Kultur

Das sind fudders 7 Highlights aus dem Herbstprogramm des Literaturhauses

Anika Maldacker

Das Literaturhaus ist zurück aus der Sommerpause – und startet mit einem vollen Programm in den Herbst. Wegen des Coronavirus kann es zwar zu Änderungen kommen, doch es gibt Lichtblicke für die kürzeren Tage.

"Wir sehen uns wieder" lautet das Motto, mit dem das Literaturhaus sein Publikum nach der Sommerpause und dem Corona-Lockdown wieder begrüßt. fudder stellt einige Highlights daraus vor.


Hölderlins Echokammern: 24. und 25. September

Für Literaturwissenschaftler steht 2020 unter einem besonderen Stern, denn vor 250 Jahren wurde Friedrich Hölderlin, einer der wichtigsten deutschen Lyriker, geboren. Tübingen, die Stadt seines Wirkens, widmet sich besonders dem Gedenken an den Dichter. Das Freiburger Literaturhaus startet sein Herbstprogramm mit drei Veranstaltungen zu Hölderlin: Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott aus Wittnau nähert sich dem Lyriker am 24. September mit einem Essay an. Einen Tag später stellen José Oliver und Mikael Vogel einen Wanderband vor, in dem sie sich im dichterischen Zwiegespräch mit Hölderlin befinden. Den Abschluss bilden die vier Lyrikerinnen Orsolya Kalász, Dagmara Kraus, Daniela Seel und Uljana Wolf, die sich über ihre Interpretationen und Fortschreibungen von Hölderlin-Werken unterhalten, die sie exklusiv für diesen Termin angefertigt haben.
Was: Hölderlins Echokammern
Wann: 24. und 25. September
Wo: Literaturhaus

Zwischenmiete mit Helene Bukowski: 13. Oktober

Dieser Termin ist in mehrerer Hinsicht etwas Besonderes. Einerseits, weil die Zwischenmiete-Lesereihe in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag feiert, andererseits weil mit Helene Bukowski ein besonderer Gast kommt. Die Autorin ist als Stipendiatin im Rahmen des 900. Stadtjubiläums in Freiburg im Herbst zu Gast. In dieser Zeit wird sie an ihrem zweiten Roman arbeiten – und an einem Abend bei der Zwischenmiete lesen. Wo genau der Abend stattfindet, ist noch unklar. Denn das Konzept, die Lesungen in WGs zu veranstalten, ist in der Corona-Pandemie schwer umzusetzen.
Was: Zwischenmiete mit Helene Bukowski: Milchzähne
Wann: 13. Oktober, 20 Uhr
Wo: Außer Haus
Infos: auf der Facebook-Seite der Zwischenmiete-Reihe


Abbas Khider: Palast der Miserablen: 21. Oktober

#Zweiterfrueling nennt das Netzwerk der Literaturhäuser die Initiative, dass Veranstaltungen aus dem Sommerprogramm nachgeholt werden. Auch Abbas Khiders Veranstaltung im März wurde coronabedingt abgesagt und wird nun Ende Oktober stattfinden. Khider wurde mit 19 in seiner Heimat in Bagdad wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet und floh danach aus dem Irak. In Deutschland lebt er seit 2000, studierte Literatur und Philosophie und legte 2008 sein Literatur-Debüt vor. In seinem fünften Werk "Palast der Miserablen" erzählt er die Geschichte eines Jungen aus den Slums von Bagdad, dessen Leben von existenzieller Not geprägt ist.
Was: Abbas Khider: Palast der Miserablen
Wann: 21. Oktober
Wo: Literaturhaus Freiburg
Eintritt: 9/6 Euro

Karine Tuil: Menschliche Dinge: 22. Oktober

Für ihren Roman "Menschliche Dinge" wurde die französische Autorin Karine Tuil mit dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet. Sie erzählt darin von der schönen und reichen Familie Farel, die Einfluss und Macht hat und deren perfekte Fassade bald bröckelt, als der Vorwurf der Vergewaltigung aufkommt. Tuil erzählt von einer Gesellschaft, in der es um Leistung und Selbstdarstellung geht und in der sich jeder nimmt, was er will.
Was: Karine Tuil: Menschliche Dinge
Wann: 22. Oktober, 19.30 Uhr
Wo: Literaturhaus

34. Freiburger Literaturgespräch: 5. bis 8. November

Das Literaturgespräch ist ein fester Bestandteil im Herbst für viele Literaturgenießer in der Region. Auch in diesem Jahr darf es stattfinden – sogar in neuem Ambiente: Im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses finden die Lesungen, bei denen Newcomer und bekannte Namen sich abwechseln, statt. Denn dort ist für knapp 100 Menschen Platz, während im Saal des Literaturhauses selbst nur höchstens 40 Menschen zur Corona-Zeiten sein dürfen. Den Auftakt am 5. November macht Lutz Seiler mit seinem Roman "Stern 111", für den er im vergangenen Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse gewann. Der Name seines Werks lieferte auch das Motto für das hiesige Literaturgespräch – und bezeichnet zudem ein Kofferradio, das in der DDR sehr beliebt war. Darum geht es in Seilers Roman auch: Um November 1989, um Verwandlungen und Übergänge und einen kurzen Moment der unendlichen Möglichkeiten. Weiter geht es im Programm mit Newcomern wie Christian Schulteisz sowie Dorothee Elmiger und Roman Ehrlich, letztere Beiden stehen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Aber auch bekannte Autoren wie Uwe Timm, Peter Stamm und Esther Kinsky kommen nach Freiburg. Die Autorinnen und Autoren hat das Literaturhaus-Team um Martin Bruch und Katharina Knüppel so ausgewählt, dass eventuelle Grenzschließungen durch das Coronavirus möglichst nicht für Absagen sorgen.
Was: 34. Freiburger Literaturgespräch
Wann: 5. bis 8. November
Wo: Historisches Kaufhaus und Literaturhaus
Tickets: der Vorverkauf läuft seit gestern auf literaturhaus-freiburg.de. Aufgrund der Einschränkungen wird empfohlen, Karten im Vorfeld zu kaufen.

Schönste Schweizer Bücher: 8. bis 18. Dezember

Mit dieser Ausstellung feiert das Literaturhaus den Abschluss des sich seit drei Jahren durchs Programm ziehenden Swiss Style. Nach Typografie (2018) und Plakatkunst (2019) dreht sich die diesjährige Ausstellung im Dezember um die schönsten Schweizer Bücher. Die 19 ausgezeichneten Bücher machen für zehn Tage Halt in Freiburg. Der Eintritt ist frei.
Was: Schönste Schweizer Bücher
Wann: 8. bis 18. Dezember
Wo: Literaturhaus
Eintritt: frei

Ein Gruß mit Postkarten

Weil zu Corona-Zeiten ein Gästebuch kaum realistisch ist, hat sich das Literaturhaus einen neuen Weg ausgedacht, um das Gehörte und Gesehene nach den Veranstaltungen zu verarbeiten: Jede Besucherin und jeder Besucher kann einen Gruß aus dem Literaturhaus schicken – das Porto übernimmt letzteres. Die Postkarten sowie der Briefkasten befinden sich im Foyer. Das hat mehr Stil, als eine Whatsapp-Nachricht!
  • Literaturhaus Freiburg: Web