Rüstungsexport

Die Freiburger Friedenswoche gibt’s dieses Jahr nur online

Martha Martin-Humpert

Die Freiburger Friedenswochen finden dieses Jahr unter dem Titel "Arms Trade - a silent pandemic" statt und informieren in ihren Online-Veranstaltungen über die internationalen Verstrickungen des globalen Waffenhandels.

Gerade kämpfen wir als Gesellschaft alle gemeinsam gegen Corona. Manchmal verliert man dabei aus dem Blick, dass anderswo nicht nur Konflikte um Viren und Deutungshoheiten, sondern tatsächliche gewaltsame und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Staaten, verschiedenen Ethnien und Religionen oder anderen Parteien ausgetragen werden.


Ach, alles weit weg, denkt man vielleicht, bis man sich erinnert, dass Kampfhandlungen in der Ukraine nur ein paar Flugstunden entfernt auf europäischem Boden stattfinden oder sich vor Augen führt, dass die deutsche Rüstungsindustrie 2019 einen Umsatz von über 8 Milliarden Euro gemacht hat macht. Davon ganze 1,1 Milliarden an Exporten, was eine Steigerung um satte 40 Prozent bedeutet. Das knallt rein, im wahrsten Sinne des Wortes.

Aufklärung über Waffenexporte Deutschlands

Das Freiburger Friedensforum und das Rüstungsinformationsbüro haben es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht, im Rahmen der Freiburger Friedenswochen unter dem Schwerpunkt "Arms Trade - a silent pandemic" über die Waffenexporte Deutschlands aufzuklären. Immerhin hat die BRD als viertgrößter Waffenexporteur der Welt an vielen Orten indirekt seine Finger im Spiel, wenn mit deutschen Waffen Kriegsakte begangen werden.

Die Veranstaltung gibt es schon seit 25 Jahren, dieses Jahr findet sie das erste mal online statt. "Die Referenten werden gemeinsam mit anderen NGOs aus dem Friedens- und Menschenrechtsspektrum ausgewählt und jährlich auf das Thema angepasst. Dieses Jahr haben wir dafür auch eng mit dem International Peace Bureau (IPB) zusammen gearbeitet eine Friedens Organisation, die es schon seit 1891 gibt. Vom IPB hält auch der ehemalige Weltgewerkschaftsvorsitzende Philip Jennings, der jetzt Co-Präsident des Internationalen Peace Bureau ist, einen Vortrag." Beobachtet werden die teils verschlungenen Wege, die Waffen nehmen, um von ihren Produzenten an ihren Zielort zu kommen. Oder dann doch noch ganz woanders zu landen.

War da nicht irgendwas mit verloren gegangener Munition bei der Bundeswehr? In der momentanen Situation sieht das Rüstungsinformationsbüro auch Chancen für die Zukunft: "Wir haben in der Pandemie Licht und Schatten gesehen. Während zunächst in der ersten Pandemie-Welle jedes Land selbst versucht hat, das Problem selbst zu lösen, eben durch Abschottung etc... und damit wenig Erfolg hatte, zeigen die nun getroffene Überlegung, wie die Beschaffung von Impfstoffen als europäische Union zu organisieren, das multilaterale Zusammenarbeit unersetzlich ist - insbesondere in Zeiten der Not." Gemeinsame Lösungen auf europäischer Ebene können also ein Rezept nicht nur bei der Bekämpfung von Viren, sondern auch von vielen anderen Problemen sein.
Wer mehr erfahren möchte, kann sich für die kommenden Veranstaltungen anmelden:

Am Dienstag, den 17.November, der Vortrag "100 Sekunden bis Mitternacht" und Q&A mit Philipp Jennings 19 Uhr

Am Mittwoch, den 18. November, der Vortrag "Globale Kampagne zu Militärausgaben – Was wirklich zählt" und Q&A mit Jordi Calvo Rufanges 19 Uhr

Anmelden kann man sich per E-Mail an friedenswoche@rib-ev.de mit dem Namen der Referent*innen.