Pop

Die Freiburger Musikerin FoFo hat in der Krise ihre erste EP aufgenommen

Gina Kutkat

Endlich Zeit, an ihrem Soloprojekt zu arbeiten: Das hatte die studierte Musikerin Florine Puluj in der Corona-Krise. Als Pop-Sängerin "Fofo" veröffentlichte sie jetzt ihre erste Single, im Sommer folgt die EP.

Am Anfang gab es zwei Worte. "Zu dir". Daraus entwickelten sich dann weitere Sätze und Formen. "Komm’, lass’ ans Meer" oder "Damals als ich dachte, alles bleibt so". Bis dann am Ende ein ganzer Text auf dem Blatt vor Florine Puluj stand. In diesem Fall ist es der Text zu ihrer ersten Pop-Single "Zu dir", die sie mitten in der Corona-Krise schrieb und am 7. Mai veröffentlichte.


"Ich möchte, dass meine Stimme bekannt wird." Florine Puluj

"Ich hatte plötzlich Bock, deutsche Songs zu schreiben und auch was Eigenes zu veröffentlichen", sagt die 26-jährige studierte Musikerin aus Freiburg. Schon seit zwei Jahren spielt die Sängerin mit dem Gedanken, deutsche Musik aufzunehmen. "Aber ich finde es sehr schwierig, auf Deutsch zu texten. Ich musste da erst meinen Platz finden."

Atmosphärisch mit Beat

Die Auszeit während der Pandemie hat ihr dann die Möglichkeit dazu gegeben: An fünf Songs hat sie gearbeitet, zwei sind bereits komplett fertig gemixt und produziert. Unterstützung bekam sie dabei von dem befreundeten Musiker Stefan Erschig, auch bekannt als Posaunist der Band Fatcat. "Zu dir" ist komplett am Computer entstanden, ein atmosphärischer Song mit einem kräftigen Beat. "Ich würde ihn in der Deutsch-Pop-Ecke einordnen", sagt Florine. "Aber in der nicht-mainstreamigen."

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Ihr Soloprojekt läuft unter dem Künstlernamen "Fofo" – ein Spitzname, den ihre kleine Schwester ihr gab. "Ich stehe komplett alleine hinter allem, auch finanziell", sagt Florine. Die Debütsingle "Zu dir" ist seit Mai auf den unterschiedlichsten Musikplattformen zu hören. Der nächste Song "Echo Hallo" soll in den kommenden Wochen erscheinen.

Florine Puluj kommt ursprünglich aus München, studierte Jazzgesang am Newpark Music Centre in Dublin und wechselte nach einem Jahr an die Partnerschule nach Freiburg. An der Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik machte sie ihren Abschluss in Populärer Musik, seitdem ist sie als Gesangslehrerin in Freiburg und Basel tätig. Durch die HkdM fand sie auch ihre Bandkollegen, mit denen sie die Jazzband "Triaz" gründete. Zu normalen Zeiten tourt sie mit ihnen als Sängerin durch Deutschland.

Der Weg zur Sängerin

"Ich habe meine Mama früher immer mit meinem Singen genervt", erzählt Florine. "Bis sie mich mit 15 in den Gesangsunterricht steckte." Da spielte Florine schon seit fast zehn Jahren Geige, denn den Eltern war es wichtig, dass alle vier Kinder ein Instrument lernen. Doch der Gesang ist Florines große Liebe, durch ihren Vater hört sie viel jazzige Musik von Jamie Cullum oder Norah Jones; auch Alicia Keys, Melody Garcot und Ella Fitzgerald sind Vorbilder.
Spotify: Fofo

"Ich musste das Singen lernen", sagt Florine. "Ich bin nicht mit einer großen Stimme geboren". Sie übt den Gesang wie ein Instrument, macht dann während ihrer Zeit in Irland viel Musik und landet schließlich in Freiburg. Während sie für ihre Band Triaz Musik auf Englisch schreibt, reift in ihrem Kopf die Idee, eigene Songs auf Deutsch zu schreiben. "Die Arbeit alleine ist komplett anders als mit Band", sagt Florine. "Bevor ich die Musik anderen zeige, muss ich mich damit wohlfühlen."

Florines Texte sind wenig autobiografisch, sondern sollen eher jedem und jeder die Chance geben, sie für sich zu interpretieren. "’Zu dir’ erinnert beispielsweise an einen Moment, an dem alles noch gut war, an dem man festhalten möchte", sagt sie.

Wie geht’s jetzt weiter?

Obwohl sie sich nicht als Perfektionistin sieht, steckt in Florine viel Ehrgeiz. "Fofo ist kein Spaßprojekt für mich", sagt die Sängerin. "Ich möchte, dass meine Stimme bekannt wird." In den kommenden Wochen möchte sie ein Video zu "Zu dir" drehen, die zweite Single und dann im Sommer die EP veröffentlichen.
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