Kunst

Das Magazin "Ogism" dokumentiert Graffiti in Offenburg und Südbaden

Felix Klingel

Graffiti ist eine schnelllebige Kunst – kaum gesprüht, kann ein Bild tags drauf weg sein. Das Magazin "Ogism" konserviert Graffiti aus Offenburg und Südbaden. Gerade ist das erste Heft erschienen.

Graffiti zu fotografieren, auf Papier zu drucken und in einem Magazin zu bündeln – das klingt im digitalen Zeitalter erst einmal nach einem Anachronismus. Oder an eine Hommage an eine Zeit, in der die Baggys noch weit und Graffiti als Teil der Hip-Hop Kultur selbstverständlich ihren Raum in den einschlägigen Magazinen wie der Juice hatte.

Für Stefan Hilberer, den Kopf hinter dem Offenburger Graffiti-Magazin "Ogism", ist das Heft vor allem ein Liebhaberprojekt. Auf 70 Seiten zeugen großformatige Bilder davon, was Offenburger Sprüher und Crews in der Nacht so treiben. Besprühte Züge, Wände oder Brücken, einige Interviews und ein bisschen Street-Art: Das Konzept von "Ogism" ist einfach, überzeugt aber durch die klare grafische Gestaltung.
"Bei Graffiti zeichnest du mit ganzem Körpereinsatz auf einer riesigen Leinwand." Stefan Hilberer

"Wir wollten weg von der Reizüberflutung von Handy und PC", sagt Stefan Hilberer zur Idee hinter dem Magazin. "Etwas erschaffen, dass man in Jahren auf dem Dachboden findet und noch durchblättern kann." Hilberer ist Grafikdesigner von Beruf und selbst als Sprayer unterwegs. Für Grafik und Kunst habe er sich schon immer interessiert - und als Jugendlicher dann die ersten Graffiti in der Stadt entdeckt.

Man wollte lokalen Akteuren eine Bühne geben

"Irgendwie lag es da auf der Hand, das auch auszuprobieren", so Hilberer. Seit gut 20 Jahren ist er aktiv in der Szene - inzwischen auf legalen Flächen. "Bei Graffiti zeichnest du mit ganzem Körpereinsatz auf einer riesigen Leinwand", fasst er seine Faszination für die Kunstform zusammen.

Mit Freunden kam die Idee, ein Heft zu gestalten, um lokalen Akteuren aus Offenburg eine Bühne zu geben. Gesagt, getan: Durch Kontakte in die Offenburger Szene kamen schnell genug Bilder zusammen, um das Magazin zu füllen. "Für seine Größe ist in Offenburg an Graffiti schon einiges geboten. Die Stadt muss sich nicht vor Karlsruhe oder Freiburg verstecken", so Stefan Hilberer.

Im Heft soll es um süddeutsche Graffitikunst gehen

In Anlehnung daran entstand auch der Name "Ogism", der viele Assoziationen wecken soll. OG könne für Original Graffiti stehen, erinnert aber natürlich auch an die Stadt Offenburg, so Hilberer. Der Begriff -ism stehe dagegen als Abkürzung für die Eigenheit des Offenburger Styles, so der 37-Jährige.

Dennoch soll der Fokus auf Offenburg in den kommenden Magazinen aufgeweicht werden - nicht umsonst lautet der Magazin-Untertitel "Graffiti aus Süddeutschland. So stehe bereits der Kontakt zu einem Sprüher aus Freiburg für das nächste Heft.
Info: Das Graffiti-Magazin ist über die Seite ogism.de erhältlich und kostet 5 Euro zzgl. Versand.