Bildungsstreik: Jubeldemo für die Bildungspolitik

Friederike Günter & Marc Schätzle

Heute mittag versammelten sich ungefähr 300 Schüler und Studierende vor dem KG II, um das deutsche Bildungssystem zu bejubeln. Beim Demonstrationszug durch die Innenstadt war Satire angesagt: "Bildung für Manche und zwar für Geld" skandierten sie anstelle des üblichen "Bildung für Alle und zwar umsonst". Mit Video.



Rund 300 Demonstranten waren dem Aufruf des Freiburger Bildungsstreik gefolgt und demonstrierten gutgelaunt für eine andere Bildungspolitik. Nur wenige waren aber, wie gefordert, verkleidet erschienen. Dafür verteilten die Organisatoren goldene Papierkronen und Papierschlangen unter den Teilnehmenden.

Dem Thema angepasst erklang aus den Lautsprechern des Protestwagens diesmal keine laute Protestmusik, sondern klassische Musik. Alle Redner wurden als Vertreter der Wirtschaft, Interessenverbänden und der Regierung angekündigt. Diese lobten Politik und Bildung und forderten unter anderem eine stärkere Ausgrenzung der Unterschicht und mehr Studiengebühren. Auch die Sprechchöre wurden dem satirischen Grundgedanken angepasst: "Bildung für Manche und zwar für Geld", "Für Gott, für Staat, für Rektorat" und "Selektion ist der gerechte Lohn".

Der Demonstrationszug verlief vom Platz der Alten Synagoge über den Rotteckring in die Eisenbahnstraße, wo der Zug seinen ersten Stopp einlegte. Vor dem Büro des Kreisverbandes der CDU applaudierte die Menge für die Politik der Partei. In einer satirischen Ansprache lobte ein Aktivist die wirtschaftsfreundliche Bildungspoltitik der Partei. Dann behauptete er, dass Kinder reicher Eltern selbst "Geldscheißer" seien und forderte von seinen Mitdemonstranten, das an Ort und Stelle gleich zu beweisen. Dann wurde vor dem Büro der CDU zwei große, goldene Exkrementhaufen aus Pappmaché abgelegt.

Danach ging es über die Post- und Colombistraße weiter Richtung Fahnenbergplatz, wo die Menge vor dem Rektorat erneut jubelte und eine weitere Rede gehalten wurde. Anschließend sollte der Demonstrationszug über das Siegesdenkmal zum Bertoldsbrunnen ziehen, um "dort einen Wiener Walzer" zu tanzen. Die Polizei ließ das jedoch nicht zu, die Demonstration musste umkehren und bewegte sich zurück zum Stadttheater.

Dann geriet die Lage kurzzeitig außer Kontrolle, da der Großteil der Demonstrierenden nach links in die Bertoldsstraße marschierte (fudder berichtete: Bildungs-Jubeldemo: Polizei hält Demo-Zug in der Bertoldstraße auf). Die Polizei brauchte kurz, um aufzuschließen und versperrte den Demonstranten den Weg. Es gelang ihr schließlich den Großteil der Gruppe in Höhe der Universitätskirche zu stoppen. Noch zirka 30 Protestler ließen sich nach etwa 10 Minuten von der Polizei überreden, die Gleise wieder freizugeben. Danach beendete auch diese kleine Gruppe ihren Protest.

Mehr dazu:


Video: Jubel-Demo

 

Foto-Galerie: Friederike Günter

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.