Kultur

Das sind unsere Highlights aus dem Literaturhaus-Programm

Anika Maldacker

Das Leben kehrt zurück – auch im Literaturhaus Freiburg. Mit zwei spannenden Sommerfesten – einem Märchenfestival, sowie einem zu "Nature Writing" – startet die Kultureinrichtung in den Sommer. Wir stellen die Highlights vor.

Von einer "Explosion der Ideen" spricht Literaturhaus-Leiter Martin Bruch bei der Vorstellung des Programms. Nach der langen Zeit der Schließung erwartet das Freiburger Publikum eins der "interessantesten Programme des Literaturhaus seit Jahren". Das liegt auch an der großzügigen Förderung der Kulturbranche von Bund an Land. 150.000 Euro mehr hat das Literaturhaus in diesem Jahr durch Fördergelder zur Verfügung. Das merkt man dem Programm an, bei dem auf Präsenz gesetzt wird. "Wir sind ein analoger Ort", erklärt Bruch. Im Literaturhaus soll man sich tatsächlich begegnen können – Zuhörerinnen und Zuhörer mit Autoren und Autorinnen. Pandemiebedingt plant das Team jedoch parallel oft mit Livestreams. "Im Moment dürfen wir 40 Menschen mit Literaturhaus beherbergen", so Bruch. Viele für den Sommer geplante Lesungen finden daher draußen statt – das passt sogar ins Konzept.

Es grimmt, 22. bis 24. Juni 2021

Schon im vergangenen Corona-Sommer hatte das Literaturhaus die Bühne des Stadtgarten bespielt. Ende Juni steht die Bühne unter dem Motto "Es grimmt – Freiluft-Lesungen und Märchen-Parcours". Tagsüber können Schulklassen (10 bis 13 Uhr, mit Anmeldung an guede@literaturhaus-freiburg.de) und Familien (14 bis 17 Uhr, ohne Anmeldung) beim Märchen-Parcours die Gattung bei einer Mitmach-Schau kennenlernen. Abends stellen Autoren und Autorinnen traditionelle Märchenstoffe und ihre eigenen Werke vor. Schriftstellerin Felicitas Hoppe stellt zum Auftaktabend starke Frauen aus den Grimmschen Märchen vor, moderiert wird die Lesung vom jungen Beirat. Am Mittwoch, 23. Juni, stellt Michael Köhlmeier eigene Märchen – die Märchen unserer Zeit – vor. Ulrike Almut Sandig bildet am Donnerstagabend den Abschluss, indem sie den Grimm-Märchen in einem Lesekonzert einen eigenen Klang gibt.
Was: Es grimmt
Wann: 22. bis 24. Juni 2021
Wo: Bühne im Stadtgarten (bei schlechtem Wetter im Literaturhaus)
Eintritt: 9/6 Euro

Robert Stadlober: Hyperion, 1. Juli

Die Veranstaltung war ursprünglich für das Hölderlin-Jahr 2020 geplant, musste wegen der Pandemie aber verschoben werden. Egal, denn je länger die Verzögerung dauert, umso kreativer ist die Planung. Stadlober liest den Briefroman "Hyperion", der vor rund 220 Jahren entstand – aber versehen mit Tönen aus dem Synthesizer. Seine Gitarre bringt Stadlober ebenfalls mit.
Was: Robert Stadlober: Hyperion
Wann: 1. Juli 2021, 19.30 Uhr
Wo: Literaturhaus
Eintritt: 9/6 Euro

Markus Ostermair: Der Sandler

Mit seinem Debütroman "Der Sandler", der im vergangenen Jahr erschien, beschreibt Markus Ostermair von der Scham des sozialen Abstiegs – und wie die Scham Betroffene zum Schweigen bringt. Dieser Situation verleiht Obermair eine Sprache, die nicht wertet oder romantisiert.
Was: Markus Ostermair: Der Sandler
Wann: 6. Juli 2021, 20 Uhr
Wo: Bühne im Stadtgarten
Eintritt: 9/6 Euro

Weltgarten, 7. bis 11. Juni

Neben dem Märchenfestival "Es grimmt" ein weiteres Highlight: der Weltgarten. Mit dem Festival im Juli will das Literaturhaus dem Natur Writing Raum geben, einer angloamerikanischen Tradition der literarischen Naturerkundung. Passend dazu finden die Lesungen alle im Freien statt. Bei den Örtlichkeiten hat das Literaturhaus bekannte Orte wie den Stadtgarten oder den Alten Wiehrebahnhof gewählt, aber auch unbekannte wie die Baumschule Vonderstrass in Lehen oder Schrebergärten in der Wonnhalde. Von Mittwoch bis Sonntag gibt es rund elf Lesungen, Performances und sogar eine Preisverleihung zum Deutschen Preis für Nature Writing.
Was: Weltgarten
Wann: 7. bis 11. Juli 2021
Wo: Stadtgarten, Alter Wiehrebahnhof, Baumschule Vonderstrass, Literaturhaus, Stiftung Waldhaus, Schrebergärten in der Wonnhalde
Info: Vorverkauf beginnt am 16. Juni.