Polizeikontrollen

Drogenhandel: 20 vorläufige Festnahmen auf dem Stühlinger Kirchplatz

Joachim Röderer

Einmal mehr hat die Freiburger Polizei den Stühlinger Kirchplatz ins Visier genommen: Ermittelt wird nun wegen 60 Straftaten, es gab U-Haft und jede Menge Platzverweise.

Der Rauschgifthandel auf dem Stühlinger Kirchplatz ist weiter im Visier der Freiburger Polizei. Laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums vom Mittwoch habe es über vier Wochen hinweg durch die Freiburger Polizei mit Unterstützung von Kräften der in Umkirch stationierten Bereitschaftspolizei Schwerpunktkontrollen mit "überwiegend versteckten Maßnahmen" gegeben. Die Kontrollen liefen im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft von Stadt Freiburg und der Landespolizei.

Die Polizei spricht von 60 Straftaten wegen Verstößen gegen des Betäubungsmittelgesetz, darunter seien 20 Handelsdelikte und Abgabe von Drogen an Minderjährige. Es habe zudem 20 vorläufige Festnahmen gegeben. Insgesamt seien auch zwölf Wohnungsdurchsuchungen angeordnet worden. Dabei seien Cannabis, Amphetamin sowie Ecstasy- und Ritalintabletten und mutmaßliches Dealergeld beschlagnahmt worden. "In Einzelfällen führten die festgestellten Delikte zur Anordnung von Untersuchungshaft durch das zuständige Amtsgericht", schreibt die Polizei weiter.

Gegen insgesamt 19 mutmaßliche Drogenhändler sei ein Aufenthaltsverbot auf dem Stühlinger Kirchplatz erwirkt worden. Es hat sich ausschließlich um männliche Tatverdächtige gehandelt. Einen Unterschied zu früheren Kontrollen gibt es: "Die Verdächtigen können nicht einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden", sagt Polizeisprecher Özkan Cira auf BZ-Nachfrage.

Die Polizei sieht einen Erfolg in ihrer Aktion: "Durch die konzentrierten polizeilichen Maßnahmen konnte eine Verunsicherung in der örtlichen Betäubungsmittelszene festgestellt werden", lautet die Bilanz der Schwerpunktkontrollen. Um den Drogenhandel nachhaltig zu bekämpfen, soll es auch in Zukunft solche Einsätze auf dem Kirchplatz geben, erklärt das Polizeipräsidium abschließend.

Der Stühlinger Kirchplatz gilt seit Jahren als besonderer Hotspot. Es hat viele Versuche gegeben, den Rauschgiftverkauf einzudämmen. Seit längerem schon hat die Stadtverwaltung ein neues Platzkonzept angekündigt.