David Lohmüller aus Freiburg ist nach Idomeni gefahren - und verteilt Bananen an Flüchtlinge

Marius Buhl

15.000 Menschen quetschen sich in Idomeni in ein Zeltlager und beten, dass die Politik ein Einsehen hat. Der Freiburger David Lohmüller ist hingefahren - und berichtet aus dem Camp:



David, warum bist Du nach Idomeni gefahren?

Ich war bereits im vergangenen September in Opatovac an der serbisch-kroatischen Grenze. Dort herrschten furchtbare Zustände, Flüchtlinge standen teils barfuß im kalten Regen, überall wurden Jacken gebraucht. Wer das einmal miterlebt hat, den lassen die Bilder nicht mehr los. Als ich über die Hilfsorganisation IHA, mit denen ich damals in Opatovac war, gehört habe, was in Idomeni los ist, musste ich hinfahren. Ich habe dafür meinen Urlaubsflug nach Sri Lanka gestrichen.

Wie geht es in Idomeni zu?

Hier campieren 15.000 Menschen an einem Bahnhof. Auf den Gleisen, an Tankstellen, überall haben Flüchtlinge Zelte aufgebaut. An meinem ersten Tag im Lager gingen morgens Menschen mit Lautsprechern umher und behaupteten, die Grenze zu Mazedonien würde öffnen. Viele Menschen haben dann ihre Koffer gepackt und wollten los - die Grenze war aber natürlich zu. Es ist jetzt auch unser Job, die Menschen bei diesen Gerüchten zu beruhigen. Die Hoffnung ist größer als die Chancen.

Was machst du konkret?

Momentan mache ich Bilder für meine Hilfsorganisation und verteile Essen. Jeden Morgen zum Beispiel über 4000 Bananen an Kinder, die warten immer schon darauf. Neben der akuten Hilfe geht es aber auch darum, den Flüchtlingen eine Art Leben zu bieten, sie zu unterhalten, mit ihnen zu sprechen. Gestern kamen zum Beispiel deutsche Mädchen mit Boxen und haben einigen Kindern Lieder vorgespielt und mit ihnen getanzt, unter anderem den BiBaButzemann. Auch das ist wichtig.
Aktuell sammle ich aber auch Geld, von dem wir unter anderem Taschenlampen kaufen wollen. Es ist stockfinster nachts und alle hier brauchen Licht.

Warum emotionalisiert dich das Thema Flüchtlinge?

Ich bin 2008 von Istanbul nach Kairo gereist, damals mitten durch Syrien. Ich war auch in Aleppo und habe eine einzigartige Gastfreundschaft erfahren. Später reiste ich durch Palmyra, einer der beeindruckendsten Orte der Welt für mich. Mit anzusehen, wie die Syrer unter dem Bürgerkrieg leiden, hat mich betroffen gemacht. Denen wollte ich helfen.

Wie bewertest du die Situation politisch?

Ich finde es schon kurios, dass in Deutschland die Erstaufnahmelager leer stehen und hier Tausende sitzen, die da hinwollen. Ich hoffe, dass EU und Deutschland diesen Missstand bald einsehen und ändern.

Zur Person

Über seine Arbeit in Idomeni berichtet der Freiburger Fotograf David Lohmüller, 41, auf seinem Blog. Aktuell sammelt David Lohmüller Geld für seine Aktion Lighten Up Idomeni. Er möchte Taschenlampen kaufen. Er garantiert, dass jeder Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird.

Empfänger: David Lohmüller
Verwendungszweck: Idomeni Flüchtlingshilfe - David
IBAN: DE08 2004 1144 0529 3139 00
BIC: COBADEHD044
Bank: Comdirect Bank AG

Alternativ gibt es laut David auch die Möglichkeit, über die Hilfsorganisation IHA zu spenden, dort gibt es auch eine Quittung:  

Mehr dazu:


Foto-Galerie: David Lohmüller

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