Bewegung

Die fünf schönsten Rennradstrecken der Region

Marcia Hapig

Fahrradfahren ist auch während der Ausgangsbeschränkung erlaubt. Wer immer nur die gleichen Strecken fährt, möge sich an fudders fünf schönsten Rennradstreckne-Empfehlungen orientieren. Ab auf den Sattel!

1.) Die Panoramastraße von St. Märgen

Eine Traumrunde für Anfänger und Fortgeschrittene – wer einmal nicht ganz so hoch hinaus, und trotzdem eine unglaubliche Aussicht genießen möchte, dem sei die Runde von Freiburg über St. Märgen nach St. Peter empfohlen. In Littenweiler noch auf dem Dreisamradweg, umfahren wir Kirchzarten und folgen wir der Beschilderung in Richtung St. Märgen, einer auf 900m gelegenen, kleinen Gemeinde. Das Kloster als imposantes Wahrzeichen ist auf den letzten Kilometern bergauf bereits früh zu sehen und ist Ziel der konstant aber gemäßigt ansteigenden Straße, die sich in Windungen den Berghang von Westen her hinaufzieht. An bewirtschafteten Feldern und Weiden vorbei, ist es hier romantisch und ruhig; die wenig befahrene L128 führt uns aus dem geschäftigen Stadtalltag direkt mitten in den Schwarzwald.

Für Anfänger ein gut zu bewältigender Anstieg; für Fortgeschrittene eine optimale Trainingsrunde, die nicht allzu viel Zeit und Aufwand bedarf und alles bietet, was es für eine entschleunigende Sporteinheit braucht. Das absolute Highlight der Tour ist die 7km lange Panoramastraße von St. Märgen bis St. Peter, die wohl einen der besten Ausblicke auf Feldberg, Seebuck und Herzogenhorn bietet. Erst letztes Jahr saniert, fährt sich die leicht abfallende Straße fast geschmeidig unter den Rädern; auf der Abfahrt von St. Peter nach Buchenbach legen wir uns hingebungsvoll in jede Kurve und powern uns auf den letzten Kilometern in der Ebene von Stegen nach Freiburg noch einmal aus. Rundum perfekt!

Kategorie: mittelschwer; Dauer: etwa 120 bis 150 Minuten; Strecke: 53 Kilometer; Höhenmeter: 660

2.) Über das Geiersnest zur Eduardshöhe - für spontane Bergjäger

Die Geiersnest-Runde über die Eduardshöhe auf 892 Metern lässt sich als zusammengekürzte Langstreckentour betrachten. Alles auf den Punkt gebracht – wunderschöne Aussichten, steile Anstiege, perfekte Straßenverhältnisse und eine kurvenreiche Abfahrt; und das auf nur 30 Kilometern. Zwischen der Bergkette des Schauinslandes im Westen und dem Gießhübel im Süden, steht die Tour bezüglich Anstrengung und Erlebnis längeren Ausfahrten in nichts nach – im Gegenteil, kaum befahren und idyllisch gelegen bietet die Strecke von Merzhausen über St. Ullrich hoch zum Geiersnest die seltene Gelegenheit, ganz für sich alleine zu fahren. Kurvenreich geht es durch Wald und an Feldern vorbei den Südhang hinauf bis zu der angezeigten Abzweigung Richtung Kaltwasser – ab hier wird es steil. Auf den letzten Kilometern machen wir gut 140 Höhenmeter und zeigen noch einmal vollen Einsatz, um uns nach der letzten erkämpften Kurve dem 1284m hohen Schauinsland auf der anderen Talseite gegenüber zu sehen.

Über Horben und Langackern fahren wir mit beeindruckendem Blick über das Bohrer-Tal wieder bergab; steil und kurvenreich führt uns die Strecke über traumhafte Panoramastraßen und durch dichten Wald bis zur Talstation der Schauinslandbahn nach Günterstal. Von dort geht es über die Schauinslandstraße wieder zurück in die Freiburger Innenstadt.

Kategorie: mittelschwer; Dauer: etwa 90 Minuten; Strecke: 30 Kilometer; Höhenmeter: 666

3.) Die Königsstrecke im Südschwarzwald – der Kandel

Der Hausberg von Waldkirch ist mit seinen 1241 Metern eine der höchsten Erhebungen im mittleren Schwarzwald – und wird unter südbadener Rennradfahrern als der härteste Anstieg gehandelt.
Mit bis zu 14 Prozent Steigung auf der schmalen Asphaltstraße, die sich in Serpentinen den Westhang des Kandels hinauf windet (und aufgrund schlechter Beschaffenheit wohlgemerkt nur für die Auffahrt dient), verlangt diese Strecke selbst ambitionierten Rennradfahrern einiges an Kondition und Kraftausdauer ab. Im kleinsten Gang kämpfen wir uns hinauf, selbst im Wiegetritt sind manche der Haarnadelkurven nur mit vollem Körpereinsatz zu bewältigen. Gut 900 Höhenmeter auf 11 Kilometern. Die Strecke von Freiburg nach Waldkirch dient vorher als Warm-Up.

Wer es nach gut einer Stunde vom Waldparkplatz in Waldkirch bis ganz nach oben geschafft hat, darf sich hier eine wohlverdiente Pause mit belohnendem Ausblick über das Elztal, Glottertal und das Simonswälder Tal gönnen. An sonnigen Tagen starten hier Paraglider ihren Flug in die Tiefe. Auch für uns geht es wieder bergab – die schönste Route führt über 11 Kilometern zu der kleinen Gemeinde St. Peter, auf 730 Metern Höhe gelegen. Die Abfahrt über das Glottertal ist ein wahrer Traum – technisch einfach und landschaftlich reizvoll laufen die Räder wie von selbst; auf dem letzten Stück der Strecke von Gundelfingen nach Freiburg kann sich jeder, der noch Energie hat, ein letztes Mal verausgaben, um dann entspannt über Wildtal und Zähringen Richtung Innenstadt zurück zu rollen.

Kategorie: schwer; Dauer: etwa 180 bis 210 Minuten; Strecke: 58 Kilometer; Höhenmeter: 1112

4.) Kaiserstuhl – abwechslungsreich durch die Weinberge

Zwischen Schwarzwald und Vogesen steigen die ersten Rennradfahrer bereits Anfang des Jahres wieder auf die Räder – der Kaiserstuhl gilt als eine der wärmsten Regionen Deutschlands und ist ein Paradies für Outdoorsportler. Wie ein Netz legen sich Radwanderwege und Rennradstrecken über Totenkopf, Eichelspitze und Katharinenberg – gemäßigte Berganstiege wie Vogelsang- oder Texaspass bieten ambitionierten Fahrern traumhafte Aussichten über die Weinbergterrassen.
Auf einer flachen Tour mit abwechslungsreichen Passagen umrunden wir den Kaiserstuhl auf gut 75 Kilometern; geeignet für Anfänger wie auch Fortgeschrittene.

Wir verlassen Freiburg auf dem Dreisamradweg Richtung Umkirch und folgen der ausgezeichneten Beschilderung über Endingen nach Vogtsburg, wo schon mehr als die Hälfte der Tour hinter uns liegt. Auf einsamen Nebenstraßen fahren wir zwischen Weinreben entlang – meist flach und gut ausgebaut ist die Strecke kurzweilig und durchläuft zudem einige reizvolle Ortschaften, die Gelegenheit zur Pause bieten. Wer mit Freunden oder der Familie unterwegs ist, kann die Rennradtour auch als gemütlichen Sonntagsausflug gestalten – genauso eignen sich die guten Straßenverhältnisse für Trainingsfahrten und hohe Geschwindigkeiten bei schönster Landschaft.

Nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt, fahren wir parallel zum Rhein nach Breisach, der letzten größeren Stadt unserer Runde. Von hier geht es abwechselnd durch Felder und an der Bundesstraße entlang wieder nach Freiburg zurück.

Kategorie: leicht; Dauer: etwa 135 bis 160 Minuten; Strecke: 75 Kilometer; Höhenmeter: 292

5.) Trainieren für den "Schauinslandkönig"

Bei der Fahrt auf Freiburgs höchsten Hausberg gilt eigentlich nur eins – den ersten Kilometer der Bergfahrt überstehen! Tatsächlich gehört der Schauinsland trotz seiner beachtlichen 1284 Metern Höhe zu den leichter bewältigbaren Bergen der Region – nach der letzten Kurve des anfangs mit bis zu 14 Prozent kräftezehrenden Anstiegs geht es konstant aber gemäßigt bergauf. Wer seinen Tritt und Rhythmus gefunden hat, kann die unglaubliche Aussicht bis hinüber zu den Vogesen bereits von der asphaltierten Straße aus genießen, die breit ausgebaut in Windungen und Serpentinen über den Nordhang 773 Höhenmeter überwindet.

Wir fahren auf der L124 von der Stadtmitte Richtung Talstation der Schauinslandbahn nach Günterstal und legen auf diesem Weg bereits 7,5 Kilometer zurück. Die eigentliche Bergfahrt, die ausgeschildert ein kurzes Stück nach Ortsende linker Hand beginnt, beläuft sich auf 12 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 12 Prozent.

Überraschend schnell kommen wir am Parkplatz der Bergstation an; die Strecke ist kurzweilig und wunderschön zu fahren! Jeder Tempojäger wird mit dem Schauinsland die perfekte Strecke für sich gefunden haben – oben angekommen, fahren wir eine Schlaufe über den Stohren und treffen nach einem kurzen Stück durch den Wald wieder auf die L124; von hier aus geht es abwechslungsreich in ausladenden und engen Kurven rund 8 Kilometer nur bergab.

Über Günterstal fahren wir auf demselben Weg wieder nach Freiburg und sind nach noch nicht einmal drei Stunden von einer erstklassigen Bergtour zurück!

Kategorie: mittelschwer; Dauer: etwa 110 bis 130 Minuten; Strecke: 38 Kilometer; Höhenmeter: 951

Mehr zum Thema: