Club der Freunde

BZ-Serie Liebe(s)leben

Was zwei Scheidungsanwälte in ihrer Kanzlei erleben

Die Liebe hält nicht immer ewig. Die Freiburger Scheidungsanwälte Sylvia Jung und Helmut Graff erzählen, wie sie mit Paaren voller Wut umgehen und welches Geschlecht oft gemeiner ist.

BZ: Was tun Sie, wenn Ihre Klientin oder Ihr Klient fordert: Machen Sie meinen Ex-Partner so richtig fertig?
Graff: Das höre ich mir immer erst einmal an. Und ich versuche, dahinterzukommen, warum dieser Hass entstanden ist. Mir ist es wichtig, den Mandanten aus der emotionalen Nische herauszuholen und dann zu retten, was zu retten ist. Ich sage immer: Wenn Sie nur wollen, dass ich den anderen fertig mache, dann bin ich nicht der richtige Anwalt für Sie.
BZ: Zu welchem Zeitpunkt scheitern Ehen häufig?
Graff: Bei Frauen ab Mitte dreißig, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Bei Männern um die fünfzig, wenn sie Angst haben, dass sie keine Jüngere mehr finden. Es gibt aber auch uralte Ehepaare, bei denen ein Partner kurz vor dem Ableben sagt: Ich muss hier raus, den oder die muss ich noch loswerden.
Jung: Nach meiner Erfahrung gibt es einen weiteren kritischen Zeitpunkt: Wenn die Kinder noch sehr klein sind und der Alltag als Familie Einzug hält. Die Bereitschaft, um der Kinder willen auf Gedeih und Verderb zusammen zu bleiben, ist heute nicht mehr so hoch wie früher. Frauen können auf eigenen Beinen stehen und trauen sich eher, sich aus einer Ehe zu lösen, die nicht glücklich ist.
"Scheidung ist auch ein Wohlstandsphänomen." Helmut Graff BZ: Lassen sich Menschen heutzutage also schneller scheiden?
Graff: Ja, schon seit der ...

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