Virtual-Reality

Bei Yullbe in Rust kann man ein Dimensionstor in unbekannte Welten entdecken

Manuel Fritsch ("Insert Moin")

Bei den aktuellen Nachrichten sehnen sich viele nach Eskapismus. In Rust beim Europa Park ist die Flucht virtuell möglich: Die neue Erlebnisattraktion Yullbe führt in virtuelle Welten. Unser Autor hat sie ausprobiert.

Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den nächsten, unter mir geht es Hunderte von Metern steil bergab. Natürlich weiß ich, dass ich mich nur in einer Simulation befinde, mein Körper schreit trotzdem mit jeder Zelle "sei vorsichtig!". Als Videospiel-Redakteur sind virtuelle Welten keine Neuheit, aber die Intensität, die ich in Rust auf der "Mission: Rulantica" erlebe, ist stärker als alles, was ich bisher gesehen habe. Das liegt vor allem an der beeindruckenden Technik, mit der das gemeinsame Großprojekt von MackNext und dem Kaiserslauterer Unternehmen VR Coaster nun nach 1,5 Jahren Entwicklungszeit an den Start geht.


Dank angeschnallter Tracking-Sensoren an Füßen, Händen und einem mit leuchtenden Punkten übersäten Helm sehe ich nicht nur aus wie ein Cyberpunk-Söldner in einem Science-Fiction-Film, ich fühle mich auch so. Was das Erlebnis so intensiv und neuartig macht: Ich bin nicht durch Kabel eingeschränkt und bewege mich komplett frei auf einer Fläche von insgesamt 250 Quadratmeter. Das braucht anfangs etwas Überwindung, doch haptische Elemente geben Sicherheit: Manche Objekte wie Geländer oder Schalter, die ich als Spielgrafik sehe sind mit den Händen "echt" greifbar und verstärken so zusätzlich die Illusion des virtuellen Raums.

Acht Personen können parallel spielen, wegen Corona im Moment nur vier

Überzeugt hat mich vor allem das unübertroffene Körpergefühl. Ich sehe meine Füße – beziehungsweise die digitale Version davon, wenn ich im Trippelschritt über die wacklige Brücke laufe und jede Arm- und Kopfbewegung meiner Mitspieler wird anhand der 90 Kameras im Raum genau abgebildet. Das Abenteuer ist für Gruppen von bis zu acht Menschen konzipiert, coronabedingt ist das Erlebnis aktuell auf vier beschränkt. In den rund 30 Minuten der Mission erleben wir eine Zeitreise, die uns an fantastische Orte bringt, bei denen – ohne zuviel zu verraten – nicht immer alle physikalischen Grundgesetze gelten.



Spielerisch ist die Herausforderung kleiner als beispielsweise in Escape-Räumen. Zwar gibt es Mini-Rätsel, die die Gruppe lösen muss, aber auch ungeübte Menschen ohne Vorkenntnisse werden diese Aufgaben mit Links meistern. Das neuartige Erlebnis steht klar im Vordergrund. Dabei ist Mission Rulantica erst der Anfang. Yullbe sieht sich selbst als neue Form des Entertainments und möchte in Zukunft mehrere Inhalte parallel anbieten. Für Anfang Oktober ist bereits die Horror-Experience "Traumatica" (ab 18 Jahren) angekündigt - weitere Abenteuer sind in Planung.

Kosten: 29 Euro pro Person für "Mission: Rulantica" (ca. 30 Minuten), 12 Euro für "Traumatica" (ca. 10 Minuten). Tickets, Reservierungen und weitere Informationen unter yullbe.com

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