Die Leute im Jazzhaus: Liebhaben erlaubt

Gina Kutkat

Die zehnjährige Geburtstagssause der Freiburger Garage-Pop-Band Die Leute wurde am Mittwochabend gebührend im Jazzhaus gefeiert. Abenteuer Wildnis, The Weashdrones und die Geburtstagskinder höchstpersönlich feierten laut, wild und leidenschaftlich. Gina war dabei.



Um angemessene Garderobe hatten Die Leute im Vorfeld gebeten, schließlich feierte nicht irgendeine Band ihr zehnjähriges Bestehen. Nein, mit Die Leute stand gestern eine Band auf der Jazzhaus-Bühne, die das Bild der regionalen Musikszene in den letzten Jahren wie keine Zweite geprägt hat. Dafür kann man sich schon mal aufhübschen. Doch, sagen wir es so: Das Gros der Gäste nahm das mit dem Dresscode nicht ganz so ernst.

Damit sie sich an ihrer Geburtstagssause nicht andauernd selbst loben müssen, hatten Die Leute zwei befreundete Bands eingeladen, um diese Art der besonderen Beweihräucherung zu übernehmen. Den Anfang machten The Weashdrones aus Lahr, die als punk-rockiges Trio die Tanzfläche zwar nicht gerade aufmischten, aber trotzdem eine Portion gute Stimmung mitbrachten.

Die Pausen des Geburtstagsabends wurden von Leute-Sänger Tom und Drummer Bonzo gefüllt. "Wir spielen nicht, wir halten eine Lesung." Abwechselnd lasen sie Auszüge aus ihrem mehr oder weniger unterhaltsamen Band-Tagebuch vor und ließen somit im Schnelldurchlauf ihre Bandgeschichte Revue passieren.

Nachdem die zweite Band des Abends kurzzeitig nicht aufzufinden war, kam es schließlich doch noch zum Stelldichein mit Abenteuer Wildnis. Mit Schlagzeug-Imitator-Box, dem Cajón, zweistimmigen Gesang, Gitarre und dem Schlagzeuger als App aus dem IPhone spielten Abenteuer Wildnis ihre poppigen Songs, die stilistisch irgendwo zwischen Philipp Poisel und den Prinzen einzuordnen sind.

Dann, endlich, durfte das Geburtstagskind ran. Die Leute hatten ihre Setlist chronologisch aufgebaut und spielten sich von ganz früher bis zum aktuellsten Material. Band und auch Zuschauer fühlten sich wie auf einem bunt gemischten Klassentreffen: Hier kam der ehemalige Bassist von Abenteuer Wildnis mit dazu, dort übernahm ein befreundeter Gitarrist das Instrument. Und wie bei einem Klassentreffen, kannte jeder irgendwie jeden. Leute-Songs mitsingen, das konnten sowieso alle.

Wäre der ganze Abend ein bißchen weniger albern gewesen, wäre er noch besser gelungen.

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