Hygienemittel

Bötzinger Schnapsbrenner Florian Faude spendet Uniklinik 200 Liter Alkohol

Mario Schöneberg

Über eine Spende von 200 Litern fast reinem Alkohol freut sich die Apotheke der Uniklinik. Der Stoff, aus dem sonst feine Liköre und Geiste entstehen, stammt vom Bötzinger Schnapsbrenner Florian Faude.

"Ich möchte da kein großes Ding draus machen, aber da wo ich kann, will ich helfen", erklärt Faude. Als der Bötzinger Schnapsbrenner erfahren hat, dass aktuell unter anderem auch Desinfektionsmittel knapp sind, hat er der Uni-Apotheke spontan einen Teil seines Vorrates angeboten.


Den hochwertigen Getreidealkohol kauft Faude bei großen Brennereien in Deutschland, um daraus mit eigenen Früchten oder Fruchtsäften Geiste und Liköre herzustellen. Der Anteil an reinem Ethanol liegt bei 96,6 Volumenprozent, aus 200 Litern Alkohol können nun bis zu 300 Liter Desinfektionsmittel hergestellt werden, die dann am Ende laut Faude einen Alkoholanteil von 70 bis 80 Prozent haben. In Form von Schnäpsen oder Likören könnte der vielfach ausgezeichnete Brenner daraus bis zu 500 Litern seiner fruchtigen Spezialitäten herstellen.

Sein eigenes Geschäft laufe derzeit eher träge, sagt Faude. Er hofft aber, dass die Bestellungen über seinen Internet-Shop bald wieder zunehmen, zumal der Verkauf in die Gastronomie und an Fachhändler derzeit gänzlich wegfällt, was rund 60 Prozent seines normalen Umsatzes ausmache. Doch der Mittdreißiger gibt sich optimistisch: "Mit dem Problem sind wir nicht alleine, irgendwie wird es schon hinhauen."

Und auch in Zeiten der Krise gibt es für ihn einiges zu tun: "Wir arbeiten so weit es geht normal weiter, es ist ruhiger, das ist klar." Aktuell stelle er Feinbrände aus Roggen her. Und er blickt nach vorne: Der Frühling mit der Obstblüte sei für einen Obstbauern immer spannend. Wie viele seiner Brenner- und Winzerkollegen hofft Florian Faude: "Es wird ja auch eine Zeit nach dem Wahnsinn geben, da werden die Menschen bestimmt wieder Lust haben, auf ihr Wohl anzustoßen."

Mehr zum Thema: