Kino

Das Filmkollektiv Blackwood-Films kombiniert großes und selbstgemachtes Kino

Viola Priss

Das Freiburger Filmkollektiv Blackwood-Films holt am Dienstag den Filmerfolg "Victoria" und den Kurzfilm "Tauben wecken" auf die Leinwand im Freizeichen. Das Filmkollektiv will Filminteressierten eine Plattform bieten.

Kino kann mehr sein, als anonymer Filmkonsum, sagen die jungen Filmemacher von Blackwood-Films. Diesen Dienstag präsentieren sie ihre Eigenkreation "Tauben wecken" als Apéritif zum vielfach prämierten "Victoria". Beide Filme stehen im Zeichen der Nacht und der Liebe. Moderne, urbane Roadmovies, zu großen Teilen improvisiert und dadurch von besonderer Nähe zum Zuschauer. Mit dem Abspann ist das Kinoevent aber noch nicht vorbei. Die Zuschauer können im Anschluss mit der Regisseurin von "Tauben wecken", Lotta Schweikert, diskutieren.


Wer steckt hinter Blackwood-Films?

"Eigentlich studiere ich ja hauptberuflich", lacht Leonard, der seit vier Jahren bei den Blackwoods dabei ist. Die meiste Zeit widme er sich allerdings seiner Herzangelegenheit: dem Bannen von Geschichten auf Celluloid, mit allem was dazu gehört. Anders als bei Lisann, kam die Filmbegeisterung bei ihm erst später, dafür umso intensiver.

Bei der 24-jährigen Lisann hat sich die Passion zum Film schon früh abgezeichnet. "Ganz klassisch habe ich schon als Kind mit Spielfiguren Szenen nachgestellt, mir die Handkamera meiner Eltern geschnappt und kleine Geschichten darauf gebannt." Das habe sich dann auch in Schule und Studium so fortgesetzt und Lisann wurde somit immer ein wenig mehr zum Profi.

Gemeinsam brainstormen, kreieren, feilen und produzieren sie und das Blackwood-Team seitdem am laufenden Band. Kurzfilme, Dokumentarisches, Musikvideos und mehr. "Irgendjemand kommt mit einer Idee", so beschreibt Leonard den üblichen Ablauf eines entstehenden Filmkonzepts, "und dann finden sich immer Leute, die Lust haben, einzusteigen. Ob als Darsteller, beim Ton, Schnitt oder Kamera."

Jeder kann alles sein

Die Rollen kann jeder ausprobieren – außer Neugier gibt es keine Voraussetzungen. Nach manchmal einem Tag bis zwei Wochen ist das Werk dann meist vollbracht, im Kasten und bühnenreif. Wichtig dabei ist allen Mitwirkenden die Niederschwelligkeit ihrer Plattform. In einem Altersspektrum von 14 bis 40 Jahren und immer wieder fluktuierender Anzahl von 10 bis 20 Köpfen unterschiedlichsten Backgrounds entstehen so kontinuierlich kleine und große Filmprojekte, die der Öffentlichkeit abwechselnd im Kommunalen Kino sowie im Freizeichen präsentiert werden.

Auf ein festes Equipment greifen sie dabei nicht zurück. Auch hier tauschen sie aus, helfen sich, und stellen sich das zur Verfügung, was da ist. Vom Scheinwerfer bis zur Software-Kenntnis. Das schweißt nicht nur zusammen, das sieht am Ende dann auch richtig professionell aus. Auf die Frage, ob das wirklich alles selbst beigebracht sei schmunzeln die beiden und antworten "wenn Du vom Filmfieber gepackt und infiziert bist, willst Du irgendwann alles auch selbst ausprobieren. Hier kannst Du einfach direkt bei einem unserer Treffen fragen, ohne Scheu. Spätestens bei unserem jährlichen Blackwood-Hütten-Wochenende fallen dann die letzten Hemmschwellen. Etwas gemeinsam zu erschaffen schweißt immens zusammen und ist einfach nur schön".

Jeden Monat findet außerdem ein Filmfestival, mit ausgewähltem Fokus statt. Im März lautet das "Du hast den Farbfilm vergessen", bei dem eigens produzierte Kurzfilme mit thematischer Farbkomponente gezeigt werden.

Auf ins gemeinsame Kinoabenteuer geht es aber schon diese Woche. Was euch genau erwartet, wollten die zwei uns noch nicht verraten. Wäre ja auch ein klassischer Spoiler.
  • Was : "Victoria" mit Vorfilm "Tauben wecken" von Lotta Schweikert
  • Wann: Dienstag, 18.02.2020
  • Wo: Freizeichen im ArtiK, Haslacher Str. 43/25
  • Wieviel : 7€, emäßigt 5€