Papierarbeiten

Bei dieser Ausstellung kostet jedes Kunstwerk unter 251 Euro

Gina Kutkat

Kunst zum ermäßigten Preis und Einnahmen, die fair unter allen teilnehmenden Künstlern aufgeteilt werden. Das macht die Ausstellung "Alles auf Papier, dazu ein paar Bier" am nächsten Samstag möglich.

Das Kunstwerk eines echten Künstlers kaufen, zu einem Preis, der auch für Normalverdiener bezahlbar ist – das ist die Idee, die hinter der Ausstellung "Alles auf Papier, dazu ein paar Bier" steckt. Einen ganzen Nachmittag lang haben Freiburger Kunstinteressierte am kommenden Samstag Gelegenheit, die Werke von mehr als 30 Freiburger Künstlerinnen und Künstler zu erstehen.


Dabei kostet kein Original mehr als 251 Euro. "Wir möchten die Leute dazu animieren, wieder mehr Kunst zu kaufen", sagt Florian Thate. In Zeiten, in denen der Kunstmarkt von hohen Summen dominiert wird, könnten sich das immer weniger Leute leisten. "Es lohnt sich, originale Kunst zu besitzen, denn sie ist unersetzbar und man hat sie ein Leben lang." Der Freiburger Künstler hat sich zusammen mit seinem ehemaligen Kunstdozenten Ben Hübsch das Konzept für die Ausstellung überlegt.

Künstlerinnen und Künstler als Kollektiv

Wichtig ist den beiden auch, dass sie die Kunstszene in Freiburg wieder näher zusammenrückt. "Es geht uns darum, dass Künstlerinnen und Künstler für einander einstehen", sagt Thate. Rund 34 Mitwirkende haben sie für die Ausstellung gewinnen können, nachdem sie Freiburger Ateliers angeschrieben und das Konzept vorgestellt hatten. "Es gibt in Freiburg eine große Bandbreite an Kunstschaffenden, die aber meistens im Verborgenen bleibt", sagt Thate. Mit der Ausstellung sollen die Künstlerinnen und Künstlern ein Podium bekommen.

"Es lohnt sich, originale Kunst zu besitzen, denn sie ist unersetzbar und man hat sie ein Leben lang."

Jeder und jede steuert Papierarbeiten bei, die während der Ausstellung direkt erworben und mitgenommen werden können. Einige Werke werden eigens für die Ausstellung angefertigt, es gibt aber auch ältere Originale zu sehen. Die Künstlerinnen und Künstler stehen als Kollektiv zusammen – auch, was die Einnahmen angeht: 50 Prozent der gesamten Verkaufseinnahmen werden unter allen Beteiligten aufgeteilt, die restlichen 50 Prozent des Erlöses gehen an den jeweiligen Urheber.

Keine regelmäßige Veranstaltung

"Alles auf Papier, dazu ein paar Bier" ist nicht der erste ungewöhnliche Ansatz, mit dem Florian Thate versucht, Schwung in die Freiburger Kunstszene zu bringen. Zusammen mit Jürgen Oschwald kuratiert er auch die Ausstellungen im Pförtnerhaus hinter der Brauerei Ganter und weitere Projekte. "Für mich ist es wichtig, als Künstler aktiv zu sein, und Dinge selbst in die Hand zu nehmen", so Thate. " Kunst ist auch ein Beitrag für die Gesellschaft."

Trotzdem wird er "Alles auf Papier, dazu ein paar Bier" nicht regelmäßig veranstalten. "Wir verkaufen uns total unter Wert, das können wir nicht öfter machen."

Die Künstlerinnen und Künstler

  • Alexandra Centmayer mit Stef Stagel
  • Ben Hübsch mit Matthias Biehler, Günther Holder, Martin Kasper, Herbert Maier, Gela Samsonidse und Marco Schuler
  • Katja Wüstehube mit Doris Fend, Katharina Gehrmann und Ingo Maerker
  • Andrea Hess mit Hilde Bauer und Bettina Bosch
  • Florian Thate mit Emanuel Ehgartner, Evgenij Gottfried, Philipp Leissing, Jürgen Oschwald, Jacob Ott und Hans Rath
  • Anja Kniebühler mit Petra Blocksdorf und Brigitte Rost
  • Manuel Frattini, Rutger Emmelkamp mit Marcel Mieth und Miek Zwamborn
  • Uli Gerst mit Olga Allenstein, Annette Merkenthaler und Beate Selzer

  • Was: Alles auf Papier, dazu ein paar Bier
  • Wann: Samstag, 14. Dezember, 14 bis 22 Uhr
  • Wo: Atelierhaus, Baslerstraße 103, 79100 Freiburg