Kollektivarbeit

Den Vulva-Abreißkalender aus Freiburg soll es auch 2022 geben

Anika Maldacker

Ihr Pilotprojekt war schnell ausverkauft, nun starten sie eine neue Runde: Das Kollektiv Vulvaversity wird auch für das kommende Jahr 2022 einen Vulva-Abreißkalender veröffentlichen. Das erste Shooting findet am Samstag statt.

Ihre Idee ist zugegebenermaßen ungewöhnlich. Doch die ausverkaufte erste Auflage ihres 2021-Vulva-Abreißkalenders von 750 Exemplaren zeigte dem Vulvaversity-Kollektiv, dass ihre Idee faszinierte. 365 Tage, 365 verschiedene Vulven: Das war das Konzept. Eine Vulva einer anonymen Frau sollten die Kalendernutzerinnen und -nutzer täglich abreißen können. Nun startet das Vulvaversity-Kollektiv mit weiteren Fotoshootings, bei denen sie ihr Augenmerk verstärkt auf diverse Fotomodels legen. "Wir wollen mehr Vielfalt zeigen und somit ein reales Bild der Vulven unserer Gesellschaft zeigen", sagt Indra Küster, die Teil des fünfköpfigen Kollektivs ist.

Die Idee dahinter: Die Vulva aus der Tabuzone holen. Das weibliche Geschlechtsorgan in einem nicht-sexualisierten Kontext sichtbar machen. Und: Zeigen, wie unterschiedlich das weibliche Genital aussieht und, dass es kein einheitliches Schönheitsbild gibt. Das erste Fotoshooting findet am kommenden Samstag in Freiburg statt. Eine Anmeldung ist notwendig. Vor allem gesucht werden Menschen ab 50 Jahre oder solche, die sich in der BIPoC-Community verorten. Außerdem Personen, die schon geboren haben, beschnitten sind oder sich als Inter- oder Transpersonen definieren.

Der Kalender für 2022 soll Vielfalt zeigen

"Menschen aus diesen Gruppen waren beim Kalender für 2021 etwas unterrepräsentiert", erklärt Indra, "die meisten waren zwischen 20 und 40 Jahre alt, weiß und nicht-trans." Das sei auch den Kontaktbeschränkungen während der Pandemie geschuldet gewesen. Beim Kalender für 2022 wolle man aber vielfältiger sein. "Aber wir sind natürlich offen für alle, die fotografiert werden wollen", versichert Indra. Alle seien willkommen.

Das Fotoshooting findet im Skateshop Layback an der Schopfheimer Straße in Freiburg statt. Weitere Shootings in Berlin und voraussichtlich Stuttgart sollen ebenfalls realisiert werden. Die Fotoshootings sollen ungezwungen ablaufen. Wer sich vor die Linse setzt, darf ein Foto der eigenen Vulva mitnehmen. Die Abbildungen im Kalender werden anonym abgedruckt.

Auch ein neues Format ist geplant

"Wir fotografieren nicht den ganzen Kalender neu, sondern peilen rund 200 neue Bilder an", sagt Indra. Werden es doch mehr, tauschen sie die Fotos vom vergangenen Jahr je nach Qualität aus. "Damals hatten wir einfach noch nicht so viel Erfahrung wie nun", sagt sie.

Zusätzlich plant das Kollektiv ein Vulva-Museum to Go. Dabei sollen Fotos von unterschiedlichen Vulven als Fächerbuch gedruckt werden. "Der Fächer eignet sich besonders gut für Aufklärungsarbeit", sagt Indra. Damit soll die Vielfalt der Vulva gezeigt werden.

Um den Abreißkalender sowie den Fächer zu finanzieren, startet das Kollektiv am 15. Juni eine Crowdfunding-Kampagne, über die der Kalender und das Fächerbuch erhältlich sind. Auf diesem Weg haben sie schon den diesjährigen Kalender auf den Weg gebracht. "Für 2022 wollen wir aber eine Auflage zwischen 5000 und 10.000 Kalendern erreichen, wenn das Crowdfunding klappt", sagt Indra.
Was: Foto-Shooting Vulvaversity
Wann: Samstag, 12. Juni 2021
Wo: Layback, Schopfheimer Straße 3, Freiburg

Anmeldung: layback21.vulvaversity.de (Eine Anmeldung ist notwendig)

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