Das Krokodil im Gewerbebach hat sich gedreht

Daniel Laufer

Eine tote Steinskulptur? Mitnichten! Seit Samstagnacht schaut das Krokodil in der Gerberau in die andere Richtung.



Das Krokodil im Gewerbebach lebt! Oder, genauer gesagt: Es hat sich bewegt.

Am Samstagabend war alles noch in Ordnung. In der Gerberau feierten einige Männer einen Junggesellenabschied. Natürlich kletterten sie auch in den Bach, erzählt Andreas Neubert, der direkt daneben das Stehcafé "Am Krokodil" betreibt. "Der künftige Bräutigam setzte sich auf den Krokodilkopf", berichtet er. Soweit nichts Neues: "Das passiert ja regelmäßig."


Am Sonntag kam dann Neuberts Imker vorbei und wies ihn auf die Veränderung hin: Das Krokodil hat sich um 180 Grad gedreht und schaut jetzt nach Nord-Westen. Große Verwunderung: Kann das überhaupt sein? Oder hat es vielleicht schon immer in diese Richtung geschaut?

Aufschluss darüber gibt das Gedicht auf einer Tafel am Bach:

Aus Stein steht hier das Krokodil
Mit breitem Maul, doch nicht vom Nil
Schaut raus aus dem Gewerbebach
Schaut raus zum Hause Himmelsbach
Sieht euch und uns und denkt sich viel.

Raus aus dem Gewerbebach schaut das Krokodil jetzt nicht mehr und schon gar nicht auf das Haus der Firma Himmelsbach: Irgendjemand hat dem armen Ding in einer langen Nacht den Kopf verdreht.