Burger-Reisende stoppen in Freiburg: So entsteht das Fotobuch "Burgerliebe"

Konstantin Görlich

Über 4000 Kilometer, 100 Burger aus ganz Deutschland, 43 Städte, ein Fotobuch. Das ist die Idee von drei jungen Filmemachern aus Stuttgart. Ende 2015 soll das Buch erscheinen. Jetzt führte sie ihre Reise nach Freiburg. Burger-Inspektion! Was das soll? Hier sind 5 Antworten:



In Wirklichkeit haben Bene(dikt) Groß und Josua Stäbler (beide 22) eine kleine Filmproduktionsfirma in Stuttgart. Anso (Anne-Sophie Ebert, 21) macht gerade ein Praktikum bei den beiden. Mit Fotobüchern hatte das Team bisher nichts zu tun. Mit Burgern aber schon.

Eine Schnapsidee?

Josua: Eigentlich eine Bieridee. Wir kamen eines Abends spät und sehr hungrig aus dem Büro und überlegten, was wir tun müssten, damit wir den ganzen Tag nur Burger essen könnten. Und so kamen wir aufs Fotobuch: "Die 100 Burger Deutschlands". Am nächsten Morgen hatten Anso und Bene schon eine Deutschlandkarte ausgebreitet mit einer Route und da war klar, dass das machbar ist, und dass wir das machen.



Jetzt sind sie in Freiburg angekommen und besuchen den freiBurger und das Burger Chalet. Wenn sie mit dem Laden-Inhaber sprechen, wird aus einer Faktensammlung schnell ein Fachgespräch unter Enthusiasten. Die drei sind Experten geworden.

Was macht einen Burger so richtig schlecht?

Josua: Lieblosigkeit! Deswegen heißt das Buch ja "Burgerliebe". Jeder Burger, der mit Liebe und Kreativität gestaltet wird, ist gut, auch bei den wenigen Läden, die tiefgekühlte Zutaten verwenden.

Bene: Die Burger sind überall ganz unterschiedlich, aber die Liebe ist immer gleich. Wir kommen ja aus dem Film, da erzählt man Geschichten. Daher sind uns die Geschichten hinter den Läden wichtig, die versuchen wir herauszuarbeiten. Die Leute wollen wissen, wer dahintersteckt. Was macht den Laden aus, warum sollte ich da hingehen?

Josua: Dadurch, dass die Leute voll hinter dem stehen, was sie machen, erzählen sie gern darüber.

Anso: Manchmal sitzen wir noch bis in die Nacht im leeren Laden mit den Besitzern zusammen und reden.



300 Läden standen auf der ersten Liste. Internetbewertungen und Fotos, die Gäste gemacht haben, halfen dabei, diese auf 100 Burgerläden zu reduzieren, in denen gut und gerne 400 Burger verschlungen worden sein dürften.

Ist das nicht immer das selbe?

Bene: Man kann einen Burger mit so vielen unterschiedlichen Komponenten kreieren! Jeder Burger ist anders. Deshalb ist es nicht langweilig geworden. Das fängt beim Brötchen an, das kann Sauerteig sein oder Brioche, aufgebacken oder vom Grill. Das Fleisch, die Soßen, da gibt’s so viele Komponenten, dass der Burger nie langweilig wird.

Anso: Du bestellst in zehn Läden den Barbeque-Burger und der schmeckt jedes Mal anders. Es ist irgendwas drin, was man nicht erwartet, und dann ist es ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Es sind komplett verschiedene Dinger, auch wenn die Namen manchmal gleich sind.

Bene: Durch diesen Hype ist der Wettbewerb zwischen den Burgerläden so stark geworden ist, dass sie sich immer wieder was neues einfallen lassen. Und das macht auch das Produkt in ganz Deutschland besser. Das ist toll!



Tausende Kilometer haben sie mit ihrem Wohnmobil gefressen, waren auf der Insel Föhr, in Berlin, in München, überall – aber auf keinem einzigen Campingplatz. Große Städte, kleine Städte.

Gibt es geographische Unterschiede in Burger-Deutschland?

Josua: In größeren Städten gibt es meist bessere Burger als in kleineren, wo der Trend noch nicht angekommen zu sein scheint.

Anso: Wir haben oft gehört: "Unsere Stadt ist nicht offen genug dafür".

Josua: Der Gedanke, dass ein Burger etwas hochwertiges sein kann, wie ein Steak für das man bewusst 8 der 15 Euro ausgibt, setzt sich langsam durch. In manchen Städten verbindet man den Burger noch mit dem 1-Euro-Fastfood der großen Ketten. Die Läden, zu denen wir gehen, sind etwas völlig anderes.



Josua ist der Fotograf der der Gruppe. Auf seiner Profikamera sitzt ein altes, russisches Objektiv. Bene und Anso hantieren mit Blitzgeräten, das Burgershooting belegt den halben Laden und macht die Gäste jedes Mal neugierig – und die Burger werden dabei kalt.

Wie fotografiert man 100 Burger, ohne dass alles gleich aussieht?

Josua: Man muss mit dem spielen, was vor Ort ist. Das Ambiente und die Atmosphäre der Läden mit reinnehmen. Es gibt richtig hübsche Burgerläden, die sich coole Sachen ausdenken. Die versuchen wir, mit ins Bild reinzunehmen, auch die Beilagen, wir nehmen den Burger mal in die Hand, schneiden ihn an. Die Burger sehen auch alle anders aus! Es ist gar nicht so schwer, da verschiedene Bilder zu machen. Vor allem macht’s riesig Spaß, die zu fotografieren.

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Fotos vom Burger-Shooting: Konstantin Görlich

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.