LGBTQ* in Freiburg

CSD Freiburg benennt Motto nach Kritik aus der Szene um

Anika Maldacker

Der CSD Verein Freiburg hat auf die Kritik an ihrem Motto für den CSD 2020 im September reagiert. Die Rosa Hilfe hatte zuvor das Motto wegen dem Wort "Seuchen" stark kritisiert. Stattdessen verwendet der Verein nun ein anderes Wort.

"Abwehrkräfte stärken … gegen Nazis, Covid-19 und andere gefährliche Bedrohungen" – so heißt das Motto, unter dem der CSD Verein Freiburg am 19. September einen Christopher Street Day unter Corona-Bedingungen starten will. Damit reagiert der Verein unter anderem auf einen offenen Brief der Rosa Hilfe, in dem das Vokabular des vorherigen Mottos verwendet wurde. Zuvor hieß es: "Abwehrkräfte stärken … gegen Nazis, Covid-19 und andere bedrohliche Seuchen". Vor allem das Wort Seuchen war auf Kritik gestoßen, weil Menschen mit Krankheiten gleichgesetzt würden. Auch die politisch Rechte hätte solche Begriffe benutzt, um Menschen zu verfolgen, so die Rosa Hilfe.


Der CSD Verein änderte nun sein Motto geringfügig und entschuldigt sich für die Wortwahl und falls sich dadurch Menschen verletzt fühlte oder es zu Irritationen kam. "Es ging uns nie darum mit dem Wort "Seuche" Menschen mit Krankheiten gleichzusetzen", heißt es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite des Vereins. Einerseits sei es immer Teil der Forderungen des Freiburger CSD gewesen, die Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen zu beenden. Andererseits wendet sich der Verein entschieden gegen den Vorwurf nationalsozialistische Rhetorik salonfähig zu machen.

Den Bezug zu Corona-Pandemie im Motto begründet der Verein damit, dass Coronavirus gerade die LGBTQI-Community in besonderem Maße betrifft.