Kultur

Die Online-Plattform "KArantöne" unterstützt regionale Künstler

Stefan Mertlik

Kulturschaffende haben es selbst in normalen Zeiten schwer. Die Corona-Krise stellt sie nun aber vor nie dagewesene Existenzängste. Mit der Online-Video-Plattform "KArantöne" möchte das Freiburger Kulturaggregat helfen.

Die Corona-Pandemie hat den Kulturbetrieb hart getroffen. Künstlerinnen und Künstlern brachen innerhalb kürzester Zeit das Publikum und damit die Einnahmen weg. Doch die Kulturschaffenden lassen sich den Mut nicht nehmen und glänzen mit kreativen Lösungen. "Uns war relativ schnell klar, dass wir unsere Arbeit digital fortführen müssen", sagt Darwin Zulkifli vom Kulturaggregat. Zusammen mit einem fünfköpfigen Team hat er Mitte April die Online-Video-Plattform "KArantöne" aus dem Boden gestampft.


Auf dem eigenen YouTube-Kanal veröffentlicht das Kulturaggregat in regelmäßigen Abständen Videos von regionalen Künstlerinnen und Künstlern. In den zehn- bis 30-minütigen Clips stellen sich Musikerinnen wie Debbie Ela, aber auch Poetry-Slammerinnen wie Anna Teufel und Max Osswald vor. Sechs dieser audiovisuellen Kostproben stehen bereits zum Abruf bereit. Spendenlinks in den Videobeschreibungen bieten die Möglichkeit, die Kreativen und das Kulturaggregat zu unterstützen.

Folge 1: Debbie Ela



"Wir wollten ein Format schaffen, das nicht nur in der Krise, sondern auch darüber hinaus bestehen kann", sagt Zulkifli. Die Künstlerinnen und Künstler nehmen das Angebot dankbar an. Fertig produzierte Videos von Nella, Age Eternal und Zweatlana stehen bereits in den Startlöchern. Momentan konzentriere sich das Team noch auf Personen, die eine direkte Verbindung zum gemeinnützigen Verein haben. "Auf alle Anfragen kamen relativ schnell positive Antworten", freut sich Zulkifli, betont aber, dass sie auch für Einsendungen offen seien.

Doch nicht nur mit "KArantöne" möchte das Kulturaggregat den digitalen Auftritt in der Zwangspause ausbauen. So plant das Team weitere Formate, die in den kommenden Wochen anlaufen sollen. Unterlegt von elektronischen Beats werden bei "SketchFlix" Bilder gemalt. Und die "Plattenspieler"-Sessions, die vor Corona jeden Mittwochabend im Urban Record Store stattfanden, gehen demnächst als Live-Stream weiter.

Folge 3: Poetry Slam


Die Konzert- und Kulturbranche steuert auf eine ungewisse Zukunft zu. Für die Kreativität ist es jedoch wichtig, zuversichtlich zu bleiben, so Zulkifli: "Wir lassen uns nicht von einem Coronavirus unterkriegen." Schon in der Vergangenheit hat das Kulturaggregat mit wenig Geld große Projekte umgesetzt. Diese Flexibilität helfe in Zeiten wie diesen.

Für das kommende halbe Jahr stand bereits ein komplettes Programm. Darunter Konzerte und Ausstellungen im vereinseigenen Kulturzentrum in der Hildastraße. Was davon nachgeholt werden kann, weiß Zulkifli noch nicht. "KArantöne" und die kommenden Online-Projekte sollen zumindest eine kleine Lücke schließen und die Arbeit des Kulturaggregats fortführen. "Es tut trotzdem weh, wenn ich die leere Bühne in der hilda5 sehe", gibt Zulkifli zu.