Zitterpartie in Osnabrück

Der SC Freiburg steht nach Elfmeter-Krimi im Pokal-Achtelfinale

René Kübler

Der SC Freiburg hat sich im DFB-Pokal-Zweitrundenspiel beim Drittligisten VfL Osnabrück mit 5:4 nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Es war eine Partie, in der es mehrfach eine Wende gab.

Christian Streich hatte gewarnt. Was der Freiburger Trainer ja gerne mal tut, wenn die Dinge gut laufen. Und seine Vorahnung bestätigte sich – zumindest was die personellen Alternativen anbelangt, die plötzlich nicht mehr so zahlreich waren wie zuletzt. Yannik Keitel (Corona-positiv trotz doppelter Impfung), Roland Sallai und Nils Petersen (beide Knieprobleme) hätten sich in Osnabrück gerne für eine Rückkehr in die Startelf empfohlen – konnten sie aber nicht.

Zumindest bekamen Keven Schlotterbeck, Ermedin Demirovic sowie Torhüter Benjamin Uphoff von Beginn an die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Und kurzfristig auch Janik Haberer, der für Nicolas Höfler ins Team rutschte, der nach dem Aufwärmen mit muskulären Problemen hatte passen müssen. Als dann Philipp Lienhart in der 26. Minute angeschlagen das Feld verlassen musste, war die Personalsituation der Gäste fast schon angespannt.

Vincenzo Grifo trifft zum 1:0

Die, die übrig blieben, hatten trotzdem genug Qualität, um den Drittligisten fußballerisch zu dominieren. Christian Günter (7.) und Lucas Höler (22.) hatten die ersten guten Chancen, verpassten aber den Führungstreffer. Als VfL-Torhüter Philipp Kühn dann einen Ausflug wagte, um Höler zu attackieren, nutzte Vincenzo Grifo die Möglichkeit, und schlenzte den Ball fein und präzise zum 1:0 in die Maschen (33.). Alles schien in eine Richtung zu laufen – doch der Sportclub gestattete den Osnabrückern eine Großchance, die Uphoff aber gegen Marc Heider vereitelte (35.). Bis zur Pause erarbeiteten sich die Gastgeber dann sogar leichte Vorteile.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensives Pokalspiel, geprägt von Zweikämpfen, mutigen Osnabrückern und Freiburgern, die vermehrt über Konter gefährlich waren. Als Lukas Kübler in der 61. Minute im Strafraum freigespielt wurde, hätte er die Partie entscheiden können, ihm gelang aber weder Abschluss noch Zuspiel. Ein Kopfball des eingewechselten Kevin Schade flog übers Tor (70.). Aber auch die Gastgeber kamen noch zu einer guten Gelegenheit.

Ausgleich in der Nachspielzeit

Als Heider entscheidend durchzubrechen drohte, konnte Nico Schlotterbeck gerade noch rechtzeitig klären (77.). Vieles deutete darauf hin, dass das Ergebnis Bestand haben würde. Weil aber Schiedsrichter Schröder aus fünf Minuten Nachspielzeit mehr als sechs machte und die SC-Defensive den eingewechselten Gugganig bei einer Ecke nicht auf dem Radar hatte, köpfte dieser doch noch den Ausgleich.

In der Verlängerung gab es das pokaltypische Hin und Her. Mit robusten Osnabrückern, die nicht nachgaben. Bester Beweis dafür war Sebastian Klaas’ Sololauf, den er mit einem sehenswerten Schuss zum 2:1 krönte (108.). Doch der Sportclub schlug zurück. Kurz vor Schluss traf Keven Schlotterbeck nach Hölers Flanke per Kopf noch zum 2:2.

Im Elfmeterschießen behielten die Freiburger schließlich die Oberhand, da Benjamin Uphoff dreimal parierte.
Statistik

Osnabrück: Kühn – Traoré (73. Itter), Beermann, Trapp, Kleinhansl – Taffertshofer (88. Gugganig)– Köhler, Kunze (59. Klaas) – Opoku 88. Wooten), Heider, Higl (73. Simakala).
Freiburg: Uphoff – Lienhart (26. Gulde), K. Schlotterbeck, N. Schlotterbeck – Kübler (111. Sildillia), Eggestein, Haberer (82. Jeong), Günter – Demirovic (66. Schade), Grifo (111. Weißhaupt) – Höler.
Tore: 0:1 Grifo (33.), 1:1 Gugganig (97.), 2:1 Klaas (108.), 2:2 K. Schlotterbeck (120.); Elfmeter: 2:3 Günter, 3:3 Klaas, 3:4 Eggestein, 4:4 Gugganig, 4:5 K. Schlotterbeck .
Gelbe Karten:
Köhler, Simakala, Kleinhansl / Eggestein, Kübler, Günter, Grifo, Schade.
Gelb-Rot: Simakala.