Verkehr

Die ersten Straßenbahnen rollen bis zur Freiburger Messe – aber nur für Lehrfilme

Jens Kitzler

Testweise fahren derzeit Trams bis zur Endhaltestelle der Linie 4 an der Freiburger Messe. Passagiere dürfen aber erst beim Fahrplanwechsel am 13. Dezember mitfahren – statt wie geplant im Oktober.

Am Dienstagmorgen rollten Züge über den letzten unvollendeten Bauabschnitt der Messelinie, weil die VAG dort Videoaufnahmen macht. Mit denen sollen bald die Fahrer geschult werden, damit sie über die Eigenheiten der letzten noch nicht freigegebenen 970 Meter Strecke zwischen der bisherigen Endhaltestelle "Technische Fakultät" und der neuen am Messegelände Bescheid wissen.


Laut VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt ist das letzte Teilprojekt der Messelinie mit 17,6 Millionen Euro im Kostenrahmen geblieben. Mit der anvisierten Zeit hat es nicht ganz geklappt, ursprünglich hätte die Eröffnung im Oktober stattfinden sollen, jetzt wird es Dezember. "Die Verzögerungen waren coronabedingt", sagt Hildebrandt, "durch Quarantäneregelungen bei beauftragten Unternehmen, beispielsweise aus Tschechien." Ebenfalls coronabedingt wird sich die Freiburger Verkehrs-AG eine festliche Einweihung des letzten Kilometers sparen – schlicht mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird die neue Strecke befahrbar sein.

"Die Verzögerungen waren coronabedingt" VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt
Im April 2019 hatten die Bauarbeiten für den finalen Abschnitt der Messelinie begonnen. Für die VAG war es ein aufwändig herzustellender letzter Kilometer. An der Messe liegen zwei Weichen, eine Gleiskreuzung und eine Wendeschleife im Boden, daneben finden sich ein Technikgebäude und Aufenthaltsräume für die Fahrerinnen und Fahrer. Die Stadionhaltestelle wiederum ist gleich mit zehn Weichen ausgerüstet. Sie dienen dazu, dass mehrere Fahrzeuge aus beiden Richtungen dort auf das stadionseitige Gleis umsetzen können, von wo aus die Fußballfans dann in Richtung Spielstätte hinausgelassen werden.

Für die Bedarfshaltestelle ist vorerst noch kein Bedarf

"Die Situation dort ist sehr komplex", sagt Sprecher Hildebrandt. Aus einem kleinen Häuschen heraus werden deshalb VAG-Mitarbeiter den Betrieb überwachen. Wenn ein SC-Spiel stattfindet – ansonsten rauscht die Stadtbahn an der komplexen Bedarfshaltestelle vorbei. In diesem Jahr wird also niemand mehr an der Haltestelle "Stadion" aussteigen; frühestens ab der Rückrunde wird der SC Freiburg Spiele im neuen Stadion austragen, und ob das pandemiebedingt wirklich klappt, weiß beim Verein noch niemand. Auch der Zeitpunkt, an dem der Verein selbst mit seinen Betriebs- und Verwaltungsräumen in die neue Arena umzieht, sei weiterhin offen, heißt es auf Anfrage beim Sportclub.

Derweil meldet die VAG auch Fortschritte bei den Vorbereitungen zum Bau der Stadtbahn durch die Waldkircher Straße. Dort sei die Neuordungen der Versorgungsleitungen abgeschlossen, zudem habe der Neubau der Roßgäßlebrücke wie geplant im September begonnen. Von kommenden Dienstag an sollen nun Bäume gefällt werden: Von 127 Bäumen im Plangebiet müssten 62 den Gleisen und Weichen weichen, 60 davon sollen neu gepflanzt werden.

"Da diese beidseits der Waldkircher Straße angeordnet sein werden, bekommt die Straße Alleecharakter", schreibt die Verkehrs-AG. Während der Baumfällarbeiten könne es immer wieder zu kurzzeitigen Verkehrsbinderungen kommen, längerfristige Einschränkungen seien dagegen nicht zu erwarten, heißt es in der Mitteilung.