Nachruf

Der Freiburger Forscher Wolfgang Gerok ist tot

BZ-Redaktion

Der Freiburger Forscher, Arzt und Hepatologe Wolfgang Gerok ist am 16. Januar im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde Wolfgang Gerok unter anderem mit dem Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Thannhauser-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie der Gustav-von-Bergmann-Medaille in Gold der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ausgezeichnet. Ihm wurde das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern verliehen, außerdem war er Mitglied im Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Zu seinem 90. Geburtstag ehrte ihn die Uniklinik Freiburg durch die Umbenennung des Leberzentrums in "Gerok-Leberzentrum".


Wolfgang Gerok hat die Weiterentwicklung der klinischen und wissenschaftlichen Hepatologie – nicht nur in Deutschland, sondern auch international – entscheidend mitgeprägt.

Denkschrift zur Verbesserung der klinischen Forschung

Als Mitglied des Senats und späterer Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat er mit seiner vielbeachteten Denkschrift 1979 zur Lage und Verbesserung der klinischen Forschung in Deutschland einen erfolgreichen Weg in die Zukunft gewiesen. Die Nachhaltigkeit dieser Initiative findet sich auch in der Bezeichnung der DFG-Gerok-Stellen.

Ein wichtiges Anliegen war ihm stets die Verknüpfung von Klinik und Wissenschaft, die Anwendung grundlagenwissenschaftlicher Methoden auf medizinische Fragestellungen sowie die Weitervermittlung der gewonnenen Erkenntnisse in die Lehre und ihre Umsetzung in die klinische Praxis. Damit befand er sich in der Tradition eines Alexander von Humboldt und eines Siegfried Thannhauser. Besonders in Erinnerung bleiben wird, neben allen wissenschaftlichen und klinischen Verdiensten um die universitäre Medizin, seine bescheidene, empathische und stets interessierte Arztpersönlichkeit, die ganze Generationen von Medizinern prägte.