fudder-Empfehlungen

Diese 14 Podcasts haben wir in der Corona-Zeit für uns entdeckt

fudder-Redaktion

So viel frische Podcasts und so viel Zeit, alle durchzuhören: Die fudder-Redaktion hat die letzten Wochen genutzt, tolle neue Sendungen zu entdecken. Von Verschwörungstheorien über Geschichte bis hin zur Popkultur: Das sind unsere 14 Tipps.

1. Anna Lob empfiehlt: Feuer & Brot

Feuer & Brot – ein Podcast von zwei Freundinnen, die sich wie sie selbst schreiben über "relevante, popkulturelle und persönliche Themen" unterhalten. Die beiden Frauen sind Alice Hasters und Maximiliane Haecke. Alice ist in den vergangenen Wochen auch im Diskurs über strukturellen Rassismus in unserer Gesellschaft sehr präsent gewesen. Das ist ein Thema, welches im Podcast immer wieder zur Sprache kommt. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Folge zu "White Saviorism". Da wird etwa erklärt, warum der Weihnachtshit "Do They Know It"s Christmas?" eigentlich ziemlich rassistisch ist.

2. Anika Maldacker empfiehlt: Eine Stunde History

Wer Geschichten und Geschichte liebt, dem sei dieser Podcast ans Herz gelegt. Einmal in der Woche beschäftigt sich der Deutschlandfunk mit spannenden Ereignissen, Aspekten und Entwicklungen in der eher jüngeren Geschichte der Menschheit. Eichmanns Flucht nach Argentinien oder Pandemien und deren Auswirkungen auf Europa, die Themen sind meist speziell und nicht die, an die man sich noch aus dem Geschichtsunterricht erinnert. Dabei beschäftigt die Redaktion immer die Frage: Wie hängen Vergangenheit und Zukunft miteinander zusammen?

3. Carolin Buchheim empfiehlt: Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten

Draußen merkt man es kaum noch, aber wir stecken mitten in einer Pandemie - und dieser Podcast ist ihr Leuchtturm. Ruhig, gelassen und sachlich sprechen die NDR-Journalistinnen Korinna Hennig und Anja Martini mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité über alle Themen rund um das Coronavirus. Auch drei Monat nach der Ankunft von Sars-Cov-2 in Deutschland gilt: nach diesem Podcast kann man sein Freakout-Level und sein Verhalten ausrichten - und noch dazu einiges über Virologie und medizinische Wissenschaft lernen. Ein Podcast der gleichermaßen immun macht gegen Hype-Headlines und verschwörungsgläubige Youtube-Pseudo-Dokus.

4. Valentin Heneka empfiehlt: Rabbit Hole

Warum landen Menschen im Netz bei Verschwörungsmythen? Was macht das Internet mit uns? Diesen Fragen geht die New York Times in "Rabbit Hole" nach. Ein junger Mann berichtet davon, wie er auf der Suche nach der Wahrheit in einen endlosen Strom aus Youtube-Videos gerät, aus dem er kaum noch entkommt. Journalisten ordnen ein, welche Rolle Algorithmen und die Geschäftsmodelle der Tech-Giganten spielen und was es mit der Verschwörungsideologie QAnon auf sich hat, die derzeit auch in Deutschland Verbreitung findet. Spannend erzählt und ebenso lehrreich wie aktuell – aber auf Englisch.

5. Gina Kutkat empfiehlt: OK, America?

Man muss kein Amerika-Fan sein, um diesen Podcast zu lieben. Denn diese Aufgabe übernehmen die beiden Zeit-Redakteure Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer liebend gerne: Havertz reist regelmäßig für Recherchen in die USA und hat während ihres Studiums dort gelebt. Brinkbäumer wohnt aktuell mit seiner Familie in New York und berichtet von dort. Trotz der Liebe der beiden Moderatoren zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten und den Menschen, die dort leben, ist ihre Sicht auf die USA nicht verblendet – manchmal sind die beiden sogar verzweifelt. Wie sie über Amerika, die Amerikaner, Präsident Trump und aktuelle Debatten wie George Floyd sprechen, steckt voller Verständnis und Klugheit. Besonders die beiden neuesten Folgen über Floyds Tod und "die rassistischen Staaten von Amerika" sind eine Empfehlung.

6. Jule Markwald empfiehlt: You’re Dead To Me

Der Geschichtspodcast für alle, die keine Geschichte mögen - so bezeichnet der "You’re dead to me"- Moderator Greg Jenner seinen Podcast zu Beginn jeder Folge. Egal ob Jeanne d’Arc oder Stonehenge - in einer knappen Stunde wird hier über alles und jeden gesprochen und zwar immer zu dritt mit einem Gast aus der Geschichtswissenschaft und einem Gast aus der Comedy. Das ist überraschend unterhaltsam und kurzweilig, denn die Geschichtsnerds sorgen für Fakten, während die Comedians ab und zu lustige Fragen in den Raum werfen. Moderator Greg Jenner ist selbst Historiker und arbeitet seit Jahren als Gast und Moderator für diverse BBC-Produktionen. Außerdem ist er Experte für Weihnachtspostkarten des Viktorianischen Englands und wer wissen möchte, warum genau das so ein abgefahrenes Thema ist, muss sich die Weihnachtsepisode "The Victorian Christmas" anhören. Außerdem zu empfehlen sind die Folgen über Mary Shelley, die Geschichte der Schokolade, LGBTQ Geschichte und die Hexenverfolgung des Mittelalters. Jule Markwald
Extratipp: Für den Coronalockdown hat Greg Jenner auch einen Geschichtspodcast für Kinder. "Homeschool History" Folgen sind 15 Minuten lang und kindgerecht.


7. Charlotte Göhring empfiehlt: Lucky Trails

Laufschuhe an und Kopfhörer auf: mit klarer Stimme und sympathischer Art nimmt Podcast Gründerin Vicky ihre naturliebenden Zuhörer mit auf Gespräche rund ums Trail- und Ultrarunning. Der im März 2020 gestartete Podcast beschäftigt sich mit allen Themen und Fragen, die Sportlern auf fordernden Trailläufen begegnen, informiert – ohne dabei groß die Werbetrommel zu rühren – über Ausrüstung für höhenmeterträchtige Bergläufe und tauscht sich mit Gästen aus der Trail- und Ultrarunningszene aus. Vicky wirkt in ihren kurzen Folgen äußerst authentisch und greifbar, so dass der Podcast auch für alle (Trail-) Laufanfänger bald zum freiwilligen Pflichtprogramm werden könnte.

8. Leona Strohm empfiehlt: Verbrechen von nebenan

Aktenzeichen XY ist spannender als der Tatort? Dann ist es der "Verbrechen von Nebenan"-Podcast auch. Philipp Fleiter, Radiomoderator und "Verbrechen von Nebenan"-Gründer, verschafft seinen True-Crime-Hörern einen emotionalen Einblick in die Verbrechen der vergangenen Jahrzehnte. In bisher 33 Folgen erzählt er mit wechselnden Gesprächspartnern von der überwiegend mörderischen Seele der Menschen und lässt dabei ab und an auch seine Hörer zu Wort kommen. Trigger-Warnung: Die Tathergänge werden sehr detailliert beschrieben.

9. Carolin Buchheim empfiehlt: Wind of Change

In acht Folgen dokumentiert "Wind of Change" die Recherche einer Frage, die für Deutsche geradezu unfassbar skandalös erscheint: Wurde der Scorpions-Hit "Wind of Change" vom CIA geschrieben? US-Journalist Patrick Radden Keefe hat genau dieses Gerücht aus Geheimdienst-Kreisen gehört - und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Sehr unterhaltsam schildert er wirklich absurde Erkenntnisse während der Ermittlungen - die natürlich in einem Treffen mit Klaus Meine in Hannover kulminieren.

10. Gina Kutkat empfiehlt: Auf die Presse

Manchmal fühlt man sich schier erschlagen von den ganzen News und Nachrichten, die da so durchs Netz flattern. Praktisch, wenn es Menschen gibt, die Nonsense-Meldungen und Fake News für einen aussortieren, wichtige Themen herausarbeiten und sich darüber unterhalten – ohne mit der eigenen Meinung hinterm Berg zu bleiben. Das machen Flo und Niclas von "Auf die Presse", dem selbstbetitelten investigativem, transatlantischen Nachrichtenpodcast – wer das Augenzwinkern zwischen den Zeilen nicht versteht, sollte ganz genau hinhören. Flo und Niclas sind ein Match made in heaven, das erst aus New York und München sendete; mittlerweile sind beide Moderatoren wieder in Süddeutschland. Mit viel Humor enttarnen sie jeden Bullshit, ordnen die News der Woche ein und versuchen, sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen.

11. Jule Markwald empfiehlt: Noble Blood

"Noble Blood" ist ein Geschichtspodcast für alle, die es gerne etwas blutrünstig mögen. In jeder Folge erzählt die Gastgeberin Dana Schwartz vom Leben – und vor allem vom Sterben – einer adligen Person der Weltgeschichte. Bislang gibt es 25 circa halbstündige Folgen, alle zwei Wochen kommt eine neue dazu. Die besprochenen Figuren reichen von Marie Antoinette und den sechs Ehefrauen des englischen Herrschers Heinrich VIII bis hin zu Zar Nicholas II oder Lord Byron. Schwartz erzählt von ihnen und wie sie ihr mehr oder weniger grausames Ende fanden, sehr kurzweilig und mit einer sanften Stimme, die in Kombination mit leiser Hintergrundmusik den Eindruck erweckt, eine Märchentante würde einem eine gruselige Gutenachtgeschichte erzählen. Alle Folgen sind super recherchiert und Ereignisse werden zum besseren Verständnis immer in heutige Kontexte eingeordnet. "Noble Blood" ist eine amerikanische Produktion und durch die langsame Erzählweise auch geeignet für alle, die vielleicht kein perfektes Englisch sprechen. Nur wer empfindlich auf Erzählungen von Folter und Guillotinen reagiert sollte vielleicht nicht reinhören. Geschichte ist eine blutige Angelegenheit.
Spotify: Noble Blood
Apple: Noble Blood

12. Charlotte Göhring empfiehlt: Halbe Katoffl

Einen wichtigen und zugleich lustigen Einblick in die mehr denn je aktuellen Themen wie Integration, Identität und Stereotypisierung verschafft der Berliner Journalist Frank Young in seinem seit 2016 erscheinendem Podcast. Seine Gäste sind Deutsche, die nicht-deutsche Wurzeln haben und sie erzählen uns unverblümt und kurzweilig ihre Anekdoten aus dem Leben als "halbe Katoffl". In lockerer Parkbank-Atmosphäre erlernen wir die Grundtechniken im Fechten in Kenia, erfahren über die Auswirkungen von drei Muttersprachen auf die Persönlichkeit oder skaten mit einem von Deutschlands besten Skater durch die Erinnerungen seines schwierig-schönen Aufwachsens in der Platte. Der Podcast kooperiert mit dem Bundesprogramm "Integration durch Sport" und erscheint mit seiner Sportedition immer Mitte des Monats.

13. Carolin Johannsen empfiehlt: Die Sendung mit der Maus

Wie klingt das Meer? Was sind Geheimsprachen und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Obst und Gemüse? Fragen, die man sich sicher schon einmal gestellt und dann nicht wieder darüber nachgedacht hat, werden im "Sendung mit der Maus Podcast" vom Westdeutschen Rundfunk auf spielerische Weise beantwortet. Dazu gibt es Musik, Erzählungen und natürlich "Lach- und Sachgeschichten." Eine Folge dauert ungefähr 60 Minuten und eigentlich ist der Podcast für Kinder gedacht. Es ist aber gerade diese Mischung aus einfachem Wissen und leichter Unterhaltung, die den Reiz des Podcasts ausmachen – auch schön als Hörspiel zum Einschlafen!

14. Angelina Klee empfiehlt: Mordlust

Für alle True-Crime Fans ein Muss. Die beiden Freundinnen Paulina Krasa und Laura Wohlers sprechen alle zwei Wochen in ihrem Podcast "Mordlust" über wahre Kriminalfälle aus Deutschland und manchmal auch aus unseren Nachbarländern wie Österreich oder Italien. Jede der beiden erzählt von einem Fall und danach sprechen und diskutieren sie darüber. Sie versuchen, die Hintergründe einer Tat zu verstehen und suchen nach der Erklärung. Denn für die meisten Taten gib es eine. Die beiden erzählen die Fälle so spannend und informativ, dass man als True-Crime-Fan direkt nach der ersten Folge süchtig ist. Oft hört man auch Expertenstimmen zu den Fällen, denn die beiden führen oft Interviews oder begleiten Gerichtsprozesse.
Bei Mordlust wird nicht ausschließlich trocken und humorlos berichtet, sondern die beiden Lachen auch mal oder machen Witze, jedoch ohne das es die beiden Frauen despektierlich meinen. Denn ohne Humor sind so manche der heftigen Fälle nicht zu verarbeiten. Es gibt schon 48 der rund eineinhalb Stunden langen Folgen.
Spotify: Mordlust

So hört man Podcasts

Ein Podcast ist eine Audiosendung, die man über das Internet anhören kann. Manche Podcasts erscheinen in festgelegten Abständen, manche als abgeschlossene Staffeln. Es gibt verschiedene Methoden, Podcasts anzuhören. Die klassische Art, Podcasts zu hören, ist über eine App auf dem Smartphone oder Tablet. Auf iPhones wird Podcasts gleich mitgeliefert, bei Android-Telefonen ist Stitcher die App der Wahl.

In der jeweiligen App sucht man nach dem Podcast, den man hören will und abonniert ihn dann. Sobald eine neue Folge erscheint, wird diese dann automatisch heruntergeladen. Seit einiger Zeit boomt der Streaming-Dienst Spotify als Podcast-Lieferant. Besonders erfolgreiche Podcasts wie etwa "This American Life" bieten auch kostenpflichtige Apps mit Zugang zum gesamten Archiv. Andere Anbieter laden Podcasts zu Diensten wie Soundcloud hoch, wo man sie dann im Browser anhören oder herunterladen kann.

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