Club der Freunde

Selbstversuch

Zwei Wochen barfuss durch die Welt

Barfußlaufen ist im Trend – denn gesund soll es sein. Doch wie ist es, im Alltag auf Schuhe zu verzichten? Félicien Rondel hat es ausprobiert – und Waldspaziergänge schätzen und Scherben fürchten gelernt.

Pfingsten im Jahr 2005. Dieser Tag wird eine traumatische Erfahrung in meinem jungen Leben bleiben. Die Ursache ist ein Folterinstrument, getarnt unter dem Namen Spaß und Familienerholung: ein Barfußpfad. Als ich an diesem Ort mitten im Schwarzwald ankam, erinnere ich mich, dass ich – aus der Perspektive meiner sieben Jahre – erstaunt war. Warum müssen wir unsere Schuhe ausziehen, wo ist der Spaß? Mein junges Ich, das nur ungern seine nackten Füße zeigt, nicht einmal beim Schlafen, ist sehr skeptisch.
Der Barfußweg beginnt. Die Steine dringen in meine Haut, die Holzspäne stechen, das Wasser lässt mich frieren und das Gras reicht nicht aus, um meine Wut zu bändigen. "Oh ja, wir hatten Mühe, dich zum Ausziehen deiner Schuhe und Strümpfe zu bewegen", erinnert sich meine Mutter noch mehr als fünfzehn Jahre später. Aber wie konnten wir uns selbst so quälen und trotzdem behaupten, dass es sich gut anfühlt? Diese Frage, die ich mir an diesem Tag der Tränen und kindlichen Schreie gestellt habe, ist bis heute in meinem Kopf geblieben. Ich spüre nach wie vor kein Vergnügen beim Kontakt meiner Haut mit dem Boden. Aber vielleicht ist alles eine Frage der Gewohnheit: Weshalb ich mich entschieden habe, zwei Wochen lang Schritt für Schritt keine Schuhe zu tragen.
"Man weiß, dass bestimmte Fußfehlstellungen bei Barfußläufern deutlich weniger auftreten. Hagen Schmal, Klinik für Orthopädie der Uniklinik Den Begriff "Gewohnheit" hat nicht ein Laie, sondern ein Experte ins Spiel gebracht. Hagen Schmal, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Universitätsklinik Freiburg, stellt fest: "Man weiß, dass bestimmte Fußfehlstellungen bei Barfußläufern deutlich weniger auftreten. Dazu gehören der Plattfuß, der ...

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