Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald

Coronavirus erreicht Südbaden – drei Fälle im Raum Freiburg

Karl Heidegger, Frank Zimmermann, Joachim Röderer & dpa

Im Breisgau gibt es drei Infektionen mit der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Betroffen sind zwei Frauen aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und ein Mann aus Freiburg. Auch aus Basel werden zwei Corona-Fälle gemeldet.

Von den neuen Covid-19-Fällen in Baden-Württemberg berichtet das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Donnerstagabend. Landesweit wurden demnach vier neue Infektionen festgestellt. Alle vier Betroffenen – darunter die drei südbadischen Patienten – gehören den Angaben zufolge zu einer Gruppe Geschäftsreisender, die zwischen dem 19. und 21. Februar an einem Business-Meeting in München teilgenommen hatten.


Leichte grippale Symptome, keine Lebensgefahr

Die drei Patienten befinden sich zurzeit isoliert zur Behandlung in der Freiburger Universitätsklinik. Die beiden Frauen kommen aus dem Kreisgebiet, der Mann aus Freiburg-Stadt. Genauere Angaben zur Herkunft der drei Patienten waren am Donnerstagabend nicht zu erhalten. Wie die Uniklinik mitteilt, haben die drei Patienten leichte grippale Symptome und sind nicht in kritischem Zustand.

"Es wird nun darum gehen, die Wege der Betroffenen in den vergangenen Tagen nachzuzeichnen." Ralf-Jörg Hohloch
Laut Robert-Koch-Institut gehörten sie zu 13 ermittelten Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers des Münchner Meetings, der am 20. Februar erste Symptome verspürt hatte und nachfolgend in Italien positiv auf Corona getestet wurde. Nach BZ-Informationen vom späten Donnerstagabend arbeiten drei Infizierten bei der Biotechfirma im Freiburger Gewerbegebiet Haid, die am Donnerstag als Vorsichtsmaßnahme geschlossen wurde. Eine amtliche Bestätigung dieser Information gibt es noch nicht.

Im Freiburger Rathaus war man am Donnerstagabend zunächst noch nicht offiziell über neue Entwicklung informiert worden. Allerdings habe sich schon im Laufe des Nachmittags abgezeichnet, dass eine Infizierung mit dem Virus vorliegen könnte, sagte Ralf-Jörg Hohloch, der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutzes, am Abend auf BZ-Anfrage. "Es wird nun darum gehen, die Wege der Betroffenen in den vergangenen Tagen nachzuzeichnen", so Hohloch.

Zwei Fälle in der Nordwestschweiz

Auch aus Basel werden am Donnerstag erste Covid-19-Infektionen gemeldet. Die Basler Zeitung bz berichtet am Abend von zwei Infizierten und beruft sich dabei auf das Basler Gesundheitsdepartement. Auch in den beiden Schweizer Fällen lässt sich die Infektionskette nach Italien zurückverfolgen: Beide Patienten – eine Frau und ein Mann – haben sich in dem europäischen Land aufgehalten, das am stärksten von der neuartigen Lungenkrankheit betroffen ist.

Die erkrankte Frau arbeitet in einer Kindertagesstätte in Riehen – also jenem Ort, der direkt an Lörrach grenzt. Die Kinder müssen nach Angaben der Basler bz nun 14 Tage in Quarantäne.

Nach der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Europa und Deutschland ist die Landeshauptstadt Stuttgart in erhöhter Reaktionsbereitschaft und trifft Vorkehrungen, um angemessen zu handeln. Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, will am Freitag über die aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen in einem Hintergrundgespräch informieren.
Was tun bei Verdacht?

Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sind Husten und Schnupfen, Halskratzen und Fieber, manchmal auch Durchfall. Die Symptome lassen sich für den Laien nicht von der normalen Grippe oder einem grippalen Infekt unterscheiden. Gefährdet für eine Ansteckung sind vor allem Reisende aus Risikoregionen und Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten. Diese sollten sich unabhängig von Symptomen beim Gesundheitsamt melden. Wer fürchtet, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, soll seinen Hausarzt aufsuchen – allerdings nicht, ohne ihn vorher telefonisch zu informieren. Informationen gibt es beim Landesgesundheitsamt unter 0711/90439555.



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