Kino

Das Koki zeigt eine Doku mit Berghain-Türsteher Sven Marquardt

Gina Kutkat

Der Film "Schönheit und Vergänglichkeit" erzählt die Geschichte des Berlins der 80er-Jahre anhand der Erinnerungen dreier Protagonisten: Türsteher Sven Marquardt, Künstlerin Dome Hollenstein und Fotograf Robert Paris. Er nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in die Punkzeit und in eine Parallelwelt.

"Wir haben einen anderen Blick dafür bekommen, dass Zerfall und Vergänglichkeit – diese ganze Morbidität die man in den Straßen und Hinterhöfen findet – dass da auch ein Zauber von ausgeht", sagt Sven Marquardt nach etwa 30 Minuten Dokumentation. Und fasst damit das Thema des Films "Schönheit und Vergänglichkeit" gut zusammen: Es geht um den Berlin-Blick von drei Personen, die eine gemeinsame Jugend in der Stadt hatten. Die im Ost-Berlin der 80er Jahre erwachsen wurden und im Film von ihrer DDR-Vergangenheit erzählen. Wie sie nicht reisen konnten und sich deshalb in Berlin Orte gesucht haben, die besonders waren, die eine Geschichte erzählt haben. "Die Schönheit der Vergänglichkeit" nennt es Marquardt.




Marquardt ist durch sein Aussehen nicht nur die aussagekräftigste Figur des Films – er ist auch die bekannteste. Er ist Türsteher des Technoclubs Berghain in Berlin und über die deutschen Grenzen hinweg bekannt. In "Schönheit und Vergänglichkeit" wird er als Fotograf begleitet. Schon vor seiner Türsteherzeit absolvierte er eine Ausbildung und war als Modefotograf tätig, nach der Wende unterbrach er seine Tätigkeit. 25 Jahre später erfindet sich Marquardt nochmal neu und porträtiert DJs, Musiker, Kollegen und Freunde. Wie zum Beispiel Dominique "Dome" Hollenstein, die zweite Protagonistin des Films. Die Kunsthandwerkerin ist wie Marquardt ein Freigeist, verdient ihr Geld auf Flohmärkten mit selbstgemachten Modestücken. Sie erzählt Filmemacherin Annekatrin Hendel, dass sie nie eine Festanstellung in ihrem Leben gehabt hat und lieber immer "fliegen" wollte.

Die dritte Person im Film ist der Fotograf Robert Paris. Er führt das Kamerateam ins Stadtbad Prenzlauer Berg und erzählt von abgedrehten Modeschauen und Festen, die dort einst stattfanden: "Heute würde man dazu Performance sagen", sagt Paris, der mittlerweile mit seiner Familie in Indien lebt. Es sind die Geschichten und Bilder aus einem Berlin der 80er-Jahre, die von einem prickelnden Leben in der DDR erzählen, die den Film so interessant und besonders für die heutige junge Generation macht. Denn der Film nimmt einen mit in eine Parallelwelt, wie es Dome Hollenstein beschreibt: "Eine Blase, in der wir autark und frei waren wie kein anderer Mensch sonst."
  • Was: Film Schönheit und Vergänglichkeit
  • Wann: Do, 9. Januar bis Mittwoch, 15. Januar, 22 Uhr
  • Wo: Kommunales Kino Freiburg