterstützung für das Projekt angeboten hatte. Der Standort Dietenbachplatz ist nun endgültig.



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