Binge Raving

Bei dieser Techno-Party wechselt alle 30 Minuten die Musik

Gina Kutkat

Eine Technoparty, bei der exakt alle 30 Minuten der Takt wechselt: Das ist das Konzept hinter "Binge Raving" im Harmonie Gewölbekeller. Was für einen Effekt das auf DJs und Publikum hat, erklärt Sven Weis von der Bretterbude.

Am Freitag veranstaltet ihr zum zweiten Mal "Binge Raving" im Harmonie Gewölbekeller. Erkläre kurz das Konzept.

Sven Weis: Binge Raving bedeutet, dass wir exakt alle 30 Minuten das Techno-Genre wechseln. Und das erbarmungslos und ohne Hemmungen. Wenn also der Countdown zu Ende ist, wird der Crossfader rübergezogen. Das Ganze wird auch visuell unterstützt, indem wir das Genre auf die Leinwand projizieren. Dabei kann es auch schon mal vorkommen, dass nach "Disco House" "Schranz" kommt.

Aus welcher Idee ist dieser 30-Minuten-Takt entstanden?

Das Konzept entstand für das "Festival der Elektronischen Musik 2019" im Artik. Die Idee des Festivals war, die Vielzahl an elektronischen Musikgenres aufzuzeigen. Wir wurden gebeten "Techno" zu repräsentieren und bei der unüberschaubaren Vielzahl der Subgenres kamen wir relativ schnell auf dieses Konzept.

"Wenn der Countdown zu Ende ist, wird der Crossfader rübergezogen."

Wenn alle 30 Minuten das Genre wechselt, was hat das für einen Effekt auf das Publikum?

Das haben wir uns auch gefragt (lacht). Zum Glück kam es super an und die Leute waren nach ein paar "Übergängen" regelrecht euphorisch, wenn der Countdown erschien. Lustig war auch der Aha-Effekt bei den Besucherinnen und Besuchern. "Ach, das ist also Gabber?!". Dabei haben wir auch das Ziel erreicht, dass die Technogenres voll im Vordergrund standen und eben nicht – wie üblich – die DJs.

Bereitet ihr euch als DJs anders auf so einen Abend vor?

Wie schon gesagt stehen die verschiedenen Technogenres im Vordergrund. Um diese bestmöglich vorzustellen, ballern wir überwiegend die Hits des Genres – also die Tracks, welche für das Genre repräsentativ sind. Wir haben die Genres unter unseren im Verein aktiven DJs aufgeteilt: Patrick Dondl, Lutz, Die Feine Frau K, Synetic, Luedenscheidt, RaveDoc und Dave Da Core (Björn Peng).

"Wir spielen die Genres, die für uns wegweisend waren und sind, welche wir selbst gerne hören und die auch heute noch stilprägend sind."

Die Kunst eines DJs ist ja, auf die Stimmung des Publikums zu reagieren. Ist das bei dem vorgegebenen Takt nicht schwierig?

Das ist tatsächlich die größte musikalische Herausforderung des Abends. Normalerweise hat man eineinhalb bis zwei Stunden zeit, um Spannung aufzubauen. Bei Binge Raving nur eine halbe Stunde. Aber das macht auch gerade den Reiz aus, da nicht nur das Publikum, sondern auch die Musikerinnen und Musiker aus der Komfortzone gerissen werden. Jeder hat da auch eine andere Herangehensweise, was das Publikum sicher merken wird.
Zur Person:

Sven ist 30, wohnt seit gut 10 Jahren in Freiburg und legt seit der ersten Bretterbude-Party unter dem Pseudonym Luedenscheidt auf. 2020 veröffentliche er seine erste EP "Church", welche im Musikstudio der Bretterbude produziert wurde. Falls er keine Musik macht, arbeitet er freiberuflich als Grafiker bei Kombinat79.

Welche Facetten des Techno stellt ihr in den Mittelpunkt?

Wir spielen die Genres, die für uns wegweisend waren und sind, welche wir selbst gerne hören und die auch heute noch stilprägend sind: Detroit, Minimal Berlin, Industrial & EBM, Deep House & Disco House, Hard Acid, Schranz, Bubble Trance, Hardcore/Frenchcore & Gabber, Drumcode, Progressive Techno, Minimal Techno und Happy Hardcore spielen.
  • Was: Binge Raving
  • Wann: Freitag, 6. März, 23 Uhr
  • Wo: Harmonie Gewölbekeller

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