Coronavirus

Der Altersschnitt auf den Freiburger Covid-Stationen sinkt

Joachim Röderer

Während die Region Freiburg die Marke von 10.000 Corona-Fällen überschritten hat stellen die Mediziner immer mehr jüngere Patienten mit schweren Verläufen fest.

Die Situation auf den Intensivstationen in den vier Freiburger Krankenhäusern hat sich verbessert – auch wenn sie nach wie vor angespannt bleibt, wie Frederik Wenz, der Leitende Ärztliche Direktor der Uniklinik, am Donnerstag gegenüber der Badischen Zeitung sagte. Im Vergleich zur Vorwoche ist die Zahl der an Covid-19 erkrankten Intensivpatienten von 102 auf 84, die Zahl der beatmeten Infizierten von 31 auf 25 zurückgegangen. Das örtliche Gesundheitsamt hat in den vergangenen sieben Tagen elf Todesfälle für Stadt und Landkreis in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.


Allerdings gibt es immer mehr jüngere Patienten mit schweren Verläufen. Das Durchschnittsalter der Corona-Intensivpatienten der Uniklinik liege mittlerweile bei unter 60 Jahren, so Klinikchef Wenz. Noch keine endgültige Aussage lässt sich zu den Auswirkungen der Weihnachtslockerungen treffen. Hierzu müssten noch die nächsten Tage abgewartet werden. Es gebe aber keine Frühindikatoren, die auf einen starken Anstieg hindeuteten, so Wenz. Der Betrieb der Uniklinik sei nach der Feiertagspause wieder hochgefahren worden – man sie wieder bei 90 bis 95 Prozent des Normalbetriebs angelangt.

In der Uniklinik werden derzeit 62 Coronapatienten versorgt, 23 müssen beatmet werden. Das Diakoniekrankenhaus in Landwasser meldet neun Covid-19-Erkrankte, ein Patient muss beatmet werden. Das St. Josefskrankenhaus hat fünf Coronapatienten auf Station, darunter einen Beatmungsfall. Im Lorettokrankenhaus liegen acht Covid-19-Patienten.

Das Gesundheitsamt hat am Donnerstagmorgen 87 Neuinfektionen gemeldet – 36 für die Stadt Freiburg, 51 für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die Region Freiburg hat damit bei den gemeldeten Infektionen die Marke von 10.000 überschritten. Die am Abend vom Landesgesundheitsamt in Stuttgart ausgewiesene Sieben-Tage-Inzidenz lag in Freiburg bei 77,4 Infizierten je 100.000 Einwohner und Woche. Der Inzidenzwert des Landkreises steht aktuell bei 94,1 Fällen. Freiburg kann knapp hinter Ulm (77,3) derzeit den niedrigsten Inzidenzwert in Baden-Württemberg vorweisen. Der Landesmittelwert lag am Donnerstagabend bei einer Inzidenz von 131,1.

Im Landkreis gibt es derzeit 532 aktive Fälle, 61 mehr als vor Wochenfrist. In Freiburg ist dagegen die Zahl von 450 auf 432 leicht gesunken.

Die Zahl der Sterbefälle hat sich im Vergleich zum Vortag nicht geändert. In Freiburg sind seit Beginn der Pandemie bislang 119 Menschen im Alter von 47 bis 99 Jahren in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, im Landkreis 133 Menschen im Alter von 45 bis 100 Jahren.