Band-Porträt

Die Nu-Metalcore-Band MadEra veröffentlicht ihr erstes Musikvideo

Niklas Reichenbach

Sie setzen noch auf handgemachte Musik und bei einem Bandcontest haben sie die Zuschauer bis ins Finale beeindruckt: Die Band MadEra aus Waldkirch hat nun ihr erstes Musikvideo veröffentlicht.

Im Proberaum von MadEra ist es laut. Selbst bei der Probe strahlt die Band einiges an Energie aus, als ob sie gerade auf einer Bühne performen würden. Die harten Gitarren-Riffs und der wummernde Bass ergeben einen satten Klangteppich, der durch den präzisen Schlagzeugbeat und den gut abgestimmten Gesang einen kraftvollen Sound ergibt. Man merkt den fünf Musikern an, dass sie ein eingespieltes Team sind.


Vor fünf Jahren hat die Gruppe begonnen, zusammen zu proben. Zusammengefunden haben Pascal Fehrenbach (Schlagzeug), Martin Borchert-Schick (Bass), sowie Matthias Löffler und Marco Fehrenbach (beide Gitarre), durch die Überreste zweier Bands, die im gleichen Proberaum gespielt haben. Nach einer längeren Suche konnte man Dominik Hundertpfund zu einer Probe als Sänger einladen und es war laut Martin "Liebe auf den ersten Scream". Seit 2016 spielt die Gruppe nun in dieser Besetzung. Obwohl zu Beginn der Fokus noch auf Coversongs lag, haben sie von Anfang an begonnen, eigene Lieder zu schreiben.

Nu Metal hatte sich unter den Bandmitgliedern sehr schnell als favorisierte Musikrichtung herausgestellt. Die Songs von MadEra zeichnen sich durch häufige Breakdowns, eine tighte Spielweise, sowie ihren satten Sound aus. Auch der Wechsel zwischen Rap, Cleangesang und den Screams ist für ihren Stil charakteristisch. Gab es bei den ersten eigenen Liedern noch häufiger stilistische Unterschiede, so wird ihr Klang mittlerweile immer spezifischer und es entsteht "das Gefühl, das ist MadEra", meint Dominik. Die Texte der Band sind sehr gesellschaftskritisch, und nehmen auch Anstoß am Konsumdenken der heutigen Zeit.



Geschrieben werden die Lieder im Kollektiv. Oftmals beginnt es mit einem neuen Gitarrenriff, es kann aber auch vorkommen, dass zuerst ein Text entsteht. Die restlichen Stimmen werden dann um das Grundgerüst herumgebaut. Generell schreibt MadEra mittlerweile hauptsächlich englische Texte. Der anfängliche Grundgedanke hinter ihren deutschen Texten war auch das Alleinstellungsmerkmal,denn wie Martin erklärt: "Limp Bizkit auf deutsch gibt es nicht wirklich." Warum wurde dann doch entschieden, hauptsächlich auf Englisch zu schreiben? "Deutsch ist eine sehr harte Sprache. Es ist schwer, in diesem Genre gute deutsche Texte zu schreiben, ohne direkt in eine Schublade gesteckt zu werden.", stellt Matthias fest. Ganz außen vor lassen, möchten sie die deutschen Texte aber nicht, genug Ideen für die Verwendung sind auf jeden Fall vorhanden.

Ein sehr großes Erfolgserlebnis der Band war die Teilnahme am SPH Bandcontest im Jahr 2018. Den Wettbewerb, der dafür gedacht ist, junge Bands zu fördern, haben die Jungs von MadEra als Möglichkeit gesehen, auch überregional auftreten zu können. Nachdem zu Beginn die Teilnahme das Wichtigste war, änderte sich die Zielsetzung, als die Band nach ein paar Runden immer noch dabei war, laut Martin auf jeden Fall: "Irgendwann war dann auch der Anspruch da weit zu kommen". Tatsächlich schafften sie es bis ins Deutschlandfinale nach Montabaur im Januar 2019. Bisher war es ihr größter Auftritt, mit circa 2000 Zuschauern. Überzeugen konnten sie dann auch noch. In der Gesamtwertung hat MadEra den siebten Platz erreicht, in der Jury Wertung war es sogar Platz eins.

Vor einigen Wochen wäre dann ein weiterer wichtiger Termin im Kalender gestanden. MadEra sollte am Freitag, 25. September beim Reboot Festival auf dem Messe-Gelände in Freiburg spielen. Für die junge Band, die gerade auch in Corona-Zeiten auf jede Plattform, die neue Auftritte ermöglichen könnte, angewiesen ist, war die wetterbedingte Absage natürlich "extrem bitter" sagt Pascal. Sie hatten sogar extra eine Bühnenshow und neue Songs für den Auftritt vorbereitet.

Aber durch solche Momente lässt sich MadEra nicht unterkriegen. Ihr bisher größtes Projekt findet an diesem Freitag seinen Abschluss. MadEra hat ihr erstes Musikvideo veröffentlicht. Das Video, zu ihrer bereits veröffentlichten Single "The Day Is Too Short" wurde von der professionellen Filmfirma "Silberhorn Film" aus Freiburg zusammen mit der Band über zwei volle Tage in Emmendingen gedreht. Supportet wurde das Projekt von der Freiburger Musikinitiative Multicore. Für die Bandmitglieder war der Dreh eine völlig neue, aber auch enorm wichtige Erfahrung für die musikalische Zukunft.

Wie geht es jetzt bei MadEra weiter? Mitte Dezember wird ihre 5. Single "My Wild Heart" erscheinen. Des Weiteren ist für das Frühjahr 2021 die Produktion und später im Jahr der Release ihres ersten Albums geplant. Hierfür laufen die Vorbereitungen und Aufnahmen bereits auf Hochtouren. Sollte die Pandemie es soweit zulassen, steht dann für den kommenden Herbst eine Release-Party an mit anschließender überregionaler Tour. Die Band macht kein Geheimnis um ihre großen Ambitionen. Mit kleinen Auftritten möchten sie sich auf Dauer nicht zufriedengeben. Der Traum auch auf größeren Festivals wie Rock am Ring zu spielen, soll irgendwann Wirklichkeit werden. Mit dem Musikvideo sind sie einen großen, wichtigen Schritt gegangen.
  • Lust auf die Musik bekommen? Hier findet ihr die Band auf Spotify und Youtube