900-Jahr-Feier

Bürger können zum Stadtjubiläum Briefe ans Freiburg des Jahres 2120 senden

Simone Lutz

Zum Freiburger Stadtjubiläum gibt es eine neue Aktion: Jeder kann einen persönlichen Brief schreiben, der erst in 100 Jahren übermittelt und geöffnet wird. Der Briefkasten steht vor dem Rathaus.

Heute Briefe schreiben, die erst in 100 Jahren geöffnet werden – eine charmante Idee zum Stadtjubiläum wird jetzt zu einer Aktion für alle. Bis zum offiziellen Jubiläumsende im Juli 2021 können Freiburgerinnen und Freiburger Briefe an Menschen oder Institutionen schreiben, die in 100 Jahren leben. Die Stadt bewahrt die Briefe ungeöffnet auf und sorgt dafür, dass sie 2120 an die Adressaten verteilt werden – ein Gruß vom 900- an das 1000-Jahr-Jubiläum der Stadt.


Die Idee: Jeder, der möchte, darf einen Brief an eine Person oder Institution seiner Wahl schreiben, an die eigene Enkelin, den künftigen Nachbarn, die Nachfolgerin. Also an Empfänger, die heute vermutlich noch nicht geboren sind – denn die Briefe landen erst nach 100-jährigem Dornröschenschlaf bei den Adressaten.

Spannend – denn wer hätte nicht gerne einen persönlichen Brief aus dem vergangenen Jahrhundert? Genauso wird es den Freiburgerinnen und Freiburgern in 100 Jahren gehen.

Texte, die in keinem Geschichtsbuch zu finden sind

Die Briefe, die jetzt eingeworfen und abgegeben werden, erzählen den Menschen im Jahr 2120 von persönlichen Ansichten, Erlebnissen und von Freiburger Geschichte – Texte und Gedanken, die in keinem Geschichtsbuch, keiner Zeitung, keinem Roman zu finden sein werden. Den Menschen in 100 Jahren bieten sie einen einmaligen Einblick in den Zustand der Menschen am Anfang des 21. Jahrhunderts. Und: "Wer weiß, wie es in 100 Jahren in Freiburg aussieht", sagt OB Martin Horn, "ich würde mich freuen, wenn die Menschen dann etwas Positives aus 2020 erfahren würden. Alle Freiburgerinnen und Freiburger sind herzlich eingeladen, bei dieser Aktion zum Stadtjubiläum mitzumachen."

Jeden Tag wird der Jubiläums-Briefkasten vor dem Rathaus, in den die Briefe eingeworfen werden können, geleert. Die Briefe wandern ungeöffnet in einen Tresor. Das Stadtarchiv wird dafür sorgen, dass am Ende der Aktion alle Briefe luftdicht gelagert und in 100 Jahren – zum 1000-Jahr-Jubiläum der Stadt Freiburg – an die richtige Adresse geliefert werden.
Briefe fürs Jahr 2120

Die Briefe zum Freiburger 1000-Jahr-Jubiläum im Jahr 2120 können direkt in den Jubiläums-Briefkasten vor dem Innenstadt-Rathaus eingeworfen werden. Eine Briefmarke ist nicht nötig. Alternativ können sie in einen zweiten Umschlag gesteckt und per Post gesandt werden an: Stadtjubiläum Freiburg, DEZ III, Rathausplatz 2-4, 79098 Freiburg.

Der äußere Briefumschlag darf nicht größer als A5, nicht dicker als 1 Zentimeter und nicht schwerer als 150 Gramm sein.

Elektronische Datenträger wie CDs, DVDs oder Datensticks werden nicht angenommen. Da die Briefe grundsätzlich nicht geöffnet werden, werden Briefe mit verdächtigem Inhalt nicht angenommen, sondern an den Absender zurückgeschickt. Fotos und Negative sind erlaubt, sie sollten allerdings von guter Qualität sein. Negative sind haltbarer als Papierabzüge. Teilnahmeschluss ist der 15. Juli 2021.