Spielplätze und Grillplätze

Corona-Krise: Polizei löst mehrere Feiern von Jugendlichen in Südbaden auf

Joshua Kocher

In Südbaden sollen sich an mehreren Orten zum Teil große Gruppen von Jugendlichen getroffen haben, um trotz der Corona-Krise zu grillen und zu feiern. Schwerpunkt war laut Polizei der Landkreis Emmendingen.

Die Appelle der Virologen und der Bundesregierung scheinen bei einigen Jugendlichen in Südbaden auf taube Ohren gestoßen zu sein. Nach Angaben der Polizei sollen sich am Mittwochabend viele Jugendliche getroffen haben, um trotz der Corona-Krise und der Mahnung zum Abstandhalten zu grillen und zu feiern.


Im gesamten Dienstbezirk, also den Landkreisen Emmendingen, Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut, sollen die Beamten mehrfach ausgerückt sein. Alarmiert wurden sie meist von Anwohnern, die teilweise die Gruppengröße auf mehr als 100 Menschen schätzten. Angetroffen hat die Polizei dann nur kleinere Gruppen.

Schwerpunkt mit fünf Einsätzen war die Region um Emmendingen

Besonders viele Einsätze gab es laut Polizeisprecher Jerry Clark im Landkreis Emmendingen. Dort sollen sich Jugendliche unter anderem in Sexau, Denzlingen und Weisweil auf Grill- und Spielplätzen sowie an Bahnhöfen getroffen haben. In Emmendingen musste die Polizei eine Geburtstagsfeier mit einem Dutzend Teilnehmern auf einem Spielplatz auflösen.

Auch im Landkreis Lörrach zählten die Beamten nach eigenen Angaben mehrere Einsätze. Am Tüllinger Berg meldeten Anwohner große Menschenmengen, die Polizei traf aber auch hier nur kleinere Gruppen von bis zu zehn Personen an.

Anders sah es laut Jerry Clark am Sandfangweg in Freiburg, nahe des FT-Sportparks an der Dreisam aus. Dort sollen die Beamten mehr als 100 Jugendliche angetroffen haben. Die Beamten erteilten Platzverweise. Wer dagegen verstoße, so Clark, müsse mit Bußgeldern rechnen.

Die Freiburger Polizei spricht hier von "Corona-Partys" – unabhängig davon, ob die Jugendlichen sich explizit trotz der Mahnungen aus der Politik getroffen haben. "Wir unterstellen ihnen das aber", sagt Polizeisprecher Clark. Die Gelegenheit sei natürlich gut – Sonne, laue Abende. Clark weist aber darauf hin, dass Zusammenkünfte dieser Art in der aktuellen Lage nicht hilfreich seien und die Polizeidienststellen unnötig belasteten.

"Auffällig war, dass die jungen Menschen teilweise uneinsichtig waren, wenn die Polizei ihr Treffen auflöste und Platzverweise erteilte", so Clark. Er stellt auch klar, dass es sich dabei nur um einen Ausschnitt der Lage handelte. Die Polizei sei nur ausgerückt, wenn sie von Anwohnern alarmiert wurde. "Wir sind nicht durch die Lande gezogen und haben kontrolliert", sagt er auf Nachfrage der BZ.





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