Umsonst und draußen

Die Bilanz zu "Freiburg stimmt ein" fällt positiv aus

Simone Höhl

Trotz Corona-Auflagen und Warteschlangen: Die Macher von "Freiburg stimmt ein" ziehen am Tag nach dem ersten großen Freiburger Festival seit dem Lockdown eine positive Bilanz.

"Es war sehr entspannt und sehr vernünftig", sagte Stefan Sinn vom veranstaltenden Verein "Kultur leben".
66 Konzerte standen am Sonntag auf dem Programm – umsonst und draußen. Das Festival fand auf acht Plätzen im Stadtgebiet und unter Corona-Auflagen statt, so gab es abgesperrte Bereiche für die begrenzte Zahl der Besucher, Maskenpflicht und Mindestabstand.


Bei Nichteinhaltung hätte Abbruch gedroht. Das war kein Thema: Er habe ab und an zu dicht stehende Menschen außerhalb der Absperrung angesprochen, so Sinn. Doch sonst sei alles gut über die Bühne gegangen.

Der Zulauf zum Festival berührte ihn: "Die Menschen haben große Lust gezeigt, Gemeinsamkeit zu erfahren." Am Kanonenplatz hätten sich fast 100 Meter lange Warteschlangen vor dem Einlass gebildet, die Gäste warteten "mit unendlicher Geduld". Auch Musiker äußerten sich positiv. Freddy Höhn: "Es ist für mich eine wichtigere Veranstaltung als jedes kommerzielle Messeevent oder das ZMF."

Musiker und Engagierte organisieren das Mitmach-Festival weitgehend selbst. Zum ersten Mal brachten sie auch Herderns Musikerviertel zum Klingen und führten in Straßen, die nach Komponisten benannt sind, deren Stücke auf. Dabei seien gutbürgerliche Menschen gemütlich mit Unwägbarkeiten umgegangen, fand Sinn: Der Transport von vier Klavieren zwischen 16 Spielorten klappte nicht reibungslos, weil Helfer ausgefallen waren. Es habe zudem kurzfristig Absagen von Unterstützern gegeben, weil sie Kontakt zu potenziellen Coronavirus-Trägern hatten.



Wie viele Besucherinnen und Besucher "Freiburg stimmt ein" hatte, wurde nicht erfasst. Es sei absolut gut und ausreichend gewesen, sagte der Vereinsvorsitzende und meinte wegen der Pandemie: "Ich hätte nicht mehr haben wollen."