Die Würfel sind gefallen

Gina Kutkat

Drei begehbare Würfel stehen seit gestern auf dem Platz der Alten Synagoge vor dem KG II der Universität. Studenten der Evangelischen Fachhochschule wollen mit ihrem Projekt "Die Würfel sind gefallen" auf die Armut in Deutschland aufmerksam machen. Gina hat bei den Studenten nachgefragt und ein paar Bilder mitgebracht.



Drei Würfel stehen verteilt auf der grünen Wiese vor dem Uni-Gebäude. Sie sind von allen vier Seiten begehbar und behandeln das Thema Armut in Deutschland auf verschiedene Weisen. "Die Würfel sind gefallen" ist der Name der Installation.

Zettelfahnen in Klarsichtfolien hängen in dem ersten Würfel aus Eisenstangen. Zeitungsartikel über Hartz-IV-Empfänger, Unicef-Statistiken und Sätze wie "Kinderarmut ist real" machen deutlich, dass Armut auch in Deutschland ein ernstzunehmendes Thema ist. Interaktion und vor allem Mitdenken sind gefragt. "Hier ist Platz für Ihre Gedanken zum Thema" steht auf einem Schild, Kuli und Zettel sind griffbereit.



"Schaut mal her! So etwas gibt es auch bei uns!" ist der Leitspruch der 21 Studierenden der Evangelischen Fachhochschule in Freiburg. Sechs Monate haben die jungen Leute, die Soziale Arbeit mit der Zusatzqualifikation Kunstpädagogik im fünften Semester studieren, an ihrem Projekt gearbeitet.

"Uns war es wichtig, dass die Würfel begehbar sind, wir wollten Erfahrungsräume schaffen" sagt Hanna, (21, Bild unten). Der zweite Würfel aus Holz wird von fünf Buchstaben umrahmt die – je nach Phantasie – die Worte Armut oder Traum ergeben. "In den aufgestapelten Holzkisten liegen Dinge, die man sich als armer Mensch nicht leisten kann, aber vielleicht gerne hätte: Bildung, Kultur und Gesundheit."



Der dritte Würfel ist ein Erfahrungsraum. Durch einen Einstieg in der schwarzen Wand gelangt man ins Innere. Aus Gips geformte Hände werden einem von allen Seiten entgegengestreckt. "Unser Projekt ist sozialkritisch", sagt Hanna, "auf provokante Weise wollten wir die Leute zum Mitdenken anregen."

Die Installation ist noch bis Donnerstag auf dem Platz der Alten Synagoge zu sehen.

Fotogalerie: Gina Kutkat

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