Vortrag

Den Traum vom Leben im Van zeigt "Van Life" auf der Mundologia

Viola Priss

Eine Hommage an das Unterwegs-Sein ist der Vortrag "Van Life – Leben als moderne Nomaden". Am Sonntag erzählen Martina Zürcher und Dylan Wickrama ihre Geschichte in der Vortragsreihe Mundologia in Denzlingen.

Seitdem Martina Zürcher, Jahrgang 1980, und Dylan Wickrama, Jahrgang 1970, vor drei Jahren ihren Hamsterrad-Alltag gegen ein Leben als Dauer-Reisende eingetauscht haben, erleben sie jeden Tag als Geschenk.


Unterm Sternenhimmel zu Abend essen und Emails in der Wüste zu checken ist für die beiden inzwischen eine wahr gewordene Fantasie und die logische Konsequenz nach Jahren der Selbstständigkeit. Als Aussteiger bezeichnen sie sich selbst dennoch nicht. Denn beide sind weiterhin berufstätig.
"Der Job hat uns zum Van Life geführt." Martina Zürcher
Vielmehr haben sie es dem Job zu verdanken, der sie im April 2016 "in den Van" gebracht habe, sagt Martina Zürcher. Der erste Schritt in ihr neues Leben lieferte Dylans Geschichte "Am Ende der Strasse".Dreieinhalb Jahre lang bereiste er auf seinem Motorrad Bruce, das er zwischenzeitlich zum Floß umrüsten musste, die ganze Welt. Im Anschluss an das Abenteuer und Dylans gleichnamigem Buch "Am Ende der Straße" tourten die beiden monatelang für Vorträge– natürlich im Van - durch die Lande. "Dann gab es diesen Moment", erinnert sich Martina, "als wir uns angeschaut haben und uns fragten: Weshalb eigentlich noch eine Wohnung?"

Den Schritt ins "Van Life" nie bereut

Von da an ging alles ganz schnell. Die wenig verbliebenen Wochen im Jahr, die die beiden bisher noch in ihrer festen Wohnung in der Schweiz waren, fühlten sich nicht nach Aufgabe, vielmehr als Entlastung an. Schon am nächsten Tag setzten sie die Kündigung auf und begannen mit dem Ausräumen der Wohnung und dem Umrüsten des Vans.

Dass das Glücksgefühl nach wie vor andauert und die beiden den Schritt "in das Van Life" nicht einen Tag bereut haben, fasst Martina so zusammen: "Wenn Du soviel Spaß hast wie wir, am Draußensein, am Unterwegssein, am Frei- und Ungebundensein, dann stellt sich die Frage, ob etwas fehlt gar nicht mehr." Was für andere wie ein fantastisches Abenteuer wirken mag, ist für die Schweizerin und den gebürtigen Singhalesen zur gelebten Lebensphilosophie geworden.

Im Haus wurden sie unruhig

Wenn Freunde sie fragen, ob sie denn nicht hin und wieder auch den Komfort eines festen Wohnsitzes vermissten, kann Martina nur lächelnd abwiegen. "Das Leben in und mit dem Van ist Kopf- und Einstellungssache. Wenn man das nomadische Leben wie wir es führen liebt, so wie wir es lieben, ist es einfach die optimale Lebensform."

Die Probe aufs Exempel machten die beiden letztes Jahr, als sie einen Monat das Haus von Freunden hüteten. Ganz schnell merkten sie, dass sie unruhig wurden, weiter, los und raus wollten. "Es zog uns richtig zurück in den Van, wir wollten wieder Aufwachen in der Weite der Natur. Spätestens da wussten wir, wir haben die richtige Entscheidung getroffen."

Für 2020 sind noch keine konkreten Reisen geplant. Auch die ergeben sich meist spontan und ohne Terminplan. 2021 soll es vielleicht weiter weg gehen, aber auch da sagt Martina "wer weiß, ob Ost ob West, das werden wir einfach sehen."
Was: Van Life – Das Leben als moderne Nomaden, Martina Zürcher und Dylan Wickrama

Wann: So, 16. Februar 2020, 18 Uhr

Wo: Kultur & Bürgerhaus, Stuttgarter Str. 30
79211 Denzlingen

Eintritt: Tickets ab 14.20 Euro