Coronavirus

Die Umzüge an der Basler Fasnacht sind abgesagt

BZ-Redaktion

Der Schweizer Bundesrat hat aufgrund des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ausgesprochen. Über die Absage der Basler Fasnacht informierten die Verantwortlichen in einer Pressekonferenz.

Die Basler Fasnacht hätte am kommenden Montag um 4 Uhr mit dem Morgenstraich beginnen sollte. Umzüge, Cortèges und Guggenkonzerte sind von dem Verbot betroffen.

Regierungsrätin Elisabeth Ackermann berichtete, dass sich der Krisenstab nun täglich trifft. Es sei ein sehr schwerer Schritt, die Fasnacht abzusagen.


Lukas Engelberger vom Gesundheitsdepartement berichtete von den beiden am Unispital Basel bestätigten Fällen. Beide Personen seien in guter Verfassung. Rund 100 Personen, darunter die Kinder einer Kita, in der eine Infizierte arbeitet, seien im Kanton Basel-Stadt nun in Quarantäne. "Wir müssen davon ausgehen, dass das Coronavirus bei uns in der Region angekommen ist", sagte Engelberger.

"Wir haben die Lage unter Kontrolle", so Engelberger weiter. Das erlassene Veranstaltungsverbot sei richtig und wichtig. Die Fasnacht würde das Risiko einer unkontrollierten Verbreitung des Virus stark erhöhen. Sämtliche organisierte Fasnachtsveranstaltungen müssten untersagt werden. Die Enttäuschung darüber könne er nachvollziehen. Er wolle aber alle Beteiligten dazu aufrufen, die Entscheidung mitzutragen. Es gehe um den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.

Verbot soll "verhältnismäßig" durchgesetzt werden

Baschi Dürr, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements sagte, man werde das Verbot "verhältnismäßig" durchsetzen. Zur Information soll auch ein Flyer herausgegeben werden. Man hoffe, dass sich die Menschen an das Verbot halten: "Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei." Er ruft dazu auf, keine Fasnacht zu machen.

Das Fasnachtscomité sage alle von ihm organisierten Veranstaltungen ab, sagt Obfrau Pia Inderbitzin. Auch sie bat alle Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die Entscheidungen der Behörden zu respektieren.

Der Bundesrat beschloss das Verbot in einer außerordentlichen Sitzung am Freitag. Er stuft die Situation in der Schweiz als "besondere Lage" ein, wie sie im Epedemiegesetz festgelegt ist. Der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität. Das Veranstaltungsverbot bleibt mindestens bis 15. März bestehen. Kontrolliert werden soll es von den Kantonen.

Buurefasnacht in Weil ist noch nicht abgesagt

Um 12 Uhr soll es eine Pressekonferenz in Basel geben, in dem über die weiteren Maßnahmen in Bezug auf das Coronavirus informiert werden wird.

Der große Buurefasnachtsumzug in Weil am Rhein ist zur Stunde noch nicht abgesagt. In Weil wollte man zunächst auf die Entscheidung aus Basel warten und am frühen Nachmittag entscheiden.

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