fudder-Interview

Diese Freiburgerin hat ein nachhaltiges Kleiderlabel gegründet

Jennifer Fuchs

Sie will nachhaltige, stylische Mode für die ganze Familie anbieten: die Freiburgerin Anne-Marlen Nazary. Anfang 2020 hat sie das Label "Ana Zoey" gegründet. Im Interview mit fudder erklärt sie, was das Besondere ist.

Anne, wie bist du auf die Idee gekommen, das Label "Ana Zoey" zu gründen?

Meine Vision ist es schon lange stylische Lieblingsmode für die ganze Familie zu entwerfen und dabei die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Anfang 2020 wurde Ana Zoey dann geboren.

Was macht dein Label besonders?

Alle Artikel aus dem Label Ana Zoey sind GOTS-zertifiziert, biologisch, ökologisch und schadstoffgeprüft. Somit haben sie das Siegel der Fair-Wear- Foundation. Also Mode mit gutem Gewissen für die ganze Familie. Im gesamten Geschäftsbereich wird Nachhaltigkeit angewendet, so sind beispielsweise die Visitenkarten aus recycelten T-Shirts und die Versandmaterialien recyclebar. Eine weitere Besonderheit ist, dass Erwachsene und Kids die Produkte im Partnerlook tragen können.
Zur Person:
Anne-Marlen Nazary ist 32 Jahre alt und gelernte Textilbetriebswirtin.

Für was steht der Name "Ana Zoey"?

Der Name Ana Zoey steht im Bezug zu meiner Familie und hat daher eine ganz persönliche Bedeutung.

Aus welchen Gründen liegt dir die Nachhaltigkeit besonders am Herzen?

Die Textilindustrie ist eine der wichtigsten Konsumgüterbranchen weltweit und nimmt gleichzeitig eine Vorreiterstellung in Sachen Umweltbelastung ein. Es gibt keinen Planet B, unsere Herausforderung und Verantwortung ist es mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen.

Wo und wie werden deine Produkte hergestellt?

Die Produkte werden überwiegend in Bangladesch hergestellt. Mir war es sehr wichtig, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen gewährleistet sind, die Produkte ein hohes Maß an Verantwortung durchlaufen und einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. So einen Lieferanten habe ich gefunden und bin sehr glücklich darüber. Wir unterstützen gerne lokale Unternehmen, so sind unsere Patches in einer Manufaktur in Deutschland hergestellt und die Veredelung der Textilien übernehmen Näherinnen aus Freiburg und eine Behinderten-Werkstatt in der Umgebung.

Welche Materialien werden dafür verwendet und aus welchem Grund?

Die Materialien sind überwiegend aus 100 Prozent GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle oder gemischt mit recyceltem Polyester. Bio-Baumwolle verbraucht beispielsweise 91 Prozent weniger Wasser und verursacht weniger Treibhausgase.

Wenn du die Zukunft der Modeindustrie beeinflussen könntest, was würdest du tun?

Ich würde die Wahrnehmung der Menschen auf die Konsumindustrie positiv verändern und zu einer höheren Wertschätzung gegenüber Textilien aufrufen. Ebenso das Bewusstsein dafür schärfen Produkte zu kaufen, die ethisch vertretbar sind und fair gegenüber Mensch und Natur. Das aus einer Fast Fashion Industrie mehr und mehr eine Slow Fashion Industrie wird – ohne dabei an Schnelligkeit zu verlieren.
Mehr zum Thema: