Kriminelle Taten

Baumstämme und Äste auf Mountainbike-Strecken bei Freiburg

Simone Höhl

Unbekannte haben gefährliche Hindernisse auf zwei Mountainbike-Trails im Freiburger Stadtwald gelegt. Haben die Taten mit dem Knatsch zwischen Wanderern und Radlern zu tun?

Mountainbike-, Schwarzwaldverein und Forstamt verurteilten die Tat unisono als kriminell: "Wer statt konstruktiver Kritik den Weg der Selbstjustiz einschlägt, gefährdet Leib und Leben Dritter." Die Polizei hat noch keine Spur von dem oder den Unbekannten.


"Das ist nicht akzeptabel." Patrick Hecklinger
Dass niemand zu Schaden kam, scheint Zufall. Mountainbiker entdeckten rechtzeitig die Stämme und Äste, die über legale Downhill-Strecken gezogen worden waren, und erstatteten Anzeige. Die Barrieren lagen am Sonntag, 12. Juli, im unteren Drittel der "Borderline", die vom Rosskopf zur Jugendherberge führt, und zu Beginn des Trails "Badisch Moon Rising", der von unterhalb des Schauinslandturms zum Sohlacker führt. "Das ist nicht akzeptabel", sagt Patrick Hecklinger vom Verein Mountainbike Freiburg, dem Träger der Strecken. Die sind offiziell für die Radfahrer ausgewiesen.

Seit dem Lockdown sind viel mehr Radler und Fußgänger im Wald, nicht immer auf ihnen zugedachten Wegen. Es kommt zu Konflikten, heißt es in einer Mitteilung von Mountainbike-, Schwarzwaldverein und Amt. "Es gab aufgrund der hohen Frequenz vermehrt Beschwerden über Mountainbiker", erklärt Hecklinger.

Radler und Fußgänger geraten im Wald aneinander

Es sind nicht die ersten Vorfälle dieser Art: Im Mai hat jemand Krampennägel auf eine Strecke in Herdern gestreut, 2018 legte eine Frau an drei Stellen Äste über einen Trail beim Kybfelsen, 2015 gab es gleich mehrere Fallen. "Es gab Vorfälle", bestätigt der Vereinssprecher: Aber angesichts der starken Nutzung seien es Ausreißer. "Im großen und ganzen funktioniert das im Stadtwald."

"Wer im Wald nicht aneinander vorbeikommt, hat auch Stress in der Schlange beim Bäcker." Mirko Bastian
Das sagt auch Mirko Bastian. Der Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins, der schon Wanderwege für Trails verlegte, um bei der Entzerrung zu helfen, hört kaum Beschwerden. Und wenn, dann gehe es eigentlich um Sozialkompetenz: "Wer im Wald nicht aneinander vorbeikommt, hat auch Stress in der Schlange beim Bäcker." Natürlich merke man mehr Betrieb in Stadtnähe. Um so wichtiger sei Rücksicht, bekräftigt auch das Forstamt. Laut einer Studie haben die Konflikte seit dem Lockdown nicht zugenommen, aber Befragte störte, dass manche sich zu breit machten, vor allem Radler. "Das ist aber eine neue Eskalationsstufe", so Bastian zu den aktuellen Fällen.

Die Polizei hat gegen Unbekannt ermittelt. Das Vorgehen an den beiden Trails sei gleich gewesen, erklärt Sprecher Thomas Spisla. "Aber wir haben keine weiteren Erkenntnisse gewinnen können: kein Hinweis auf Täter." Die Fälle liegen nun mit dem von Mai bei der Staatsanwaltschaft. Ermittlungen gestalten sich ohne Anhaltspunkte schwierig. Bei dem Fall von 2018 dagegen war eine 37-Jährige von Zeugen beobachtet worden. Die Frau wurde schließlich wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe à 20 Tagessätzen verurteilt, sagt Ralf Langenbach von der Freiburger Staatsanwaltschaft. Niemand wurde verletzt, die Äste waren relativ klein – juristisch gesehen lag keine Gefährdung vor.

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