Interview

Die Fachschaft Zahnmedizin sucht Patienten für Unikurse

Anika Maldacker

Die Pandemie wirkt sich auch auf das Zahnmedizin-Studium aus. Damit Studierende genügend Praxis bekommen, sind sie auf Patienten angewiesen. Seit der Pandemie hat die Bereitschaft aber nachgelassen. Wir haben mit Studierenden gesprochen.

Die Pandemie wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf das Studium aus. In der Zahnmedizin fehlen aktuell Patientinnen und Patienten. Wieso?

Dilara Arslan: Auch an uns, den Studierenden der Zahnmedizin, ist der Lockdown nicht spurlos vorbei gegangen. Seit Beginn der Pandemie ist die Zahl an Patienten für die Studierendenkurse der Zahnmedizin zurückgegangen. Im ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres war der Praxisbetrieb kurzweilig komplett eingestellt. Dank ausgeklügelten Hygienekonzepts, FFP2-Masken und vielen weiteren Vorkehrungen wurden die Behandlungen in den Studierendenkursen aber bereits im Sommersemester 2020 wieder aufgenommen. Aktuell möchten die Zahnmedizinstudierenden in Freiburg daher die Patienten wieder dazu ermutigen zurück an die Universitätskliniken zu kommen.

Martin Henle: Es gibt natürlich viele Patientinnen und Patienten, die zur Risikogruppe zählen und die sich weiter vorsichtig verhalten. Allerdings ist bisher keine Infektion auf die Behandlung im Studierendenkurs zurückzuführen. Was zeigt, dass unser Hygienekonzept funktioniert und konsequent von allen Studierenden umgesetzt wird. Zahnhygiene und -gesundheit ist sehr wichtig. Verschiedene Erkrankungen der Mundhöhle können sich auch negativ auf die Allgemeingesundheit auswirken.
Zur Person:
Dilara Arslan, 25, und Martin Henle, 23, sind Teil der Arbeitsgruppe Patientenakquise der Fachschaft Zahnmedizin Freiburg an der Uni Freiburg. Beide studieren Zahnmedizin an der Universität Freiburg.

Wie läuft eine Behandlung bei der Zahnmedizin ab?

Martin Henle: Es gibt verschiedene Kurse, in denen der Fokus auf unterschiedlichen Behandlungen liegt. So werden in den prothetischen Kursen beispielsweise Kronen, Brücken oder Prothesen angefertigt und eingesetzt. Im Rahmen der Prävention werden auch professionelle Zahnreinigungen durchgeführt. Die Behandlung an der Zahnklinik sind kostengünstiger als bei niedergelassenen Zahnärzten, so sind Interimsprothesen im Studierendenkurs beispielsweise kostenfrei. Außerdem können zukünftig Einzelzahnimplantate in einer zahnbegrenzten Lücke zum gleichen Preis angeboten werden wie eine Brücke, für die man wiederum gesunde Nachbarzähne beschleifen müsste. Insgesamt müssen die Patienten für die Behandlung im Studierendenkurs etwas mehr Zeit mitbringen.

Dilara Arslan: Die Behandlung erfolgt allerdings auf höchstem, medizinischem Niveau und nach dem neusten Stand der Wissenschaft. Die Studierenden werden von Assistenzärzten und Oberärztinnen, beziehungsweise Kursleiterinnen betreut. Anstelle von zwei Augen, schauen also sechs Augen auf die Behandlung. Jeder Schritt wird begleitet und es wird sichergestellt, dass jede Behandlungsmaßnahme korrekt und sorgfältig durchgeführt wird. Eine studentische Behandlung dauert daher eben etwas länger, entspricht dafür aber einem überdurchschnittlich hohen Standard.

Wer kann sich von den Studierenden der Zahnmedizin behandeln lassen?

Martin Henle: Im Grunde jeder. Eine große Bandbreite an Patienten ist gut für die Lehre. Die Studierenden sollen möglichst viel lernen, von der Behandlung einer Karies, dem Legen einer Füllung bis hin zur Planung und Versorgung eines Implantates. Das Legen von Füllungen ist in diesem Rahmen für Patienten zuzahlungsfrei. Der Behandlungszeitraum erstreckt sich erstmal über ein Semester, kann bei Bedarf aber verlängert werden, wenn das gewünscht wird.
Dilara Arslan: Aber natürlich werden auch Patienten behandelt, die keine Prothese benötigen und beispielsweise zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung kommen wollen. Für die Studierenden ist es ja auch wichtig, zu lernen, wie man einen Befund erhebt. Für unsere Ausbildung ist die Behandlung am Patienten essentiell. Patientinnen und Patienten, die sich im Studierendenkurs behandeln lassen, leisten einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung der zukünftigen Zahnärztinnen und Zahnärzte.
Info:

Die Fachschaft Zahnmedizin der Uni Freiburg sucht stets Patientinnen und Patienten für die Studentenbehandlung. Wer Interesse hat, kann sich bei der Klinik für Zahnärztliche Prothetik (0761/270 49470) oder der Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie (0761/270 48850) melden.

Infos: Fachschaft Zahnmedizin Freiburg