Die Freiburgerin Lisa Banholzer bringt internationale Modestars zusammen - beim Blogger Bazaar

Marius Notter

Bonnie Strange, Masha Sedgwick und Loveley Pepa sind Stars: im Internet. Sie alle sind Modebloggerinnen - und verdammt erfolgreich. Ausgerechnet eine junge Freiburgerin führt die Stars nun zusammen und stellt sie ihren abtertausenden Fans vor - beim Blogger Bazaar:



Bonnie Strange trägt einen pinkfarbenen Bikini. Das 28-jährige It-Girl räkelt sich im türkisblauen Meerwasser vor Ibiza, blickt verführerisch in die Kamera und taucht unter. Dann spritzt sie etwas Wasser in die Luft, öffnet die Lippen zu einem verführerischen Lächeln und schlägt die Augen auf. Neben Bonnie räkeln sich noch acht weitere Models und Starlets. Gemeinsam posen sie für die Kamera, verbiegen sich am Pool einer Villa auf Yoga-Matten, und trinken bunte Gemüsesäfte.

Zwischen den Bildern in Slow-Motion und mit Gegenlicht-Optik gibt es Close-Ups auf den Beachball mit dem Logo eines großen Internet-Versandhauses, auch das Emblem am Kühler eines Kleinwagens und das Label einer Vodka-Flasche werden in Nahaufnahme gezeigt. Denn die attraktiven Mädchen machen keinen Freundinnen-Urlaub auf der Balearen-Insel. Die Veranstaltung mit dem Hashtag #bloggerbazaaribiza ist ein Marketing-Event, das alle Beteiligten auf Facebook, Twitter, Instagram und in ihren eigenen Blogs verwerten.

Zusammengebracht hat die jungen Frauen die Elztälerin Lisa Banholzer. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Tanja Trutschnig und Lena Lademann hat die 25-Jährige aus Gutach ein Ziel: Modebloggerinnen zu vernetzen – und zu vermarkten.



Der Trend "Modebloggen" ist mitten im Mainstream angekommen – und hat sich als Teil des Modejournalismus etabliert. Dank Facebook, Twitter und Instagram sind die Fashion-Mädchen (und Jungs) aus dem Internet die Stars der Modebewussten. Denn besonders junge Leserinnen wollen den persönlichen Blick auf Mode, Trends und Stil. Als Folge werden Modebloggerinnen zu internationalen Modenschauen geladen und ihre Fotos in Modezeitschriften abgedruckt.

Und die Stars der Szene kann man beim Blogger Bazaar hautnah erleben. Auf der Veranstaltung von Banholzer und Kolleginnen verkaufen die eingeladenen Bloggerinnen Klamotten, die sie nicht mehr wollen. Außerdem bieten Trendmarken ihre Waren an, dazu liefert ein DJ loungige Musik. Und das kommt an: Zum ersten Blogger Bazaar in München kamen mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher ins "Stylight-Headquarter". "Danach wollten wir natürlich weitermachen", sagt Lisa Banholzer, die in München Kommunikationswissenschaften und BWL studiert hat.

Im ersten Jahr ihres Trend-Start-Ups haben die drei jungen Frauen Blogger-Events in diversen deutschen Großstädten veranstaltet – und auf die jeweilige Stadt konfektioniert. In München ist der Blogger Bazaar etwas glatter, teurer und weißer; in Berlin, der Haupstadt der Hipster, ist die Veranstaltung dagegen billiger, bunter und "rougher" konzipiert. In Hamburg fand der Bazaar in einer Halle der Hafen-City, in Berlin im einem Stadion statt. Auf Ibiza ging es vor allem um die Bloggervernetzung. Zur Zeit planen die drei Frauen die erste Veranstaltung in Düsseldorf.


Lisa Banholzer

Der Erfolg des Konzepts? "Das Event schafft eine Win-win-win-Situation", sagt Lisa Banholzer. "Für Blogger, deren Fans, die beteiligten Marken." Viele Firmen wüssten immer noch nicht, wie man mit Bloggern richtig zusammenarbeitet, seien aber an deren großer Reichweite im Netz interessiert. Auf Lisas Veranstaltungen haben deshalb Firmen wie Samsung und Marc Cain Stände und füllen die Goodie-Bags der Besucherinnen mit Geschenken. Zudem haben die erfolgreichen Blogger-Events die drei Startup-Girls zu begehrten Gastgeberinnen von Veranstaltungen für Mode-Lables gemacht. Und erste Bloggerinnen vertreten sie auch schon als PR-Managerinnen.

Und auch sonst lohnt sich der Job. Anfang September war Lisa Banholzer bei der New York Fashion Week und besuchte unter anderem eine Show von Tommy Hilfiger. Große Modelabels statten sie dabei aus – Schuhe und Accessoires inklusive. Die Freude an der Mode hat Lisa dabei noch lange nicht verloren. "Mode ist wie ein Spiel: Menschen nehmen dich so wahr, wie du dich anziehst", sagt sie. "Auch Multifunktionsjacken haben zum Beispiel eine modische Aussage: Funktionalität." Dass manche Leute dem Modebloggerbusiness wenig abgewinnen können, macht ihr nichts aus. "Ich verurteile niemanden, der sich nicht für Mode interessiert. Ich interessiere mich auch nicht für bestimmte Dinge, die andere vielleicht begeistern."

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Fotos: Blogger Bazaar

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