Corona-Pandemie

Das Restaurant Fluxus im E-Werk muss schließen

Gina Kutkat

Erst jobbte sie 30 Jahre lang im E-Werk-Restaurant, dann übernahm sie es. Doch die Pandemie hat Jutta Hotz das Geschäft ruiniert. Sie gibt das "Fluxus" nun auf.

Am Samstag war Räumungsverkauf, jetzt sammelt sie ihre restlichen "Schätze" zusammen und dann macht sie die Tür erst einmal ganz hinter sich zu. Jutta Hotz schließt ihr Fluxus-Restaurant. "Corona hat viele tolle Kulturstätten und nun leider auch das Fluxus zu Fall gebracht," sagt die Betreiberin.

Kostendeckend hätte sie schon lange nicht mehr gearbeitet, auch Essen zum Mitnehmen wollte sie nicht anbieten. "Das wäre in diesem großen Laden einfach nicht rentabel." Dabei lief ihr freundliches und kunterbuntes Restaurant, das direkt im E-Werk-Gebäude liegt, gut. Viele Stammgäste und auch viel Kulturpublikum, das von den Veranstaltungen aus dem E-Werk direkt zu ihr kam.

Und dann die Corona-Krise. Nach dem ersten Lockdown sei es im Sommer wieder angelaufen, sagt Hotz. "Es war fast wieder normal." Auch, wenn ein enges Zusammensein mit den Gästen trotz Abstandsregelung nicht möglich war und auch das E-Werk nur begrenztes Publikum empfangen durfte. Schwer auszuhalten für die gesellige Betreiberin: Ob Mamis mit Kindern oder Geschäftsleute in der Mittagspause, die Mischung und das Wohnzimmer-Feeling machten das Fluxus aus. "Das ist am Ende alles verloren gegangen", so Hotz.

Als der zweite Lockdown kam, hielt sie die Ungewissheit nicht mehr aus. "Die Perspektivlosigkeit war der Genickschuss." Als sich jemand für die Räumlichkeiten interessiert, entschließt sie sich dazu, ihr Restaurant abzugeben. "Das fällt mir sehr schwer, mein Herz hängt an diesem Laden."

Vor zwei Jahren hatte Hotz das Fluxus von Vorgängerin Claudia Held übernommen. Sie war jedoch schon vorher mit dem Laden verbunden. "Seit 30 Jahren jobbe ich in dem Restaurant, unter wechselnden Besitzern." Als sie dann vor 25 Monaten die Chance bekommt, das Restaurant zu übernehmen, fühlt es sich an wie eine Bestimmung. "Ich habe aus dem Laden was gemacht, darauf bin ich stolz", sagt Hotz.

Ob Flohmarkt, Mittagstisch, rhythmischer Tanztee auf der Terrasse oder Anlaufstelle für ein leckeres Abendessen: Jutta Hotz hat viele Menschen und Konzepte zusammengebracht – und war so etwas wie die fünfte Säule des E-Werks. "Wäre Corona nicht gewesen, hätte ich weitergemacht", sagt Hotz. Nun musste sie die letzten sechs Mitarbeiter entlassen, in guten Zeiten bestand das Team aus 16 Leuten.

Nachfolger wollen italienisches Konzept etablieren

Und jetzt? Wie es für sie weitergeht, weiß Hotz noch nicht. "Ich muss erstmal in Ruhe Abschied nehmen." Aktuell befinde sie sich im Abwicklungsprozess mit den neuen Besitzern. Die Nachfolger wollen ein italienisches Konzept etablieren. "Ich werde dem E-Werk erhalten bleiben", sagt Hotz. "Im Foyer die Theke machen oder was anderes", sagt sie.

Neben der Traurigkeit ist Jutta Hotz auch dankbar. Für ihre Stammgäste, die ihr in den letzten Tagen die Lieblingsmöbel abgekauft haben. Und diese zurückgeben wollen, wenn sie etwas Neues gründet. "Irgendwann wird es eine Zeit ohne Corona geben", sagt sie.

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