Namenloser Vogel

Der letzte Mundenhof-Uhu ist tot – er war 40 oder 50 Jahre alt

BZ-Redaktion

Sehr alt war der letzte Uhu des Tiergeheges Mundenhof , der nun eingeschläfert werden musste. Was mit dem Uhu-Gehege passiert, ist offen – klar ist nur, dass es komplett umgestaltet wird.

So genau weiß niemand, seit wann er da war, einen Namen hatte er auch nicht. Doch er war ein Tier mit Ausstrahlung. Jetzt musste der letzte Uhu auf dem Mundenhof eingeschläfert werden. Der Tod des Vogels eröffnet dem Tiergehege aber auch Perspektiven, denn der freie Platz kann für Tierarten umgestaltet werden, die zu ihm passen: "Ob Vögel oder Vierbeiner, exotisch oder heimisch: Noch ist alles offen. Fest steht nur, dass das Uhu-Gehege komplett neu und artgerecht umgestaltet wird", so die Leitung des Mundenhofs.


Laut Mundenhof wurde der Uhu 40 bis 50 Jahre alt. Schon lange habe sein Leben aus mehr Ab als Auf bestanden, mehrfach war er in der Tierklinik, konnte sich aber wieder berappeln. Anfang Dezember bekam er noch einen großen Unterstand, da er sich nur noch am Boden aufhielt. Er hat zwar bis zuletzt selbst gefressen, bekam jedoch das Futter vorgelegt und flog schon eine Weile nicht mehr. Im Sinne des Tierschutzes entschied der Tierarzt schließlich, den Uhu einzuschläfern. In freier Wildbahn wäre er nie so alt geworden, denn ein Vogel auf dem Boden werde zur leichten Beute für ein Raubtier.

In den 1970er Jahren lebten fünf Uhus auf dem Mundenhof

Die Uhu-Haltung auf dem Mundenhof hat eine lange Geschichte. Unklar ist, wann die ersten kamen. Spätestens Mitte der 1970er Jahre waren fünf da, die nach und nach altershalber starben. Nach dem Tod der Bären und Umbau der Bärenanlage für die Buntmarder war das Uhu-Gehege in Haltungsfragen die letzte "Altlast" am Mundenhof. Es entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Tierhaltung. Seit Jahren wächst der Mundenhof – und legt großen Wert darauf, dass Anlagen und Ställe weitläufig und artgerecht sind. Es gehe nicht nur darum, die Tiere einem breiten Publikum zu präsentieren, sondern ihnen ein Verhalten gemäß ihrer Biologie zu ermöglichen und Rückzugsorte anzubieten.

Wie geht es nun mit dem Uhu-Gehege weiter? Damit die Uhu-Nachfolge für die Besucher attraktiv ist, zum Mundenhof passt und artgerecht ist, werden Möglichkeiten gesammelt und abgewogen. Ob Vögel oder Vierbeiner, exotisch oder heimisch: Noch ist laut Mundenhof alles offen. Fest steht nur, dass das Uhu-Gehege komplett neu und artgerecht umgestaltet wird. Auch einen Zeitplan für den Neubezug gibt es noch nicht. Zunächst soll bis Ostern das Erdmännchengehege fertig werden. Die Ideensammlung und der Realitätscheck laufen parallel.

Unter Corona hat sich auch der Alltag der Tiere auf dem Mundenhof verändert. Viele Tiere nutzen ihre Gehege deutlich mehr und steuern auch einst weniger beliebte Stellen an. Es gibt aber auch Tiere, die im Lockdown besonders aufmerksam die seltenen Zweibeiner vor den Gehegen beobachten und sich über jede vorbeifahrende Radlerin freuen. Dazu zählen die Gibbons und Buntmarder. Erfreuliche Nachrichten gibt’s vom Erdmännchen "Stuttgart": Es hat wie geplant am vergangenen Donnerstag den Mundenhof verlassen, ist im neuen Tierpark gut angekommen und soll dort mit den drei neuen Damen seines Geheges gleich in einer Box verschwunden sein.

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