Konzert

Die Band "Momo und die grauen Herren" feiert Release-Party im Waldsee

Aaron Hohberger

"Nu Funk in Town" heißt das erste Album der Band "Momo und die grauen Herren". Am Samstag wird im Waldsee die Release-Party gefeiert. Eines ist dabei besonders: Bezahlen lässt sich die Band mit einer Spendenbescheinigung des Veranstalters.

Sie haben bereits auf dem ZMF gespielt, bei Freiburg Stimmt ein, beim Mensasommerfest und auf mehreren WG-Partys. Jetzt haben die Musiker von "Momo und die grauen Herren" ihr erstes Album "Nu Funk in Town" aufgenommen. Das soll am Samstag im Waldsee ordentlich gefeiert werden. Als Support spielt Nikedo.


Wie entstehen eure Lieder?

Silvia Kaiser (Gesang): Die meisten Songs stammen aus der Feder von Benedikt (Bass). Er komponiert die Stücke oft daheim und wir lassen sie dann im Proberaum zum Leben erwecken. Aber auch Armin (Sax) und Domi (Keys) tragen immer wieder zu den Kompositionen bei. Sei es als mitwirkende oder als Ideengeber.
Dominikus Weiger (Keys): Es gibt aber auch Songs wie "That’s what it is", die im Proberaum beim Jammen entstanden sind. Das Schöne ist, dass keine Komposition so bleiben muss wie sie ursprünglich war. Jeder von uns bringt dann nochmal seine eigenen Ideen und seinen eigenen Drive rein.

Wie kam es zur Release Party?

Benedikt Weiger (Bass): Anfang letzten Jahres hatten wir dank unermüdlichen Komponierens wieder viele neue Songs. Also haben wir angefangen, Aufnahmen davon zu machen. Schnell war klar: Das wird unsere erste Platte! Naja und das muss eben auch gebührend gefeiert werden.
Dominikus Weiger (Keys): Schöne Aufnahmen hin oder her, unser Herz schlägt nun mal für die Bühne und genau dort wollen wir auch unser neues Album zelebrieren.

"Freiburg ist für uns kein billiges, buntes Plastik, sondern eher ein schönes, solides, ehrliches Stück Holz." Fabian Müller

Wieso der Name "Nu Funk in Town" für das neue Album?

Flori: "Nu Funk in Town" ist zugleich auch der Name unserer Single, die auch auf dem Album zu hören ist. Im Grunde genommen ist es eine Ansage nach dem Motto "Hey hier gibt es feinsten neuen Funk & Soul in Freiburg". Es ist unser Debütalbum und da dachten wir, das passt doch gut zusammen.

Wieso überhaupt Funk?

Florian Lippus (Guitarre): Weil man beim Funk das Tanzbein schwingen kann, weil Funk vor allem auf der Bühne lebt. Beispielsweise in einer Combo wie wir sie haben mit drei Bläsern. Das fetzt einfach. Da kommt die Energie direkt ins Publikum und niemand kann mehr ruhig stehen bleiben.



Wie seid ihr eigentlich auf euren Namen gekommen?

Florian Schindler (Tenor-Sax): Momo war der Spitzname unserer allerersten Sängerin, Anna. Sie, Flo (Git) und ich (Sax) haben uns vor fast zehn Jahren im White Rabbit bei der Open Stage kennengelernt. Obwohl Anna schon seit 2014 nicht mehr aktiv zur Band gehört, ist der Bandname Momo geblieben. Nicht zuletzt, weil unsere Fans uns darin bestärkt haben, dass wir immer die "Momos" waren und auch bleiben sollten.

Benedikt Weiger (Bass): Es ist gleichzeitig auch Ausdruck unserer Dankbarkeit an alle nicht mehr aktiven Ehrenmitglieder der Band. Bei uns verlässt niemand die Band. Man wird höchstens inaktiv. Wir können mit Stolz sagen, dass wir uns noch nie im Streit von jemandem getrennt haben. Es fühlte sich schon immer wie eine große, glückliche Familie an.

Michael Dannhorn (Schlagzeug):
Das ist der Momo-Spirit!

Wie ist es als Band in Freiburg?

Fabian Müller (Trompete): Freiburg hat einfach generell eine super Ausstrahlung. Das positive Lebensgefühl und eine besondere Nachhaltigkeit spiegeln sich auch in unseren Kompositionen wider. Freiburg ist für uns kein billiges, buntes Plastik, sondern eher ein schönes, solides, ehrliches Stück Holz. Unsere Musik hat dieselben Eigenschaften.

Wie seid ihr auf euer Konzept gekommen, die Einnahmen zu spenden? Und Warum?

Armin Weißer (Alt-Sax): Wir haben uns gedacht: Lasst uns Spaß haben und die Welt ein
bisschen besser machen. Meistens läuft es so ab, dass wir uns soziale Projekte heraussuchen an die die Veranstalter dann unsere Gage überweisen. Wir nehmen als "Bezahlung" nur noch eine Kopie der Spendenbescheinigung entgegen.

Michael Dannhorn (Schlagzeug): Wir machen das aus mehreren Gründen:Erstens feiern wir es, was gemeinnützige Organisationen für unsere Gesellschaft leisten. Diesen wunderbaren Menschen, die sich unermüdlich für das Gemeinwohl einsetzen, gebührt unser allergrößter Respekt und sie verdienen unsere uneingeschränkte Unterstützung. Musik hat schließlich auch diesen alles übergreifenden, verbindenden Charakter. Wir wollen, dass die gemeinnützige Arbeit und die Musik zwei starke Verbündete sind.

Fabian Müller (Trompete): Der zweite Grund für unser Spendenkonzept ist, dass wir voll auf Win-Win-Situationen stehen. Und wir haben hier streng genommen sogar eine Win-Win-Win-Win Situation geschaffen: Die Veranstalter haben einen Vorteil, da ihre Veranstaltung durch uns automatisch zu einem Charity-Event wird. Zudem können sie die Spende sogar noch von der Steuer absetzen. Die gemeinnützigen Organisationen erhalten Geld für ihre Projekte. Echte Menschen aus Fleisch und Blut profitieren davon. Wir als Band haben einen Vorteil, da unsere Musik durch das Konzept noch mehr Menschen erreicht. Unsere Fans erhalten auf unseren Live-Konzerten unsere ganze Leidenschaft, echte Gefühle und eine richtig gute Zeit.

Armin Weißer (Alt-Sax): Am Ende geht’s uns nicht ums Geld, sondern um die Musik und dieses überwältigende Gefühl, wenn wir auf der Bühne merken, dass da vorne ein Funke überspringt und eine echte Wertschätzung vom Publikum zurück kommt.


Silvia Kaiser (Gesang): Gleichzeitig wehren wir uns als Band aber auch entschieden gegen den verheerenden Trend, dass regionale Live-Musik fast schon selbstverständlich ohne Gage beziehungsweise ohne Eintritt erwartet wird. Wir halten es für angemessen eine Gage zu verlangen und wir wissen zugleich, dass gemeinnützige Projekte dieses Geld dringender benötigen als wir.
  • Was: Momo und die grauen Herren
  • Wann: Samstag, 7. März, 20 Uhr
  • Wo: Waldsee
  • Eintritt: 5 Euro