Die Atzen im Zäpfle-Club: Bingo Bongo!

Janos Ruf & Daniel Weber

Am Freitagabedn traten "Die Atzen" im Zäpfle Club in der Rothaus Arena auf. Es war ein, nun ja, spezieller Abend, der im Gedächntnis bleiben soll. Janos hat für euch Erinnerungen daran abgeknipst und Daniel hat sie abgetippt.

Ein halber Tag ist jetzt vergangen, seitdem ich aus einem Paralleluniversum zurückgekehrt bin in den Alltag. Ich hab nicht mal was dagegen, dass die Sonne gerade nicht scheint. Für die Augen ist der Wechsel von Neongelbgrünorange zu Blaugrau nämlich ein viel angenehmerer. Ich war tatsächlich auf einem Konzert der Atzen, kann jetzt also mitreden. Und soll jetzt drüber schreiben. Nur wie?

Lange habe ich drüber nachgedacht, kam aber zu keiner Entscheidung und wähle deshalb die Atzen-Variante: Nicht mehr lang nachdenken, einfach drauf los machen. „Wir machen nur, was uns gefällt / Bingo Bongo Partyzelt.“ So haben sie es gestern ja selbst krakeelt, die Atzen. Und so mache ich das jetzt einfach auch. In Schriftform. Und gleich mal vorweg, wem das nicht gefällt: „Schwarze Katze, / Schwarzer Peter / Pech gehabt.“ Und jetzt geht´s los.

Hey, was geht ab, ich schreibe gleich zum Anfang mal einen ganzen Satz: Frauenarzt und Manny Marc, besser bekannt als Die Atzen haben sich innerhalb der Jugendkultur Hip Hop ihre ganz eigene Jugendbewegung geschaffen. Im Publikum stehen und springen und schreien am Freitag vor allem die Mittel- und Oberstufen der örtlichen Schulen. Die Jugend trägt Atzeneon. Auch Knirpse und Knirpsinnen sind da, einer von ihnen steht irgendwann mitten auf der Bühne mit einem Mikro in der Hand, einem Zylinder auf dem Kopf, und fiept einen Refrain mit. Ein Mini-Atze.

Chef-Atze Frauenarzt ist davon natürlich begeistert, wie er überhaupt von allem begeistert ist. Er präsentiert mit weit aufgerissenem Mund fröhliche Grimassen, wie Jim Carrey zu seinen besten Zeiten, und lacht immer wieder laut ins Mikro. „Mega-Atzen-Geil“, findet das sein Kollege Manny Marc, der immer wieder in bester Jürgen Milski-Pose den Arm in die Luft reckt. „Bombe Bombe Geilomat.“

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streifen. Ob die Atzen das überhaupt tun, darüber kann man dann streiten. Ihnen wird es eh egal sein. Scheiß drauf auf die Dissers. Bevor es losgeht und der große Vorhang fällt, legt übrigens der Freiburger DJ Pornoladenerbe ein elektronisches Set auf. Sein Name ist an diesem Abend die einzige Erinnerung an vergangene musikalische Tage der Atzen. Frauenarzt wurde in der Hip Hop Szene einstmals durch seinen Pornorap bekannt. Seine Platten wurden indiziert, seine Konzerte verboten. So auch im Jazzhaus vor drei Jahren. Doch da war aus dem Porno-Rapper schon der Party-Atze geworden. Aus Porno-Rap wurde Mallorca-Tech. Einfachste Haus-Maus-Mitgröhltexte auf pumpende Techno-Beats. „Let´s Fetz / Alles Banane.“



Heute touren sie durch Deutschland und Mallorca, und verkaufen wohl noch mehr Merchandise als CDs. „Atzengeil“, „Wenig Text, viel Bass“, „Party Chaos“, „Mallorca Atze“, „Strobo Pop“, „Das geht ab“, „Disco Pogo“ oder auch „AZN MSK“ im RUN DMC-Stil. Alles gedruckt in den grellsten Farben auf (grelle) T-Shirts. Dazu neonfarbene Truckercaps mit dem Schriftzug „Atze!“ auf der unteren Seite des Schildes. Die Mütze sitzt dann mit steiler Flucht nach oben auf dem Kopf, so ist das gut zu lesen. Dazu gab es Sonnenbrillen und eine Atzen-Boxershorts war auch im Angebot am Merch-Stand. Verkaufsschlager war aber die neongelbe Atzen-(Sicherheits)-Weste für fünf Euro, vorne mit dem Atzen-Logo bedruckt, hinten mit „Alle Raven Jetzt.“

Und das wird dann auch gemacht. Der Vorhang fällt, ein riesiger Banner in Neon-Camouflage erscheint und die Atzen stehen mit leuchtender Lederjacke und dem Rücken zum Publikum gewandt davor. Als erster Song ertönt „Strobo Pop“, zu dem Nena den Refrain beigesteuert hat. Irgendwann springen an die 20 Leute mit ihnen auf der Bühne herum. Konfettikanonen ballern ins Publikum und aus der Wall Of Death wird die Atzenmauer gemacht. „Disco Pogo / Dingelingeling.“ Zwei Stunden lang setzt es harten Techno mit viel Bass, viel Höhen, wenig Text und wenig Tiefe.

Und jetzt, mehr als zwölf Stunden später, sitze ich hier und schließe mit dem Fa(t)zit. „Hasta La Atze / Alles klar.“

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