Open-Air-Ausstellung

Das Staatsarchiv zeigt 200 Jahre Stadtgeschichte im Hinterhof

Fabian Vögtle

Ab dem heutigen Montag stehen die Tore offen zu "Historischen Perlen im Hinterhof". Diese präsentiert das Staatsarchiv Freiburg in einer Open-Air-Ausstellung am Dienstsitz in der Colombistraße 4.

Ab heute stehen die Tore offen zu "Historischen Perlen im Hinterhof". Diese präsentiert das Staatsarchiv Freiburg in einer Open-Air-Ausstellung am Dienstsitz in der Colombistraße 4. Zu sehen ist eine Zeitreise durch die vergangenen 200 Jahren Stadtgeschichte.

"Wir wollten auch mal zeigen, was hier im Archiv alles zu finden ist", sagt Kuratorin Katrin Hammerstein.

"Wir wollen den Menschen, die Schwellenangst vor dem Archiv nehmen." Christoph Strauß
Gemeinsam mit Anja Schellinger hatte sie 2018 die Idee, einen Beitrag zum Stadtjubiläum 2020 zu leisten. Die Ausstellung sei auch eine Einladung an jeden, den überbordenden Quellenreichtum vor Ort zu nutzen, betont Christof Strauß, Abteilungsleiter des zum Landesarchiv Baden-Württemberg gehörenden Staatsarchivs Freiburg. In den dort vorhandenen Akten würden viele Freiburgerinnen und Freiburger Anknüpfungspunkte zu ihrer eigenen Familiengeschichte finden, sagt Strauß. Denn neben zahlreichen Akten staatlicher Behörden liegen im Archiv auch viele private Unterlagen. "Wir wollen den Menschen, die Schwellenangst vor dem Archiv nehmen."

Aus insgesamt rund 18 Regalkilometern haben die Kuratorinnen für dieses Ziel und für die Ausstellung ganz unterschiedliche Dokumente ausgewählt, die Freiburgs Lokalgeschichte beleuchten. Darunter sind Briefe aus Nachlässen, Entnazifizierungs- und Wiedergutmachungsakten und natürlich Fotos. Die Aufnahmen aus den Sammlungen der Fotografen Willy Pragher und Marlis Decker bebildern die auf mehreren Tafeln aufbereitete Chronologie. Das Layout übernahmen die Grafikdesigner Berres und Stenzel aus Freiburg. Sie freuen sich, dabeigewesen zu sein und das Staatsarchiv ein wenig aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu haben.

Von 1806 bis heute

Die Ausstellung beginnt mit dem Jahr 1806. Es markiert das Ende des Flickenteppichs des Alten Reichs. Freiburg wird Teil des badischen Großherzogtums und wächst bis zum Ersten Weltkrieg. Dessen Auswirkungen auf die nahe der Front gelegene Stadt sind ebenso eindrucksvoll anhand von Briefen dokumentiert wie die noch dunklere Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Ein Fokus liegt auf der Nachkriegszeit mit Entnazifizierung und Wiedergutmachung. Auch die Hausbesetzungen in den 1970er-Jahren und die Stadtentwicklung in den Jahrzehnten darauf sind Thema auf den Tafeln. Wer dort die alten Schriften auf den älteren Dokumenten nicht lesen kann, zückt übrigens sein Smartphone und bekommt per Strichcode die Abschrift serviert.
Die Ausstellung ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr zu sehen im Hof des Staatsarchiv, Colombistraße 4. BZ-Leser können im Rahmen der Ferienaktion an einer exklusiven Einführung am 26. August 2020 um 12 Uhr teilnehmen. Anmeldung online unter: mehr.bz/ferienaktion-staatsarchiv