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Das sind die fudder-Highlights aus dem Winterprogramm des Literaturhauses

Anika Maldacker

Wenn es draußen kalt wird, gibt es kaum etwas Besseres, als ein Buch zu lesen – oder sich vorlesen zu lassen. Bei diesen Lesungen im Freiburger Literaturhaus vergisst Du ganz schnell, dass es draußen eklig ist.

Regina Porter: Die Reisenden – 12. Februar

Von der Bürgerrechtsbewegung in den 1950ern bis zur Wahl des ersten schwarzen US-amerikanischen Präsidenten erzählt Regina Porter die Geschichte zweier Familien, die lose miteinander verbunden sind. Eine Familie weiß, die andere schwarz. In "Die Reisenden" geht es um Rassismus und die Traumata, die sich durch Generationen durchziehen. Regina Porter, die als Theaterautorin ausgezeichnet wurde, studierte am berühmte Iowa Writers’ Workshop und lebt heute in Brooklyn.
Was: Regina Porter: Die Reisenden
Wann: Mittwoch, 12. Februar, 19.30 Uhr
Wo: Literaturhaus Freiburg

Zwischen/Miete: Marko Dinic – 17. Februar

Bei den Zwischen/Miete-Lesungen gibt es gleich zwei spannende Dinge: Literatur und eine neue Wohnung zu bestaunen. Die Lesungen finden stets in WGs statt, der Eintritt kostet 5 Euro, dazu gibt es ein Bier und ein Brötchen – und Literatur. Wie die vom serbischen Autor Marko Dinic, der am 17. Februar in einer Herdermer WG aus seinem Romandebüt "Die guten Tage" liest. Dinic, der 1988 in Wien geboren wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Belgrad. In seinem Buch rechnet er stellvertretend für seine Generation, die den Krieg als Kinder erlebt hatten, mit den Eltern, dem Chauvinismus und dem Nationalsozialismus ab.
Was: Zwischen/Miete mit Marko Dinic
Wann: 17. Februar
Wo: Jacobistraße 1, Freiburg

Infos: Facebook

Lukas Bärfuss: Malinois – 27. Februar

Er lebte schon auf der Straße, arbeitete als Gabelstaplerfahrer und Tabakbauer und fand irgendwann den Weg in die Schriftstellerei. Seither ist er wahnsinnig produktiv: Lukas Bärfuss. Der Schweizer Schriftsteller publizierte drei Romane, mehr als 25 Theaterstücke, zwei Erzählbande, Hörspiele und Reden. 2019 gewann er den Georg-Büchner-Preis für sein Werk. Mit "Malinois" hat er nun seinen ersten Erzählband veröffentlicht. Darin geht es um Liebe und Begehren, um Passionen und Obsessionen. Im Literaturhaus spricht Bärfuss mit Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin der Zeitschrift Kulturaustausch.
Was: Lukas Bärfuss: Malinois
Wann: Donnerstag, 27. Februar
Wo: Literaturhaus Freiburg

Eintritt: 9/6 Euro

Éric Vuillard: Der Krieg der Armen – 18. März

Auch dieser Autor ist ausgezeichnet. 2017 erhielt er den Prix Goncourt, den wichtigsten französischen Literaturpreis. In "Der Krieg der Armen" begibt sich der Autor in den vorreformatorischen Bauernkrieg. Es geht um die Gleichheit aller Menschen und die Zerrissenheit des Einzelnen zwischen Frömmigkeit, Fanatismus, Eifer, Ekstase und dem Wunsch nach einem Selbstbewusstsein. Für Historiker!
Was: Éric Vuillard: Der Krieg der Armen
Wann: Mittwoch, 18. März
Wo: Literaturhaus Freiburg

Eintritt: 9/6 Euro

Neue Gedichte: Marion Poschmann trifft Alexandru Bulucz – 23. März

Ein Abend für Lyrik-Fans. Marion Poschmann hat ihren fünften Gedichtband "Nimbus" veröffentlicht. Alexandru Bulucz bringt seinen zweiten Gedichtband heraus: "Was Petersilie über die Seele weiß" heißt er. Beide behandeln in ihren Gedichten gern Abwesendes, Erinnertes und lassen Stimmen aus anderen Sphären sprechen.
Was: Neue Gedichte: Marion Poschmann trifft Alexandru Bulucz
Wann: Montag, 23. März
Wo: Literaturhaus Freiburg

Eintritt: 9/6 Euro

Abbas Khider: Palast der Miserablen – 31. März

Abbas Khider wurde mit 19 ins seiner Heimat in Bagdad wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet und floh danach aus dem Irak. In Deutschland lebt er seit 2000, studierte Literatur und Philosophie und legte 2008 sein Literatur-Debüt vor. In seinem fünften Werk "Palast der Miserablen" erzählt er die Geschichte eines Jungen aus dem Slums von Bagdad, dessen Leben von existenzieller Not geprägt ist.
Was: Abbas Khider: Palast der Miserablen
Wann: 31. März
Wo: Literaturhaus Freiburg

Eintritt: 9/6 Euro

Nora Bossong: Schutzzone – 24. April

In "Schutzzone", Nora Bossongs 2019 erschienener Roman, erzählt die 38-jährige Schriftstellerin von Mira, einer UN-Mitarbeiterin aus Genf. Sie arbeitet daran, den Völkermord in Burundi aufzuarbeiten. Nora sammelt Informationen für eine Wahrheitskommission, die nie tagen wird. Nora Bossong, die in Berlin lebt, zeichnet Miras Gedanken präzise und zeigt die Ambivalenzen in Politik und ihrem Privatleben auf – Mira unterhält in Genf eine Affäre mit einem verheirateten Mann und in Burundi zu einem zwielichtigem General. "Schutzzone" war für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert.
Was: Nora Bossong: Schutzzone
Wann: Freitag, 24. April2020, 19.30 Uhr
Wo: Literaturhaus Freiburg