Eishockey in der DEL 2

EHC Freiburg versenkt Eispiraten Crimmitschau mit 3:1

Matthias Konzok

Im Zweitliga-Nachholspiel des EHC Freiburg gegen die Eispiraten Crimmitschau haben die Wölfe einen 3:1-Sieg auf heimischem Eis errungen. Es ist der vierte Sieg in Folge.

Es liegt schon ein paar Jahre zurück, 2006 war es, da entschied sich die tschechische Eliteklasse des Eishockeys, den zweiten Assist abzuschaffen. Zwei Spielzeiten lang ging bei den Puckvirtuosen lediglich noch die erste Vorlage in die Statistik ein, ehe man zum bewährten System zurückkehrte. Hätte die deutsche DEL 2 solch ein Experiment zu dieser Saison gewagt, es wäre am Dienstagabend bedauerlich für Oleg Tschwanow gewesen, da sein bravouröser Einsatz nie den Weg in die Statistikbücher gefunden hätte.

Es lief die 28. Minute im Zweitliga-Nachholspiel des EHC Freiburg gegen die Eispiraten Crimmitschau, als der 19-jährige EHC-Stürmer seinen Gegenspieler bis tief ins gegnerische Drittel verfolgte. Tschwanow blockte den Befreiungsschlag, einen Pass auf den emsigen Chris Billich, der in der vierten Reihe unermüdliche Doppelschichten fuhr, und den Abschluss von Sofiene Bräuner später lag der Puck im Gäste-Tor. Ohne Tschwanows Puckeroberung und eben jenem zweiten Assist wäre das 3:0 der Freiburger, das deren Dominanz im Mitteldrittel manifestierte, nicht möglich gewesen. Für den jungen Angreifer gab es den verdienten Lohn in Form eines Scorerpunkts, der EHC gewann am Ende mit 3:1 (1:0, 2:0, 0:1).

Die Gäste wirkten nach dreiwöchiger, coronabedingter Zwangspause zu Beginn offensiv griffiger, verbuchten den ersten Metalltreffer der Partie. Doch der EHC fand zunehmend besser ins Spiel, schnürte die Gäste in einer über zweiminütigen Druckphase über drei Blöcke hindurch in ihrem Drittel ein, vergab aber mehrere Chancen (McLellan, Allen, Makuzki). Die Freiburger Führung fiel kurz vor der Pause: Verteidiger Nick Pageau wuchtete einen Querpass von Jordan George in die Maschen (19.). Nach 32 Sekunden im zweiten Drittel fälschte George einen Schuss Marvin Nehers (dem das Tor zunächst zugeschrieben blieb) zum 2:0 ab, Bräuner erhöhte auf 3:0.

"Sportlich gibt es nicht viel zu bewerten." Eispiraten-Coach Marian Bazany
Fortan spielte der EHC, als würde er vom Herbstwind getragen und als müssten die Gäste, deren Kräfte schwanden, gegen ihn anspielen. "Sportlich gibt es nicht viel zu bewerten", verwies Eispiraten-Trainer Marian Bazany auf die Folgen der dreiwöchigen Pause und "auf den Kader, den wir hatten". Auch EHC-Trainer Robert Hoffmann wollte aufgrund der Umstände den Heimerfolg nicht tiefergehend analysieren, "das Sportliche rückt in den Hintergrund. Es ist einfach schade, dass wir wieder in dieser Situation sind. Das betrifft nicht nur uns Eishockeyspieler, sondern das ganze Land".

Auf dem Eis mussten seine Akteure indes diese Umstände ausblenden. Und nach dem 3:0 wirkte es mitunter, als agierten die Freiburger in Überzahl. Und so gönnten sie sich bis zur Schlusssirene ein Privatduell mit Eispiraten-Goalie Christian Schneider, dem Hoffmann "eine super Leistung" attestierte. Reihenweise ließ der EHC Hochkaräter in teils fahrlässiger Manier ungenutzt, teils entzauberte der Crimmitschauer Schlussmann die Gastgeber wie bei Makuzkis Abschluss aus kurzer Distanz (44.). Nur ob des Freiburger Chancenwuchers konnte es nach Scott Fesers Treffer zum 3:1 (57.) überhaupt noch einmal spannend werden. Doch brachte der EHC den vierten Sieg in Folge souverän über die Zeit, und Hoffmann durfte sich "zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft zeigen".
Tore: 1:0 Pageau (19.), 2:0 George (21.), 3:0 Bräuner (28.), 3:1 Feser (57.). Strafminuten: 4 – 2. Zuschauer: 638.